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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Plymouthbrüder; Plymouthsund; Pneuma; Pneumátik; Pneumatiker; Pneumatisch; Pneumatische Briefbeförderung

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Plymouthbrüder - Pneumatische Briefbeförderung.

Catwater, den für die Kauffahrteischiffe. P., der zweite Kriegshafen des britischen Reichs, besteht aus drei früher voneinander getrennten, jetzt aber durch Anbau miteinander vereinigten Städten, nämlich aus dem eigentlichen P., Devonport und Stonehouse. P. ist die älteste der drei Städte und hat daher zum Teil enge und steile Straßen. Unter den gottesdienstlichen Gebäuden ist die St. Andreaskirche (mit Turm vom J. 1490) die älteste. Ferner sind zu bemerken ein 1872-1874 im gotischen Stil errichtetes Rathaus mit Gerichtshöfen, 2 Lateinschulen, ein Seminar der Dissidenten (Western College), ein Athenäum (mit Museum und Bibliothek), eine städtische Bibliothek, ein großes Theater, Krankenhaus, Handwerkerinstitut und zahlreiche Wohlthätigkeitsanstalten. Den Sund beherrscht die Hoe genannte Höhe, wo die 1670 erbaute Citadelle und ein reizender Garten mit Denkmal Drakes; im Vordergrund liegen die stark befestigte St. Nicholas-Insel und Mount Edgcumbe; in der Ferne erblickt man den Leuchtturm von Eddystone (s. d.). Devonport hat ein großartiges Seearsenal, welches ein Areal von 29 Hektar einnimmt und 4000 Menschen beschäftigt, große Kasernen auf Mount Wise, wo eine Statue Lord Seatons steht, ein Rathaus (dabei dorische Säule), eine kath. Kathedrale und ist der Sitz der Militärbehörden. Stonehouse, die neueste der drei Städte, liegt zwischen den beiden andern und enthält den großen, 5,7 Hektar einnehmenden Clarence Victualling Yard (mit Bäckerei, Brauerei etc.), über dessen Eingang eine Statue Wilhelms IV. steht, ferner ein großes Seehospital und Marinekasernen. P. ist eine der stärksten Festungen Englands. Den Eingang zum Hafen verteidigen gepanzerte Batterien, die Citadelle von P. und ein Fort auf Mount Wise in Devonport. Letztere Stadt ist von alten Wällen umgeben. Eine Reihe vorgeschobener Forts umgibt die drei Städte auf der Landseite. Diese Werke sind mit 900 Kanonen besetzt und bedürfen zu ihrer Verteidigung 15,000 Mann. P. ist vor allem wichtig als Kriegshafen, in welchem fortwährend ein Teil der englischen Flotte liegt. Dieser Hafen, in welchem über 100 Schiffe in einer Reihe nebeneinander ankern können, ist durch die Hügel, welche die Stadt umgeben, vollständig gegen Stürme und durch einen Wellenbrecher (breakwater) von 1554 m Länge gegen die vom Meer her andringenden Wogen geschützt. Dieses Werk wurde 1812-40 mit einem Kostenaufwand von 1½ Mill. Pfd. Sterl. erbaut, bei den Einfahrten befinden sich zwei Leuchttürme. Das Trinkwasser erhält P. durch eine von Sir Francis Drake angelegte Wasserleitung; auch hat die Stadt große Seebäder. Die Bevölkerung der eigentlichen Stadt P. beträgt (1881) 76,080, von Devonport mit Stonehouse 63,980 Einw., die Gesamtbevölkerung mithin 140,060 Seelen. Die industrielle Thätigkeit ist in P., abgesehen von den öffentlichen Anstalten, nur unbedeutend und beschränkt sich fast einzig auf den Schiffbau und die damit zusammenhängenden Gewerbe. P. unterhält einen sehr lebhaften Handel mit dem Kap, Westindien und dem Mittelmeer. Es besitzt (1887) 349 Seeschiffe von 30,115 Ton. und 187 Fischerboote, und 1886 liefen 3618 Schiffe von 774,172 T. ein. Die Einfuhr (vom Ausland) betrug 1887: 1,202,843 Pfd. Sterl., die Ausfuhr 185,775 Pfd. Sterl. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls. - P. hieß zur Sachsenzeit Tameorworth, später Sutton (Südstadt) und erhielt seinen jetzigen Namen 1438, als es zur Stadt erhoben wurde. Im 14. und 15. Jahrh. wurde es wiederholt von den Franzosen in Brand gesteckt, was 1512 zu einer Verstärkung seiner Befestigungen Anlaß gab. Im Bürgerkrieg stand P. auf seiten des Parlaments und wurde von den Royalisten vergebens belagert. Am 28. Aug. 1652 schlug de Ruyter vor P. die englische Flotte unter Askyn und sicherte dadurch den Holländern die freie Schiffahrt durch den Kanal. Devonport wurde 1824 zur Stadt erhoben (eine dorische Säule erinnert daran). Die jetzigen Festungswerke sind seit 1862 erbaut worden. Vgl. Jewitt, History of P. (Lond. 1873).

2) Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft im nordamerikan. Staat Massachusetts, an der Plymouthbai des Atlantischen Ozeans, 55 km südöstlich von Boston, hat (1885) 7239 Einw., welche Handel und Fischerei betreiben. Der Hafen ist ausgedehnt, aber seicht. P. ist die älteste englische Kolonie in Neuengland und wurde 1620 von den sogen. Pilgrim Fathers (aus Yorkshire vertriebenen und hier gelandeten Independenten) gegründet. Vgl. Goodwin, Pilgrim republic; historical review (1888).

^[Abb.: Situationsplan von Plymouth.]

Plymouthbrüder, s. Darbysten.

Plymouthsund, der schönste Hafen Englands, an der Südküste der Grafschaft Devon, am Eingang 4 km breit und ebenso weit in das Land eindringend; empfängt die Flüsse Plym und Tamer (s. d.), deren Ästuarien die Reeden von Catwater und Hamoaze bilden. Er ist von malerischen Hügeln eingefaßt; auf der offenen Südseite sichert ihn ein 1554 m langer Wellenbrecher gegen den Andrang der Wogen. Die Einfahrt verteidigen starke Befestigungen.

Pneuma (griech.), Hauch, Wind, Atem; auch Seele, Geist. P. hagion, der Heilige Geist.

Pneumátik (griech.), s. v. w. Aeromechanik.

Pneumatiker (griech., pneumatische Schule), alte, im 1. Jahrh. n. Chr. entstandene medizinische Schule (s. Medizin, S. 402). Vgl. Osterhausen, Historia sectae medicorum pneumaticorum (Altdorf 1792).

Pneumatisch (griech.), das Atmen betreffend, daher pneumatische Organe, die Respirationsorgane; auch auf Gase sich beziehend, z. B. Apparate, welche durch Verdünnung oder Verdichtung von Gasen in Bewegung gesetzt werden. Pneumatische Chemie, die von den Gasen handelnde Chemie.

Pneumatische Briefbeförderung, s. Rohrpost.