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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Phlox L.; Phlyăke; Phlyktäne; Phöbe; Phöbos; Phoca; Phocaena; Phokäa; Phōkas; Phokĭon; Phokis

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Phlox - Phokis.

stoffe, wie Drachenblut, Gummigutt, Kino, Quercitrin, Morin, Maklurin etc., erhalten werden kann, in großen, farblosen Prismen kristallisiert, sich leicht in Wasser, Alkohol und Äther löst und sehr süß schmeckt, bildet ein äußerst empfindliches Reagens auf Holzsubstanz. Bringt man einen Tropfen einer ½prozentigen Lösung von P. auf einen Fichtenspan und benetzt die Stelle mit Salzsäure, so färbt sie sich alsbald schön und lebhaft rot mit einem Stich ins Violette. Diese Reaktion ist noch mit einer Lösung von 0,001 Proz. P. durchführbar und daher äußerst wertvoll für die Pflanzenanatomie, indem es z. B. mit ihrer Hilfe gelingt, in den zartesten Keimlingen eine Verholzung der Gefäße nachzuweisen. Auch in technischer Beziehung verdient die Reaktion Beachtung. Alle Holzschleifstoffpapiere werden durch P. intensiv rot; indes werden nicht nur Holz, sondern auch alle verholzten Gewebe gefärbt, während anderseits völlig gebleichter Holzstoff nicht nachgewiesen werden kann, da die Bleichmittel die färbende Substanz zerstören.

Phlox L. (Flammenblume), Gattung aus der Familie der Polemoniaceen, perennierende oder ein- oder zweijährige Kräuter mit ganzen und ganzrandigen, unten gegen-, oben wechselständigen Blättern, präsentiertellerförmigen Blüten und mehrsamigen Kapseln. 27 nordamerikanische und nordasiatische Arten, von denen mehrere wegen ihrer schönen, vorherrschend roten, meist in Doldentrauben oder Sträußen stehenden Blüten als Zierpflanzen kultiviert werden. P. Drummondii Hook., aus Texas, mit lilafarbigen, am Schlunde dunkel purpurrot gefleckten, auch hell und dunkel purpurroten oder rosenroten und weißen Blüten, ist einjährig und wird in zahlreichen Varietäten kultiviert; P. paniculata L. (Staudenphlox), 1 m hohe Staude aus Nordamerika, mit hell lilafarbenen Blüten in großen Doldentrauben, hat mit P. decussata L. zahlreiche Blendlinge in den verschiedensten Blütenfarben gegeben, die allgemein als perennierende Zierpflanzen benutzt werden.

Phlyăke (griech.), Posse, Lustspiel; Phlyakograph, Possenschreiber.

Phlyktäne (griech.) Pustel; phlyktänöse oder phlyktänuläre Augenentzündung, s. Augenentzündung und Augenpflege.

Phöbe (Phoibe), in der griech. Mythologie Tochter des Uranos und der Gäa, von Köos Mutter der Asteria und Leto, war nach der Themis und vor Apollon Vorsteherin des delphischen Orakels. Bei spätern Dichtern ist P. (die "Glänzende") auch ein Beiname der Artemis, als Mondgöttin.

Phöbos (griech., der "Leuchtende"), Beiname des Apollon (s. d.); übertragen s. v. w. Bombast, Schwulst.

Phoca, Seehund.

Phocaena, Braunfisch, s. Delphine.

Phokäa, athen. Kolonie in Ionien, auf der Halbinsel zwischen dem Elaitischen und Smyrnaischen Meerbusen, hatte einen vortrefflichen Hafen, vor welchem eine kleine, mit Tempeln und Palästen besetzte Insel (Bakchion) lag. Ihre Einwohner unternahmen zuerst unter den Griechen weite Seereisen (bis nach Spanien). Als die Stadt von den Persern unter Harpagos belagert wurde, wanderten viele Phokäer nach Corsica aus, wo sie Alalia (Aleria) gründeten. Später ergriff P. für Antiochos III. von Syrien Partei und ward deshalb von den Römern erobert; trotzdem existierte die Stadt bis in die späte Kaiserzeit. Ihre Ruinen heißen noch jetzt Karadscha-Fokia. Unter Phokäas Pflanzstädten sind Massilia (Marseille) und Eläa zu nennen.

Phōkas, oström. Kaiser, war Centurio, als er im Oktober 602 n. Chr. von den gegen den Kaiser Maurikios aufrührerischen Soldaten zum Kaiser ausgerufen wurde; er ließ Maurikios mit seinen fünf Söhnen 603, dann auch dessen Gemahlin und Töchter hinrichten, wurde aber durch seine Gemeinheit und Grausamkeit dem Volk bald verhaßt und 610 von Heraklios, dem Sohn des Statthalters von Afrika, welcher mit den afrikanischen Truppen gegen ihn zog, gestürzt und unter entsetzlichen Martern getötet.

Phokĭon, athen. Feldherr, geboren um 402 v. Chr., war ein Schüler Platons und Freund des Xenokrates, nahm früh an den Feldzügen des Chabrias teil und befehligte in der Schlacht bei Naxos (376 v. Chr.) den siegreichen linken Flügel der athenischen Flotte. Von Chabrias hierauf beauftragt, von den Bundesgenossen die Geldbeiträge einzutreiben, erwarb er sich durch seine Mäßigung und feinen rechtlichen Sinn deren volles Vertrauen. 351 führte er die karischen Hilfstruppen für Artaxerxes gegen Cypern; 350 wurde er Eretria gegen Philipp von Makedonien zu Hilfe gesandt und erfocht über denselben bei Tamynä einen Sieg. 341 vertrieb er die kleinen Tyrannen in den Städten Euböas, die sich an Philipp verkauft hatten, und stellte den athenischen Einfluß auf der Insel wieder her. Hierauf nach Athen zurückgekehrt, lebte er hier in Zurückgezogenheit von dem Ertrag eines kleinen Grundstücks, das er selbst bebaute. 339 schützte er Byzantion gegen Philipp und leistete sodann den Megarern gegen die Thebaner Hilfe. Indes war er durchaus kein Gegner Makedoniens; vielmehr hielt er, von der Unfähigkeit des Volkes für die Freiheit überzeugt, die Herrschaft Philipps zur Herstellung von Zucht und Ordnung für das Beste und riet daher nach der Schlacht von Chäroneia 338 zur Unterwerfung. Ebenso stimmte er 335 ungeachtet des Unwillens der Versammlung für die von Alexander verlangte Vertreibung der Volksredner. Auch nach Alexanders Tod widerriet er den Abfall von Makedonien, führte aber sodann doch ein Heer gegen den makedonischen Feldherrn Mikion, als dieser infolge eines Seesiegs über die Athener 323 bei Rhamnus in Attika landete, und schlug die Feinde zurück. Nach der Schlacht bei Krannon (322) ward er als Friedensvermittler an Antipatros gesandt, vermochte aber keine milden Bedingungen auszuwirken. Nach der neuen aristokratischen Einrichtung des Staats traten P. und Demades an die Spitze der Geschäfte. Weil er 319 die Verbindung mit Polysperchon, der die Wiederherstellung der alten demokratischen Verfassung verheißen hatte, widerriet, ward er, als Polysperchons Sohn Alexander mit einem Heer in Attika gelandet war, der Verräterei angeklagt und mußte 317, 80 Jahre alt, den Giftbecher trinken. Bald bereute man in Athen seine Verurteilung und errichtete ihm eine eherne Bildsäule. P. war ein ehrenwerter, tüchtiger Charakter, hochgebildet, begabt und pflichtgetreu, aber nüchtern, ohne alle Wärme und Begeisterung, ohne ein Ziel, für das er kämpfte, ohne Freude an seinen Erfolgen, die er für unnütz, ja schädlich hielt. Sein Leben beschrieben Nepos und Plutarch. Vgl. Bernays, P. und seine neuern Beurteiler (Berl. 1881).

Phokis, Landschaft im alten Griechenland, rauh, gebirgig und wenig ergiebig (einzige Ebene diejenige am obern Kephisos), aber durch den Besitz des delphischen Orakels von großer Bedeutung, ward von dem Gebiet der epiknemidischen und opuntischen Lokrer, von Böotien, dem Korinthischen Meerbusen, dem Gebiet der ozolischen Lokrer und Doris begrenzt und umfaßte etwa 2260 qkm (41 QM.). Das Haupt-^[folgende Seite]