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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Porphyr, schwarzer; Porphyrbreccie; Porphyrio; Porphyrĭo; Porphyrĭos

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Porphyr, schwarzer - Porphyrios.

res, an Silicium sehr reiches Gestein. Er enthält im Mittel 75 Proz. Kieselsäureanhydrid, 13,7 Thonerde, 11 Kali und Natron und 0,3 Proz. Kalk, entsprechend einer mineralischen Zusammensetzung aus 30 Proz. Quarz, 60 Orthoklas und 10 Proz. Oligoklas. Durch diese Zusammensetzung steht der Quarzporphyr in engem Bezug zu Granit unter den ältern, zu Quarztrachyt unter den jüngern Gesteinen. Mit dem Granit ist er mitunter (Bodegang im Harz) auch räumlich verknüpft, so daß in diesen Fällen Granit und Quarzporphyr nur zwei unter verschiedenen Verhältnissen gebildete Modifikationen desselben Magmas darstellen würden (vgl. Granit). Der Quarzporphyr trägt, ebenso wie die übrigen Porphyre und die Porphyrite, alle Merkmale der Erhärtung aus feurigem Fluß, also die eines Eruptivgesteins, an sich: Fluidalstruktur, gangförmige Lagerung und solche in Decken und Strömen. Auch die Verknüpfung der Quarzporphyre mit vulkanischem Zertrümmerungsmaterial (Porphyrtuffen, Porphyrbreccien, s. d.) spricht für diese Ansicht. Nach den Lagerungsverhältnissen fällt die Zeit der Eruption für die meisten Quarzporphyre in die Steinkohlenperiode u. in die des Rotliegenden (s. Dyasformation); jedoch sind auch ältere und jüngere Ausbrüche, bis zum Lias herab, bekannt. Die Verwitterung des Quarzporphyrs vollzieht sich gewöhnlich nur langsam und pflegt mit einer Zertrümmerung des Materials zu Blöcken und Gruß zu beginnen; in den letzten Stadien bildet das Gestein eine gewöhnlich bräunliche Thonkrume, mit Quarzkörnern und oft noch erkennbaren, aber stark kaolinisierten Feldspaten gemengt, während Kalisalze (aus den nur Orthoklas enthaltenden Quarzporphyren) oder solche mit Natron- und Kalksalzen (bei vorhandenem Oligoklas) ausgelaugt werden. Reinen, als Porzellanerde verwendbaren Kaolin liefert der Quarzporphyr nur selten. Die Berg- und Felsformen des Quarzporphyrs sind häufig sehr grotesk; steil ansteigende, mit Schutt umkleidete Kegel oder schmale und scharfe Bergrücken sind die Regel. Von malerisch schönen Porphyrkuppen seien der Rheingrafenstein bei Kreuznach und der Giebichenstein bei Halle erwähnt. Man benutzt Quarzporphyr wegen seiner Härte als Beschotterungsmaterial und wegen seiner Politurfähigkeit, wie schon im Altertum, zu Kunstbauten, Säulen, großen Gefäßen. Übrigens wird er in letzterer Hinsicht von andern Porphyr- und Porphyritvarietäten noch übertroffen. Man findet ihn in ganz außerordentlicher Verbreitung, namentlich in Sachsen, Thüringen, dem Harz, Odenwald, Donnersberg und Schwarzwald. 2) Orthoklasporphyr werden Porphyrvarietäten genannt, bei denen der Quarz unter den größern Ausscheidungen nicht mehr vertreten ist, während die Grundmasse eine felsitische ist. Hierher gehört das Gestein aus dem Kirchspiel Elfdal in Norwegen, das man häufig verarbeitet sieht. 3) Felsitfels läßt sich am einfachsten als ein Quarzporphyr ohne alle Einschlüsse, also nur aus Grundmasse bestehend, definieren. Er ist mitunter räumlich mit Quarzporphyr verknüpft, indem er die Säume größerer Partien des letztern Gesteins bildet, tritt aber auch selbständig in Gangform auf. Er ist als eine unter besondern Verhältnissen entstandene Abkühlungsform des Quarzporphyrs aufzufassen. Vgl. Felsit. 4) Pechstein (Felsitpechstein, vgl. Trachytpechstein) ist glasartig erhärteter Quarzporphyr, steht also zu diesem in einem gleichen Verhältnis wie der Obsidian zum Trachyt (s. Pechstein). 5) Quarzfreier Orthoklasporphyr enthält Quarz weder in der rotbraunen oder braunen Grundmasse noch unter den sogen. Einsprenglingen. Die letztern sind vorwaltend Orthoklas, kleinere Kristalle von Oligoklas, mitunter Hornblende und Glimmer. Es zählen hierher die Rhombenporphyre aus dem südlichen Norwegen, nach den rhombisch erscheinenden Querschnitte der gewöhnlich stark zersetzten Orthoklaskristalle so benannt, Gesteine aus der Umgegend von Ilmenau in Thüringen und solche aus Tirol. Wegen der Abwesenheit freien Quarzes enthalten diese Gesteine nur 59-66 Proz. Kieselsäureanhydrid. Die Eruptionszeit der quarzfreien Orthoklasporphyre fällt in das Devon und die Periode der Steinkohlenformation. 6) Minette (Glimmerporphyr) zeigt Magnesiaglimmer und Orthoklas in feldspatiger Grundmasse eingebettet. Das gangartig in den Vogesen, dem Odenwald und Schwarzwald auftretende Gestein scheint seiner Eruptionszeit nach dem Rotliegenden anzugehören (vgl. Minette).

Porphyr, schwarzer, s. Melaphyr.

Porphyrbreccie (spr. -brettsche, Porphyrkonglomerat, Porphyrtuff, Felstuff, Thonstein), zementiertes klastisches Gestein (vgl. Gesteine), welches aus Porphyrtrümmern besteht, die durch eine thonige oder kieselige Masse, öfters noch durch Porphyrschutt oder felsitische Masse verbunden sind. Der Thonstein trägt alle Charaktere eines echten Tuffs, einer erhärteten vulkanischen Asche, an sich und stellt feinsten Porphyrschutt dar, in welchem nicht selten Quarzkörner, Feldspat, in Kristallen und Kristallfragmenten sowie Glimmerblättchen, aber auch Pflanzenversteinerungen (namentlich verkieselte Hölzer) eingebettet liegen. Chemisch stimmen die Tuffe, mit Ausnahme eines kleinen Wassergehalts, welcher in der beginnenden Verwitterung des stark zerkleinerten Materials seine natürliche Erklärung findet, vollkommen mit dem Quarzporphyr überein. Um das Bild vulkanischer Entstehung der Quarzporphyre und ihrer Tuffe zu vervollständigen, sei noch erwähnt, daß bei Halle Konglomerate beobachtet worden sind, deren Bruchstücke aus blasig-schlackigen Bomben eines Quarzporphyrs gebildet werden. Die Porphyrtrümmergesteine spielen namentlich im Rotliegenden der Dyasformation (s. d.) eine Rolle. Die Gegend von Baden-Baden, im Schwarzwald, der südliche Odenwald sowie Chemnitz, Rochlitz und Meißen in Sachsen sind die bekanntesten deutschen Fundorte.

Porphyrĭo, Purpurhuhn.

Porphyrio, lat. Grammatik, s. Pomponius 5).

Porphyrĭos (eigentlich Melek oder Malchos, "König"), neuplaton. Philosoph, geb. 233 n. Chr. zu Batanea in Syrien, hörte zu Athen bei Longinos Philosophie, wurde, seit 263, in Rom Schüler des Plotinos (s. d.), dessen litterarischen Nachlaß mit Biographie er herausgab, und lehrte nach dessen Tode daselbst Philosophie. Sein berühmteste Schüler war Iamblichos. Er starb 304 in Rom. Von seinen Schriften sind nur wenige erhalten. Von seiner Geschichte der Philosophie ist vielleicht seine "Vita Pythagorae" (hrsg. von Kießling, Leipz. 1816, 2 Bde.) ein Überrest. Von seinen 15 Büchern gegen die Christen, die auf Befehl Theodosius' II. 435 öffentlich verbrannt wurden, haben wir nur bei den Kirchenschriftstellern zerstreute Fragmente. Seine asketische Ethik lernt man aus seiner Schrift "De abstinentia ab esu animalium" kennen, worin er Enthaltsamkeit vom Genuß animalischer Nahrung aus Gründen der Religion empfiehlt (hrsg. von Rhoer, Utrecht 1767; mit dem "Leben des Pythagoras" etc. von Nauck, Leipz. 1860; deutsch von Baltzer, 2. Aufl., Rudolst. 1879). Von seiner eingehenden Beschäftigung mit Homer