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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Port Vendres; Port Victoria; Portugiesische Weine; Portugueza; Portulaca; Portulakaceen; Portunus; Portus; Portwein

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Portugiesische Weine - Portwein.

logisches Wörterbuch lieferte Fr. Solano Constancio (das. 1836), der auch eine gute Sprachlehre herausgab (das. 1831). Die beste Grammatik ist jedoch die von Barboza ("Grammatica philosophica da lingua portugueza", 2. Aufl., Lissab. 1830). Einen "Ensaio sobre alguns synonymos da lingua portugueza" (Lissab. 1824-28, 2 Bde.) lieferte de Santo-Luiz, Beiträge zu einer wissenschaftlich-historischen Grammatik Coelho in den Werken: "Lingua portugueza" (Coimbra 1868), "Questões da lingua portugueza" (Bd. 1, 1874), "A lingua portugueza" (Bd. 1, Porto 1881) u. a. Einen kurzen Abriß einer solchen enthält auch Diez' treffliche "Grammatik der romanischen Sprachen". Eine größere wissenschaftliche Grammatik verfaßte Reinhardstöttner (Straßb. 1878). Zur Einführung in das Altportugiesische dient Santa Rosa de Viterbos "Elucidario das palavras, que em Portugal antiguamente se usárão" (Lissab. 1798-1799; neue Ausg. von Innocencio de Silva, das. 1865). Die brauchbaren portugiesischen Sprachlehren für Deutsche sind die von Bösche (2. Aufl., Hamb. 1876), Schmitz (Leipz. 1884), Anstett (3. Aufl., Frankf. 1885), Sauer und Kordgien (Heidelb. 1887). Ein "Portugiesisch-deutsches Wörterbuch" gab Wagner (Leipz. 1811), Handwörterbücher Wollheim da Fonseca (3. Aufl., das. 1884, 2 Tle.), Bösche (3. Aufl., Hamb. 1884, 2 Bde.) und H. Michaelis (Leipz. 1887 ff., 2 Bde.), eine "Chrestomathie nebst Wörterbuch" Ahlwardt (das. 1808) heraus. Auch die "Pequena chrestomathia portugueza" von Massarellos (Hamb. 1809) ist nicht ohne Verdienst. Die eigentümlichsten Mundarten des Portugiesischen sind die von Beira und Minho. Eine besondere "Grammatik der brasilianischen Sprache" verfaßte Platzmann (Leipz. 1874).

Portugiesische Weine, zum Teil vorzügliche Weine, von welchen der Portwein (s. d.) Weltruf besitzt. Neben diesem und den sich ihm anschließenden Weinen (Consumo, Maduro) sind erwähnenswert der Lisbon aus der Provinz Estremadura von den Ufern des Tejo, ein weißer, geistiger Wein von angenehmem Feuer, etwas süß, der Carcavellos von Belem mit köstlichem Muskatgeschmack, der Bucellas, ein trefflicher Tafelwein, der Setubal von Estremadura, ein weißer Muskatwein, u. a. Unter den Rotweinen steht der Colares aus Beira dem Portwein am nächsten. Was man in Deutschland als portugiesischen Wein trinkt, ist meist Carcavellos oder Calcavella, ein Likörwein. Man bereitet in Portugal auch einen Wein ohne Gärung, den sehr hoch geschätzten Vinho Geropica oder Vinho anglica, indem man den Saft von sorgfältig ausgelesenen sehr süßen roten oder weißen Trauben beim Eintritt der Gärung sofort in ein Faß laufen läßt, welches zum vierten Teil mit ganz reinem Branntwein gefüllt ist. Die Gärung wird hierbei sofort unterbrochen, und nachdem der Wein sich geklärt hat, füllt man ihn auf Flaschen.

Portugueza (spr. -gheza), Sektion des Staats Zamora in der Bundesrepublik Venezuela, so genannt nach einem schiffbaren Nebenfluß des Apure, der sie durchschneidet, und 17,716 qkm (321,7 QM.) groß mit 85,000 Einw. Hauptstadt ist Guanare.

Portulaca L. (Portulak), Gattung aus der Familie der Portulakaceen, meist tropische, fleischige, kahle, verzweigte, niederliegende oder aufsteigende Kräuter mit abwechselnden oder fast gegenständigen, flachen oder stielrunden Blättern, einzeln oder in geknäuelten Trugdolden stehenden Blüten, welche sehr kurze Zeit blühen und sich dann wie eine Gallerte auflösen, und vielsamiger Kapsel, die sich mit einem Deckelchen (portula, Thür) öffnet. P. oleracea L. (gemeiner oder Kohlportulak), eine einjährige Pflanze mit niederliegenden, 8-20 cm langen Stengeln und Ästen, sitzenden, verkehrt ei- oder spatelförmigen, ganzrandigen, fleischigen Blättern und kleinen, gelben oder gelblichweißen Blüten, in Mittel- und Südeuropa, Asien, Afrika und Amerika, wird in Gärten in mehreren Varietäten häufig kultiviert. Wird dem Boden, in welchem die Pflanze wächst, ein Aecidium beigemischt, so richtet sich der Stengel empor und wächst aufwärts weiter. Die jungen, sehr saftigen Blätter werden als Zuthat zu Salat benutzt oder auch mit Essig eingemacht; ältere Blätter kocht man als Gemüse. Ehedem waren das Kraut und der Same offizinell. Mehrere Arten werden als Zierpflanzen kultiviert, besonders P. grandiflora Hook., einjährig, in Chile, mit dunkelgrünen, pfriemenförmigen Blättern und glänzend hellpurpur- oder karmesinroten, weißen oder gelben, auch gefüllten Blüten (Portulakröschen). - Meerportulak und Portulakmelde, s. Atriplex.

Portulakaceen (portulakartige Gewächse), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Zentrospermen, Kräuter, Halbsträucher und Sträucher mit oft fleischigen Blättern und vollständigen, regelmäßigen Blüten, welche meist 2 oder 3 Kelchblätter, 5 bisweilen verwachsene, häufiger freie, oft sehr hinfällige Kronenblätter, eine wechselnde Anzahl von freien, der Krone angewachsenen Staubblättern und ein meist oberständiges, dreizähliges, seltener vier- bis achtgliederiges, ungefächertes oder gefächerte Ovar mit einer Zentralplacenta besitzen. Die Frucht bildet meist eine mit Deckel oder Klappen aufspringende Kapselfrucht, die endospermhaltige Samen mit gekrümmtem Keimling enthält. Vgl. Fenzls Monographie in "Annalen des Wiener Museums", Bd. 1 und 2. Die ca. 125 Arten der P. kommen in der gemäßigten Zone Europas, Asiens und Amerikas spärlich, in größerer Anzahl in der subtropischen und tropischen Zone der südlichen Halbkugel, hauptsächlich am Kap, vor.

Portunus (nicht Portumnus), röm. Hafengott, entsprechend dem Palämon oder Melikertes der Griechen, ward dargestellt mit einem Schlüssel in der Hand und hatte am Tiberhafen einen Tempel, wo ihm zu Ehren alljährlich 17. Aug. die Portunalia gefeiert wurden.

Portus (lat.), Hafen.

Port Vendres (spr. por wangdr), befestigte Seestadt im franz. Departement Ostpyrenäen, Arrondissement Céret, am Mittelländischen Meer und an der Eisenbahn Narbonne-Barcelona, hat einen trefflichen, den größten Schiffen zugänglichen Hafen, der aus einem alten und einem neuen, dem Kriegshafen, besteht, beide von schönen Kais umgeben und durch einen Wellenbrecher sowie durch mehrere Forts und Batterien geschützt. 1 km östlich, auf dem Kap Béarn, erhebt sich ein Leuchtturm erster Klasse. Der Hafen ist wichtig als Zufluchtshafen an dieser Küste und als Punkt größter Annäherung für den Verkehr mit Algerien, mit dem er in regelmäßiger Dampferverbindung steht. 1885 liefen 594 Schiffe mit 268,058 Ton. ein. Die Hauptbeschäftigung der (1881) 3004 Einw. ist Weinbau, Weinhandel und Schiffbau. P. hat Seebäder und ist Sitz mehrerer auswärtigen Konsulate.

Port Victoria, 1) Hafenanlage in der engl. Grafschaft Kent, auf der Westseite der Medwaymündung, Sheerneß gegenüber, 1884 vollendet. - 2) Hauptort der Insel Mahé, s. Seschellen.

Portwein, der an den portugies. Ufern des Douro gebaute und über Porto (daher der Name) expor-^[folgende Seite]