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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pomoerium; Pomona; Pomonaschwamm; Pomoranen; Pompa; Pompadour; Pompadourrot; Pompe funèbre; Pompeji

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Pomona - Pompeji.

Wie dieses Werk für ganz Deutschland bei Obstbestimmungen benutzt wird und segensreich auch für den praktischen Obstbau gewirkt hat, so gilt es auch für andre Länder als Norm, wenn auch Frankreich und England noch zum Teil an ihren altgewohnten Systemen festhalten. Über pomologische Institute s. Gartenbauschulen. Über die Systeme, welche man für die einzelnen Obstarten aufgestellt hat, s. Apfelbaum, Birnbaum etc. Wichtigste Litteratur: Duhamel, Traité des arbres fruitiers (Par. 1768; neue Ausg. 1850, 2 Bde.); Menger, Vollständige Anleitung zu einer systematischen P. (Leipz. 1780); die Werke von A. Diel (s. d.); Günderode und Borkhausen, Pflaumenabbildungen in 6 Heften (Darmst. 1804-1808); "Allgemeine deutsches Gartenmagazin" in Heften (Weim. 1804-27); v. Truchseß, Systematische Beschreibung und Klassifikation der Kirschen (Stuttg. 1819); Hinkert, Systematisch geordnetes Handbuch der P. (Münch. 1836, 3 Bde.); Dittrich, systematisches Handbuch der Obstkunde (2. Aufl., Jena 1839-41, 3 Bde.); Liegel, Systematische Anleitung zur Kenntnis der Pflaumen etc. (Pass. 1838 u. Linz 1841, 2 Hefte); Derselbe, Beschreibung neuer Obstsorten (Regensb. 1851-56, 3 Hefte); "Annales de P.", von A. Bivors (Brüss. 1847-51, 4 Bde.); Lucas und Oberdieck, Illustriertes Handbuch der Obstkunde (Stuttg. u. Ravensb. 1858-75, 8 Bde.; Ergänzungsband 1883); Lauche, Deutsche P. (Berl. 1882-83, 6 Bde.); Stoll, Österreichisch-Ungarische P. (Wien 1883-84, 4 Bde.); Hogg, Fruit manual (5. Aufl., Lond. 1884); Lucas; Einleitung in das Studium der P. (Stuttg. 1877); "Monatsschrift für P. und praktischen Obstbau", herausgegeben von Oberdieck und Lucas (das. 1855-64), fortgesetzt als "Illustrierte Monatshefte für Obst- u. Weinbau" (Ravensb. 1866-74) u. "Pomologische Monatshefte" (das. 1875 ff., jetzt Stuttg.).

Pomona, in der röm. Mythologie die Nymphe der Gärten und Fruchtbäume, ward von allen Feldgöttern geliebt; aber nur Vertumnus (s. d.), der sich ihr in den verschiedensten Gestalten, zuletzt in seiner wahren als schöner Jüngling näherte, erfreute sich ihrer Gegenliebe. Sie wurde namentlich auf dem Land verehrt, hatte aber auch in Rom einen besondern Priester. Dargestellt wurde sie vielleicht als schöne Jungfrau mit Früchten im Schoß und mit dem Gartenmesser in der Hand.

Pomona (Mainland), die größte der Orkneyinseln (s. Orkneys), mit 528 qkm (9,6 QM.) Areal und 17,165 Einw., hat zerrissene, buchtenreiche Küsten, zahlreiche kleine Berge (bis 286 m hoch), Seen und Sümpfe, aber treffliches Weideland. Hauptort ist Kirkwall (s. d.). Auf ihr zahlreiche Altertümer, darunter die Überreste eines Druidentempels (stehende Steine von Stennis genannt) und der Grabhügel von Meashow, in welchem 1861 Runen und Skulpturen entdeckt wurden.

Pomonaschwamm, s. Agaricus V.

Pomoranen, Sekte, s. Raskolniken.

Pomoerium (lat.), s. Pomerium.

Pompa, bei den alten Griechen und Römern feierlicher Auszug bei Götterfesten, öffentlichen Spielen, Triumphen, Bestattungen etc. Daher noch jetzt Pomp (franz. pompe), Prachtentfaltung, Gepränge.

Pompadour (franz., spr. pongpadur), früher übliche Bezeichnung für einen kleinen Strick- oder Arbeitsbeutel für Damen, nach der Marquise von P. benannt.

Pompadour (spr. pongpadur), Jeanne Antoinette Poisson, Marquise de, Mätresse des Königs Ludwig XV. von Frankreich, geb. 29. Dez. 1721 zu Paris als Tochter einer Madame Poisson und ihres Liebhabers, des Generalpachters Lenormand de Tournehem. Schön, talentvoll und in der Musik und Malerei gebildet, fand sie 9. März 1741 einen Gatten in des letztern Neffen, dem Unterfinanzpachter Lenormand d'Estioles, suchte aber, von Ehrgeiz getrieben, bald die Neigung des Königs zu gewinnen, die sie dann bereitwillig mit andern teilte, und durfte seit 1745 bei Hof erscheinen. Ihr Gemahl, dem sie bereits eine Tochter geboren hatte, ward von Paris entfernt und 1745 von ihr geschieden, später aber zum Generalpachter der Finanzen, sodann der Posten ernannt (gest. 1790). Zur Marquise von P. erhoben und 1756 zur Palastdame der Königin ernannt, benutzte die Mätresse anfangs ihren Einfluß hauptsächlich zum Protegieren von Gelehrten und Künstlern; erst später machte sie ihn auch in Regierungsangelegenheiten geltend. Sie vergab die einträglichsten Ämter an ihre oft sehr unfähigen Günstlinge. Ihren Bruder erhob sie zum Marquis von Marigny und zum Oberintendanten der öffentlichen Bauten. Den König bewog sie zu großen Geschenken an sie und hatte außer den Revenuen ihres ausgedehnten Grundbesitzer 1½ Mill. Livres jährliche Einkünfte, die sie aber wegen ihres verschwenderischen Lebens verbrauchte. Daß Frankreich 1756 gegen Friedrich d. Gr. Partei nahm, wird zumeist dem Einfluß der P. zugeschrieben, welche durch die österreichische Allianz dem Publikum imponieren und durch einen glücklichen Krieg den König an sich fesseln wollte. Indes schädigte sie durch Entfernung des Marschalls d'Estrées selbst am meisten das französische Waffenglück. Auch brachte sie es dahin, daß der Kardinal Bernis, welcher den König zum Abschluß des Friedens zu bewegen suchte, sein Ministeramt an Choiseul abgeben mußte. Die unheilvollen Resultate des gegen Preußen geführten Kriegs, welche man der P. schuld gab, und die maßlose Verschwendung, zu der Ludwig XV. durch sie verleitet wurde, zogen ihr den Haß des Volkes zu. Dem König trotz aller unermüdlichen Versuche, ihn zu beschäftigen und Nebenbuhlerinnen fern zu halten, längst gleichgültig geworden, starb sie 15. April 1764 zu Versailles. Die "Mémoires" (Lütt. 1766, 2 Bde.), welche ihren Namen tragen, sind ohne Wert. Wichtiger für die Geschichte der P. sind die "Mémoires de Madame Du Hausset, femme de chambre de Madame de P." (neue Ausg. 1846). Vgl. "Correspondance de Madame de P." (hrsg. von Malassis, Par. 1878); Capefigue, Madame de P. (das. 1858); Campardon, Madame de P. et la cour de Louis XV (das. 1867); Goncourt, Madame P. (neue Ausg., das. 1887).

Pompadourrot (Rose Dubarry), ein fleischfarbiges Rosenrot, welches 1757 in Sèvres zur Färbung des dort fabrizierten Frittenporzellans erfunden wurde.

Pompe funèbre (franz., spr. pongp fünähbr), Trauergepränge, Leichenfeierlichkeit.

Pompeji (ital. Pompei), alte, von den Oskern gegründete, später (um 425) von den Samnitern in Besitz genommene und durch griechischen Einfluß verschönerte Stadt in Kampanien, auf einer isolierten Anhöhe an dem einst schiffbaren und als Hafen dienenden Sarnus im Hintergrund einer Meeresbucht gelegen (s. Karte "Umgebung von Neapel"), mochte kurz vor ihrem Untergang (79 n. Chr.) etwa 30,000 Einw. zählen und war eine kommerziell rege Landstadt, welche die reichen Römer auch gern zur Villeggiatur benutzten. Seine Selbständigkeit verlor P. unter Sulla, es mußte einen Teil seines Gebiets für eine Militärkolonie hergeben und wurde selbst als Kolonie