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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pennīnische Alpen; Pennīnische Kette; Pennīnus; Pennisētum; Pennsylvanĭen

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Penninische Alpen - Pennsylvanien.

P. findet sich bei Zermatt und Binnenthal in der Schweiz, bei Ala in Piemont. Als eine Chromoxyd enthaltende (welches einen Teil der Thonerde ersetzt) Varietät des Pennins ist der Kämmererit zu betrachten, welcher rote, violblaue bis grünliche Kristalle bildet, gewöhnlich derb in körnig blätterigen bis dichten Aggregaten auf Klüften von Chromeisenerz bei Bissorsk, am See Itkul und bei Mijask, auch in Pennsylvanien vorkommt.

Pennīnische Alpen, s. Walliser Alpen.

Pennīnische Kette (Pennine range), Gebirge im N. Englands, erstreckt sich vom alten Römerwall (s. Piktenmauer), der es von den Cheviots trennt, in südlicher Richtung 225 km weit bis zum Weaver Hill (350 m) in Staffordshire und bildet die Wasserscheide zwischen der Nordsee und dem Irischen Meer. Große Strecken des Gebirges bestehen aus Torfboden und Heideland, aber die Thäler, deren Abhänge bewaldet sind, enthalten zahlreiche Wiesen und sind reich an malerischen Schönheiten. Im S. breiten sich auf beiden Seiten große Kohlenlager aus. Der höchste Berg ist Croß Fell (892 m). Die von O. nach W. die Kette überschreitenden Pässe sind 140-200 m hoch.

Pennīnus, kelt. Gottheit, die man auf den höchsten Alpen verehrte. Auf dem P. mons, dem jetzigen Großen St. Bernhard, wurde eine Bildsäule des P. mit Inschrift gefunden: ein nackter Jüngling mit offenem Mund und erhobener Rechten.

Pennisētum Rich. (Borstfedergras oder Federborstengras), Gattung aus der Familie der Gramineen, einjährige und ausdauernde Gräser in wärmern Ländern, deren zweiblütige Ährchen, welche eine einfache, walzige Ähre, selten eine Rispe oder Rispenähre bilden, von mit federigen oder rauhen Borsten bekleideten Hüllblättern umgeben sind. P. typhoideum Del. (Penicillaria spicata Willd., Holcus spicatus L., Pinselgras, Negerhirse, Bajree, Duhn, Eneli), ein in Ostindien einheimisches einjähriges Gras mit eiförmig walziger, gedrungener Rispenähre, wird in zahlreichen Spielarten in Ostindien, den Vereinigten Staaten, Ägypten und den angrenzenden Ländern, auch in der Provinz La Mancha in Spanien als Getreide und Grünfutter gebaut, auch zur Bereitung eines Biers benutzt. Ebenso P. distichum Barth. (Cenchrus echinatus Hochst.), von dessen Samen viele Stämme von Bornu bis Timbuktu ausschließlich leben. Andre Arten, wie P. cenchroides Roch., aus Afrika und Ostindien, P. longistylum Hochst., aus Abessinien, sind schöne Zierpflanzen.

Pennsylvanĭen (abgekürzt Pa.), nordamerikan. Staat, nach Wohlstand und Volkszahl gegenwärtig der zweite Staat der Union, liegt zwischen 39° 43'-42° 15' nördl. Br. und 74° 12'-80° 36' westl. L. v. Gr. und grenzt im N. an den Eriesee und den Staat New York, im O. an New York und New Jersey, von welchem es der Delawarefluß trennt, im S. an Delaware, Maryland und Westvirginia, im W. an letzteres und Ohio. Der Staat bildet fast ein vollkommenes Parallelogramm, 500 km lang und 280 km breit. Der Oberflächenbeschaffenheit nach unterscheidet man drei deutlich abgegrenzte Regionen, nämlich die atlantische Abdachung im O., die Bergregion in der Mitte und die westliche Abdachung. Erstere steigt westlich vom Delawarefluß allmählich an und erstreckt sich 120-130 km weit bis zum Fuß der Blauen Berge. Die Mitte des Staats wird in einer Breite von 160 km in der Richtung von SW. nach NO. von verschiedenen Parallelketten der Alleghanies durchstrichen, von denen die bedeutendern durch besondere Namen unterschieden werden, wie Blue Ridge, Kittatinny, Broad oder Tuscarora Mountains, Sideling Hill, Bald Hill etc. Diese Berge bilden die Wasserscheide zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Becken des Ohio. Noch weiter westlich liegen die Laurel Ridge und Chestnut Ridge, 900 m hoch. Im allgemeinen ist dieses Bergland unfruchtbar, mit Ausnahme der muldenförmigen Thäler, welche die verschiedenen Höhenzüge trennen. Auch kommen noch große Strecken Urwaldes vor, aus denen Bären, Wölfe, Waschbären und andre wilde Tiere noch nicht verschwunden sind. Die dritte Region endlich dacht sich nach NW. und SW. zum Eriesee (175 m) und zum Ohio ab und besteht großenteils aus fruchtbarem Land, welches sich für den Anbau von Korn und Gras vorzüglich eignet. Fast der ganze Westen gehört zum appalachischen Steinkohlenfeld, welches durch devonische Gesteine vom Eriesee getrennt wird. Die laurentische Formation und die ältern geschichteten Steine sind reich an Erzgängen; Petroleum und Solquellen sind im W. erbohrt worden. P. grenzt zwar nicht unmittelbar an den Ozean, steht aber vermittelst dreier Flüsse mit dem Atlantischen Meer und dem Golf von Mexiko in Verbindung, während der Eriesee ihm den Zutritt zum Becken des St. Lorenz und zu den andern großen Seen eröffnet. Die drei Hauptflüsse sind: der Delaware, welcher die Ostgrenze bildet, bis Philadelphia von den größten Dampfern befahren wird und von W. den Lehigh und Schuylkill aufnimmt, durch welche die ergiebigsten Steinkohlenfelder erschossen werden; der breite, aber seichte Susquehanna, welcher in die Chesapeakebai mündet; der mächtige Ohio, welcher im W. des Staats durch die Vereinigung von Alleghany und Monongahela bei Pittsburg entsteht. Das Klima wechselt je nach der geographischen Lage, ist aber im allgemeinen mild, und im südöstlichen Teil des Staats frieren die Flüsse im Winter nur selten auf längere Zeit zu. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 8,62° R. in Philadelphia, 8,39° in Pittsburg; die Temperatur des Januars ist -0,34° in ersterer: -1,22° in letzterer Stadt, die des Juli 18,4° und 18,2°. Es fallen jährlich 132 cm Regen in Philadelphia, aber nur 101 cm in Pittsburg.

P. hat ein Areal von 117,102 qkm (2126,7 QM.) mit 1870: 3,522,020, 1880: 4,282,891 Bewohnern, unter denen 85,535 Farbige und 587,829 Ausländer sind. Die gebornen Deutschen zählen zwar nur 168,426 Köpfe; doch leben außer ihnen noch zahlreiche Deutsche im Staate, deren Voreltern schon mit den ersten Ansiedlern nach P. kamen, und die in einem großen Teil des Staats den Grundstock der ländlichen Bevölkerung bilden und ihre Sprache bewahrt haben. Sie sind allgemein geschätzt wegen ihres Fleißes und ihrer Ehrlichkeit und haben wohl nicht ganz unrecht, wenn sie von sich sagen, daß sie das Mark und die Kraft Pennsylvaniens seien. Die öffentlichen Schulen wurden 1885 von 982,158 Kindern besucht, und es gab 27 Colleges mit 408 Professoren und 4368 Studenten; doch können noch immer 6,7 Proz. der über 10 Jahre alten Weißen nicht schreiben. In der Landwirtschaft finden nur 21, dagegen in den Gewerben 36 Proz. der Bevölkerung Beschäftigung. Gebaut werden namentlich Mais, Hafer und Weizen, Kartoffeln, Tabak und Hopfen. Pfirsiche, Äpfel und andre Obstsorten werden massenhaft erzeugt. Viehzucht und Milchwirtschaft sind für einzelne Teile des Staats von hervorragender Bedeutung (Viehstand 1886: 534,000 Pferde, 23,000 Maultiere, 1,730,000 Rinder, 1,770,000 Schafe, 1,188,000 Schweine). Ungemein wichtig ist