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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pecht - Pedal.

Analysen ergeben neben einem hohen Gehalt an Silicium (70-73 Proz. Kieselsäureanhydrid) einen nie fehlenden Gehalt an Wasser (4,7-8,0 Proz.). In Deutschland sind die bekanntesten Vorkommnisse diejenigen der Umgegend von Meißen, wo er teils Gänge in Felsitporphyren, teils dieselben überlagernde Decken bildet. Bei Tharandt wird er sphärolithisch. Von weitern Fundorten sind namentlich die schottischen Inseln Arran (hier besonders schöne Mikrolithe in den Schliffen), Mull und Skye sowie die irische Insel Newbry anzuführen. Petrographisch dem Felsitpechstein vollkommen ähnlich, genetisch aber den jüngern Trachyten beizuzählen ist der Trachytpechstein (s. d. und Trachytgesteine).

Pecht, Friedrich, Maler und Kunstschriftsteller, geb. 2. Okt. 1814 zu Konstanz, war erst Lithograph, ging dann zum Porträtzeichnen über und bildete sich seit 1839 in Paris unter Delaroche zum Maler aus. Nachdem er die Jahre 1851-54 in Italien zugebracht, ließ er sich in München nieder. Sich hier mit Vorliebe der künstlerischen Gestaltung der modernen Zeit und ihrer Ideale zuwendend, schuf er außer einer Reihe von Ölbildern aus dem Leben Goethes und Schillers, die er meist im Auftrag des Großherzogs von Baden ausführte, auch Illustrationen zu deutschen Klassikern, unter andern die größere Hälfte der Blätter zur Schiller-Galerie (Leipz. 1859), Goethe-Galerie (das. 1863), Lessing- und Shakespeare-Galerie, zu denen er auch die Texte verfaßte, worin er sich zugleich als gewandten Schriftsteller zeigte. Später beschäftigte er sich vorzugsweise mit monumentaler Malerei, verzierte einen Saal des Münchener Maximilianeums mit zwölf Bildern von Feldherren und Staatsmännern und begann dann die Ausschmückung des Konziliumssaals in Konstanz durch eine Reihe die Geschichte der Stadt darstellender Fresken im Verein mit Fr. Schwörer. In der jüngsten Zeit hat er sich ausschließlich der Schriftstellerei gewidmet. Seine in mehreren Zeitschriften veröffentlichten Arbeiten zeichnen sich vornehmlich durch ihre patriotische Tendenz aus. Er gab heraus: "Südfrüchte, Skizzen eines Malers" (Leipz. 1854, 2 Bde.); "Geschichte der Münchener Kunst im 19. Jahrhundert" (Münch. 1887 ff.); Berichte über Kunst und Kunstindustrie auf den Weltausstellungen von 1873 (Wien) und 1878 (Paris), "Deutsche Künstler des 19. Jahrhunderts" (Nördling. 1877-84, 4 Bde.) u. a. Seit 1885 leitet er die Zeitschrift "Die Kunst für alle".

Pechtanne, s. v. w. gemeine Fichte.

Pechuel-Loesche, Eduard, Reisender und Geograph, geb. 26. Juli 1840 auf dem Mühlengut Zöschen bei Merseburg, studierte Naturwissenschaften in Leipzig, wo er auch promovierte. In den 60er Jahren bereiste er Westindien, Nordamerika, Küstenländer und Inseln des Atlantischen und Stillen Ozeans, das Südliche und Nördliche Eismeer, war 1874-76 Mitglied der Loangoexpedition, 1882 im Auftrag des Königs der Belgier am Congo und 1884 in Südwestafrika. Seit 1886 wirkt er als Dozent für Erd- und Völkerkunde an der Universität zu Jena. Außer zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften veröffentlichte er: "Die Loangoexpedition" (Leipz. 1881); "Die Bewirtschaftung tropischer Gebiete" (Straßb. 1885); "Herr Stanley und das Congounternehmen" (Leipz. 1886); "Herrn Stanleys Partisane und meine offiziellen Berichte vom Congoland" (das. 1886) und "Congoland" (Jena 1887).

Peck, engl. Hohlmaß für Getreide und andre trockne Waren, = ¼ Bushel = 2 Gallons; für Salz und Mehl dem Gewicht nach = 1 Stone.

Peckham (spr. péckäm), Stadtteil im SO. Londons, ein Teil Camberwells, als parlamentarischer Wahlbezirk mit (1881) 71,089 Einw.

Pecoptĕris Brongn., vorweltliche Gattung der Farnkräuter.

Pecos (Rio P.), salziger Nebenfluß des Rio Grande del Norte in Nordamerika, durchströmt die Staaten Neumexiko und Texas; 970 km lang.

Pecos, Eisenbahnstation im nordamerikan. Territorium Neumexiko, am Ostfuß des Gloriettapasses und nahe der Quelle des Pecosflusses, mit Ruinen einer spanischen Kirche (1529 erbaut) und der Indianerstadt Cicuye, dem traditionellen Geburtsort Montezumas.

Pécs (spr. pehtsch), s. Fünfkirchen.

Pécska (spr. pehtschka), Ungarisch- (Magyar-) und Rumänisch- oder Alt- (Román- o. Ó.-) P., zusammenhängende Märkte im ungar. Komitat Arad, an der Maros, mit (1881) 7827 ungarischen und 7369 meist rumän. Einwohnern. Ersterer ist Station der Arad-Szegediner Bahnlinie, hat eine Spiritusfabrik und ein Bezirksgericht und war bis vor kurzem Sitz der jetzt nach Arad verlegten Staatsgüterdirektion.

Pecten (lat.), Kamm; in der Zoologie s. v. w. Kammmuschel.

Pectoralĭa (lat.), Brust- oder Hustenmittel.

Pectorālis major und P. minor (Musculus p.), großer und kleiner Brustmuskel.

Pectus (lat.), die Brust, auch das Herz, Gemüt. P. est, quod disertos facit, "das Herz ist's, welches beredt (eigentlich: die Redner) macht", Citat aus Quintilian, "De institutione oratoria", 10, 7.

Pectus carinātum (lat.), Hühnerbrust (s. d.).

Peculātus (lat.), s. Pekulat.

Peculiarĭtas (lat.), in der röm. Kirche der einem Religiosen als Verbrechen angerechnete, dem Gelübde der Armut zuwiderlaufende Besitz.

Peculĭum (lat.), s. Pekulium.

Pecunĭa (lat., von pecus, Vieh), ursprünglich das in Vieh bestehende Besitztum und Vermögen; dann Vermögen überhaupt, besonders Geld (s. d).

Pecus (lat.), Vieh.

Pedāl (neulat., abgekürzt Ped., seltener P.), in der Orgel die für das Spiel der Füße (Pedes) bestimmte Klaviatur, welche etwa um 1300 erfunden wurde (nach Fétis' wohlbegründeter Konjektur) von Ludwig v. Valbeke; sodann beim Klavier eine ähnliche Klaviatur für die Füße (s. Pedalflügel), vorzugsweise aber die beiden durch die Füße zu regierenden Züge, deren einer (das rechte P., Großpedal) die Dämpfer von den Saiten abhebt und nicht allein in Nachklingen der Saiten, sondern auch die Verstärkung der Töne durch Mitklingen verwandter Saiten bewirkt (vgl. Klang). Dieses rechte P. (Fortezug) ist es, dessen Gebrauch in der Notenschrift durch Ped. verlangt und durch * aufgehoben wird. Der richtige Gebrauch des Pedals ist eine schwere Kunst beim Klavierspiel, welche am leichtesten erlernt wird, wenn man das P. nicht als Mittel, den Ton zu verstärken, sondern ihn abzudämpfen, ansieht, d. h. für gewöhnlich mit gehobener Dämpfung spielt, wodurch der Klavierton erst seine ganze Fülle (auch im pianissimo) erhält, und nur das Ineinandersummen der Töne durch häufiges Abdämpfen verhütet, ohne P. aber nur spielt, wo ein kurzer Ton beabsichtigt ist. Vgl. H. Schmitt, Das P. des Klaviers (1876), und L. Köhler, Der Klavierpedalzug (1882). Das linke P. der Flügel (Pianozug) ist die Verschiebung, welche die Klaviatur ein wenig nach rechts rückt, wodurch der Anschlag nur einer Saite jedes