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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pelásger; Pelasgĭa; Pelasgiōtis; Pêle-mêle; Pelée; Pelekan; Pelerīne; Pelesch; Pelet; Pēleus; Pelewinseln

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Pelasger - Pelewinseln.

algerische Geraniumöl. Letztere Pflanze ist eine Abart von P. Radula Ait., mit handförmig geteilten, wohlriechenden Blättern, aus welchen das südfranzösische Geraniumöl gewonnen wird. Als Zierpflanzen kommen ferner in Betracht: P. zonale Ait. (brennende Liebe), mit etwas dickem, fleischigem Stengel, herzförmig kreisrunden, undeutlich gelappten, aber mit einem dunkelbraunen Band gezeichneten Blättern und langstieligen, vielblumigen Dolden mit meist scharlach- und blutroten Blüten; P. tricolor Curt., zottenhaarig, mit lanzettförmigen, eingeschnitten gezahnten, langgestielten, graugrünen Blättern und zierlichen, rot, weiß und schwarz gefärbten Blüten; P. superbum Vent., mit großen, weißen Blumenblättern, deren zwei obere mit roten Saftmalen gezeichnet sind. In blumistischer Hinsicht unterscheidet man: 1) englische (großblumige) Pelargonien, mit sehr großen, regelmäßig geformten und gezeichneten Blüten, meist englischen und französischen Ursprungs, umfassen auch die Odier-Pelargonien, mit fünf gefleckten Blumenblättern; 2) Fancy- (Phantasie-) Pelargonien, von niedrigem Wuchs, mit zahlreichen zierlichen Blumen von unregelmäßiger Form, aber lebhafter Zeichnung, meist in Frankreich gezüchtet; 3) Scharlach- oder Skarletpelargonien, von P. zonale Ait. und P. inquinans Ait. abstammend, meist von robustem Wuchs und mit einfarbigen, nur mit einem Auge versehenen oder anders gerandeten, roten, rosenroten, lachsroten oder weißen Blüten, einfach, gefüllt und buntblätterig. Zu ihnen gehören die Nosegay-, Straußpelargonien, mit sehr großen Blütendolden.

Pelásger, die ältesten Einwohner Griechenlands (s. d., S. 683) indogerman. Stammes (keineswegs Semiten, wie Röth, Kiepert u. a. wollen). Der Name bezeichnet nicht ein besonderes Volk, sondern die Kulturperiode des griechischen Volkes in der ältesten Zeit vor der Einwanderung der Ionier und der äolischen und dorischen Wanderung. Die alten Griechen betrachteten sie als ein besonderes Volk, jedoch gleicher Abstammung mit ihnen, wie denn in Attika und andern Landschaften viele Geschlechter sich ihres pelasgischen Ursprungs rühmten. Sie waren seßhaft und trieben Ackerbau und Viehzucht; sie lichteten Wälder, ebneten Felsen, trockneten Sümpfe aus, legten in fruchtbaren Thalebenen Städte mit festen Burgen an, die meist den Namen Larissa führten, und erbauten die ältesten Bauwerke (kyklopische Mauern). Berühmte Sitze der P. waren: Dodona in Epirus, Thessalien, Orchomenos in Böotien, Mykenä in Argolis, Sikyon u. a. Sie verehrten als höchsten Gott Zeus, den Äther, den leuchtenden Himmel, ohne Bild und Tempel auf hoch ragenden Berggipfeln. Die Vielgötterei und der Anthropomorphismus der spätern Zeit waren ihnen fremd. Ihr Name wurde von dem der Hellenen verdrängt, in welchem sich die Stämme der Ionier, Achäer, Äolier und Dorier vereinigten, und sie verschmolzen mit diesen.

Pelasgĭa, ältester (mythischer oder poetischer) Name des Peloponnes, ebenso Arkadiens, Thessaliens und der Inseln Lesbos und Delos.

Pelasgiōtis, Landschaft, s. Thessalien.

Pelée, Felseneiland an der Küste des franz. Departements Manche, Cherbourg gegenüber; darauf das zur Befestigung des Hafens von Cherbourg gehörige Fort National und ein Leuchtturm.

Pelekan, s. Pelikan.

Pêle-mêle (franz., spr. pähl-mähl), bunt durch- oder untereinander, gemischt.

Pelerīne (franz., "Pilgerin"), Überwurfkragen für Damen, bisweilen mit einem Besatz von Schwanendaunen oder Pelz.

Pelesch, Kastell, unfern des Klosters Sinaia (s. d.) romantisch gelegenes Bergschloß des Königs Karl von Rumänien, nach dem am Fuß des Schloßbergs in die Prahowa mündenden Wildbach P. benannt, 1873-84 vom Wiener Baumeister Doderer erbaut.

Pelet (spr. pöläh), Jean Jacques Germain, Baron de, franz. General, geb. 15. Juli 1777 zu Toulouse, trat 1800 in das Geniekorps, nahm 1805 als Adjutant des Marschalls Masséna an der Schlacht bei Austerlitz und 1810 an dem unglücklichen Feldzug gegen Portugal teil. Im russischen Feldzug focht P. als Chef des Generalstabs einer Division der jungen Garde mit Auszeichnung bei Smolensk und Borodino; 1813 Brigadegeneral, zeichnete er sich besonders bei Dresden und 1815 bei Belle-Alliance aus. 1818 wurde er Maréchal de Camp im Generalstab. Nach der Julirevolution trat er in die Deputiertenkammer, wo er sich den Liberalen anschloß. Im September 1830 ward er zum Vorstand der École d'application des Generalstabs, zum Generalleutnant und Direktor des Kriegsdepots ernannt. Im Oktober 1837 erhielt er die Pairswürde; 1850 wurde er in die Nationalversammlung gewählt und nach den Dezemberereignissen von 1851 vom Prinz-Präsidenten zum Senator ernannt. Er starb 20. Dez. 1858. P. ist Verfasser mehrerer sehr geschätzter militärische Werke, unter andern der "Mémoires sur la guerre de 1809 en Allemagne" (Par. 1826, 4 Bde.; deutsch von Theobald, Stuttg. 1824-1825) und der "Mémoires militaires relatifs à la succession d'Espagne" (Par. 1836-62, 11 Bde.).

Pēleus, im griech. Mythus Sohn des Äakos, Königs von Ägina, und der Endeïs, Bruder des Telamon. Die beiden Brüder verschworen sich zum Morde des in den Waffenübungen sie übertreffenden Halbbruders Phokos, und Telamon oder P. warf ihn mit dem Diskos tot, weshalb sie von Äakos aus Ägina verbannt wurden. P. ging nach Phthia in Thessalien zum König Eurytion, ward durch ihn von der Blutschuld gereinigt und erhielt seine Tochter Antigone zur Frau nebst dem dritten Teil des Landes als Mitgift. Seinen Schwiegervater, mit dem er auf die kalydonische Jagd ging, tötete er hier aus Versehen und floh daher aus Phthia nach Iolkos zu Akastos, der ihn von neuem entführte. Bei den Leichenspielen des Pelias wurde er von Atalante besiegt. In Iolkos verliebte sich Astydameia, die Gemahlin des Akastos, in ihn. Als er ihre Anträge zurückwies, verleumdete sie ihn bei seiner Gattin, als wolle er ihre Tochter Sterope heiraten, worauf Antigone sich erhängte, und beim Akastos, als habe er ihr nachgestellt, worauf derselbe, allerdings vergeblich, auf einer Jagd seinen Tod herbeizuführen suchte. Auf dem Pelion vermählte sich P. mit der Nereide Thetis. Bei dem Hochzeitsfest fanden sich die Götter ein und beschenkten P., Poseidon z. B. mit den unsterblichen Rossen Balios und Xanthos, Cheiron mit einer eschenen Lanze; auf derselben Hochzeit schleuderte Eris (s. d.) den bekannten goldenen Apfel unter die Gäste. Thetis gebar ihm den Achilleus, ging jedoch bald wieder zu ihren Schwestern, den Nereiden. Um an Akastos und Astydameia Rache zu nehmen, zog P. mit Iason und den Dioskuren gegen Iolkos, zerstörte es und tötete die Königin. Von einigen wird P. auch als Teilnehmer am Argonautenzug sowie am Kampf der Lapithen und Kentauren genannt.

Pelewinseln (spr. peljuh-), s. Palauinseln.