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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Penelope - Penn.

Thal Tempe (s. d.), den Thermäischen Meerbusen zu erreichen.

Penelope (Penelopeia), im griech. Mythus Tochter des Ikarios und der Periböa aus Sparta, Gemahlin des Odysseus (s. d.), dem sie den Telemachos gebar. Während ihres Gemahls 20jähriger Abwesenheit von einer Menge Freier umlagert, hielt sie dieselben zuletzt dadurch hin, daß sie vor ihrer Entscheidung noch ihres Schwiegervaters Laertes Leichengewand fertigen zu müssen erklärte und nun nachts auftrennte, was sie bei Tage gewoben hatte. An demselben Tag, an welchem sie sich endlich für einen der Freier entscheidet sollte, kehrte Odysseus zurück.

Penesten (griech., "arme Leute"), Name der hörigen Zinsbauern in Thessalien, deren Stellung der der Heloten (s. d.) in Sparta ähnlich war.

Penetrabel (lat.), durchdringlich; erforschbar; penetrant, ein-, durchdringend; Penetranz, das Ein-, Durchdringen; Scharfsinn.

Penetralia (lat.), das Innere eines Ortes oder Hauses, vorzugsweise das Innere eines Tempels; daher überhaupt Bezeichnung dessen, was nicht jedem zugänglich ist; in fürstlichen Begräbnissen der Ort zur Besetzung der Särge.

Penfret, die größte der Glenaninseln, an der Westküste von Frankreich, zum Departement Finistère gehörig, mit Leuchtfeuer.

Pengawar-Dschambi, s. Farnhaar.

Penia (griech., lat. Paupertas), Personifikation der Armut, galt für die Erfinderin der Künste und Gewerbe. Bei Aristophanes erscheint sie als Repräsentantin des dürftigen, aber kräftigen Mittelstandes.

Penibel (franz.), mühsam, peinlich; ängstlich; Penibilität, peinliche Sorgsamkeit.

Pénicaud (spr. -koh), franz. Malerfamilie, welche in Limoges ansässig war und Limusiner Emailmalereien ausführte, welche zu den ersten Leistungen der Schule gehören. Die hervorragendsten Mitglieder der Familie sind:

1) Léonard (Nardon), geboren vor 1470, gestorben nach 1539;

2) Jean der ältere, zu Anfang des 16. Jahrh. thätig;

3) Jean der jüngere, von 1531 bis 1542 thätig;

4) Jean der dritte, das größte Talent der Schule, welcher meist nur Grisaillen malte. Die Arbeiten der P. bestehen in kleinen Altären und Altartafeln, Medaillons, Schalen, Kannen u. dgl. Besonders reich an Malereien der P. sind das Louvre in Paris und das Museum zu Braunschweig. Vgl. Emailmalerei.

Péniche (franz., spr. -ihsch), s. v. w. Pinaß (s. d.).

Peniche (spr. -ihsche), befestigte Hafenstadt in der portug. Provinz Estremadura; Distrikt Leiria, am Atlantischen Ozean, auf dem östlichen Rande der vom Kap Carvoeiro (Punta di P.) gebildeten Halbinsel, mit Fischerei und (1878) 2969 Einw. Nordwestlich von P. liegen die Berlengainseln, eine Gruppe kleiner, der Schiffahrt sehr gefährlicher Felseneilande, mit einem Leuchthaus und einem Fort.

Penicillaria, s. Pennisetum.

Penicillium Lk. (Pinselschimmel), Pilzgattung aus der Familie der Tuberaceen, von welcher früher nur die konidientragende Form bekannt war, bis Brefeld 1872 durch Kultur derselben die trüffelähnlichen, aber sehr kleinen Fruchtkörper mit Sporenschläuchen erzog. P. glaucum Lk. ist in seiner Konidienform der gemeinste, überall verbreitete Schimmelpilz, der auf Brot, eingemachten Früchten und allen möglichen andern Substanzen in blaugrünen Krusten und Anflügen auftritt. Sein verästeltes, gegliedertes Mycelium trägt aufrechte, oben pinselförmig verzweigte Fruchthyphen, deren Endglieder kettenförmige Reihen runder, nur 0,0025 mm großer Konidien abschnüren. Unter geeigneten Kulturbedingungen bilden sich an den Mycelien gelb gefärbte Sklerotien von der Größe eines Sandkorns aus, die einige Monate hindurch in ausgetrocknetem Zustand verharren können, ohne die Fähigkeit der Weiterentwickelung zu verlieren. Werden die Sklerotien auf einer feuchten Unterlage weiter kultiviert, so entstehen im Innern derselben aus schon vorhandenen Anlagen die Sporenschläuche, die acht den Sporen von Eurotium ähnliche Sporen enthalten. Da später die Haut der Schläuche ausgelöst wird, so liegen die zahlreichen Sporen zuletzt frei in der Höhlung der Sklerotien. Durch Aussaat der Schlauchsporen werden wieder Mycelien von P. mit pinselartigen Konidienträgern erhalten.

Penig, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Rochlitz, Hauptstadt der gräflich Schönburgschen Lehnsherrschaft gleiches Namens, an der Zwickauer Mulde, Knotenpunkt der Linien Rochlitz-P. und Glauchau-Wurzen der Sächsischen Staatsbahn, 215 m u. M., hat eine schöne gotische Kirche, 2 gräfliche Schlösser mit großem Park, ein Amtsgericht, eine große Kamm- und Streichgarnspinnerei, Kattundruckerei, Strumpfwirkerei, Töpferei, Papierfabrikation, eine Eisengießerei mit Maschinenfabrik, 2 Emailfabriken, eine große Dampfziegelei, Steinbrüche, lebhaften Handel und (1885) 6048 meist evang. Einwohner. - Die alte Feste P. wurde von den Sorben erbaut und, nachdem sie im 10. Jahrh. zerstört worden war, später unter dem Namen Zinnberg wiederhergestellt. Im 13. Jahrh. waren die Burggrafen von Altenburg Besitzer von P., und nach dem Aussterben der männlichen Linie derselben mit Albert IV. 1329 kam P. an dessen Tochter, die Gemahlin des Burggrafen von Leisnig, worauf der Zinnberg bei P. die Residenz der Burggrafen von Leisnig ward. Nach deren Aussterben mit Hugo 1539 kam P. an den Herzog Georg den Bärtigen von Sachsen, dessen Neffe Moritz 1543 P. und Zschillen (Wechselburg) an den Grafen Ernst von Schönburg, Hugos Schwiegersohn, gegen Wehlen, Hohnstein und Lohmen vertauschte. P. erhielt 1455 Stadtrecht und wurde 1488, wo auch der Zinnberg von dem Schwäbischen Bund zerstört ward, mit Mauern umgeben. Das jetzige Schloß wurde später aufgeführt.

Peninsula (lat.), Halbinsel.

Peninsularkrieg, Halbinselkrieg, der Krieg Napoleons I. mit den Engländern und Spaniern auf der Pyrenäenhalbinsel 1808-13; s. Spanien (Gesch.).

Penis (lat.), das männliche Glied.

Peniscola (spr. penjis-), Stadt in der span. Provinz Castellon, am Mittelländischen Meer, auf einem Felsen, dessen 76 m hoher Gipfel ein starkes Kastell trägt, hat (1878) 2842 Einw.

Penkun, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Stettin, Kreis Randow, zwischen drei Seen, hat ein Amtsgericht und (1885) 1966 meist evang. Einwohner. Dabei das Gut P. mit Schloß.

Penmarch, ehemals bedeutende Seestadt mit ca. 10,000 Einw., jetzt ein herabgekommenes Dorf im franz. Departement Finistère, Arrondissement Quimper, am gleichnamigen Felsen, mit Leuchtfeuer.

Penn, William, Gründer von Pennsylvanien, geb. 14. Okt. 1644 zu London, Sohn des Admirals William P. (geb. 14. Okt. 1621, zu London, gest. 16. Sept. 1670), zeigte schon früh einen Hang zum religiösen Separatismus und ward als Student zu Oxford durch den Prediger Loe für die Sekte der Quäker gewonnen. Von seinem Vater deshalb ver-^[folgende Seite]