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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Prädikabel - Pradt.

(St.-Louis in Versailles), ein Relief am Triumphbogen des Karussells, vier kolossale Gestalten der Fama in den Giebelbildern des Trimphbogens ^[richtig: Triumphbogens] de l'Etoile, die Statue der Fortune publique an der Börse, die Statue J. J. Rousseaus in Genf, die drei Grazien, Phryne, der Morgen, Flora, Prometheus und Pheidias (im Tuileriengarten), vier Apostel in der Madeleinekirche und die zwölf kolossalen Viktorien am Grabdenkmal Napoleons I. im Invalidenhotel. Er starb 14. Juni 1852 in Paris. Vgl. Etex, James P. (Par. 1859).

Prädikabel (lat.), aussagbar; rühmlich.

Prädikabilien (lat.), Eigenheiten, welche an einem Ding unterschieden und von ihm ausgesagt (prädiziert) werden können; daher s. v. w. Kategorien zweiter Gattung oder abgeleitet Kategorien (s. Postprädikamente).

Prädikánt (lat.), Prediger, besonders bei den Holländern und Mennoniten; Hilfsprediger.

Prädikantenorden, s. v. w. Dominikaner.

Prädikat (lat.), das, was von einem Subjekt (s. d.) ausgesagt wird; auch s. v. w. Titel, Amtstitel.

Prädiktion (lat.), Voraussagung.

Prädilektion (lat.), Vorliebe.

Pradilla (spr. pradillja), Francisco, span. Maler, geb. 1847 zu Villanueva de Gallego in der Provinz Saragossa, lernte bei zwei Theaterdekorationsmalern in Saragossa, kam 1863 nach Madrid, studierte die Werke der ältern Meister, ward Schüler von Serri und vollendete seine künstlerische Ausbildung zu Rom in der spanischen Akademie der schönen Künste. Sein erstes bedeutendes Gemälde war der Raub der Sabinerinnen, welchem 1878 Johanna die Wahnsinnige begleitet den Sarg ihres Gemahls Philipp des Schönen folgte, wofür er auf der Pariser Weltausstellung von 1878 eine Ehrenmedaille erhielt. Im Auftrag des Stadtrats von Saragossa führte er die Pendants: Don Alfonso, der Krieger, und Don Alfonso, der Gelehrte, aus; doch übertraf er diese Arbeiten durch eine figurenreiche Darstellung der Übergabe Granadas an Ferdinand und Isabella (1882), welche sich ebensosehr durch Feinheit der Charakteristik wie durch Lebendigkeit der Schilderung und Größe des Stils auszeichnet, und die ihm auf der Münchener Ausstellung 1883 eine erste Medaille einbrachte. Neben diesen großen Kompositionen hat P. auch kleine Genrebilder aus dem modernen Volksleben in der geistreichen, skizzenhaften Art Fortunys ausgeführt.

Prädisponieren (lat.), vorher anordnen, zu etwas im voraus geneigt oder empfänglich machen; Prädisposition, Empfänglichkeit, besonders für eine Krankheit.

Praedium (lat.), Grundbesitz, Landgut.

Prädizieren (lat.), von etwas aussagen, ihm eine Eigenschaft (Prädikat) beilegen, zuschreiben.

Prado (span., "Wiese, Anger"), eine Parkanlage in Madrid (s. d.), nach welcher das angrenzende königliche Museum genannt wird.

Prado, Mariano Ignacio, Präsident von Peru, geb. 1826 zu Huanuco im nördlichen Peru, nahm hervorragenden Anteil an den Erhebungen gegen die konservative Regierung des Generals Echenique (1854) und ward zum Obersten und Präfekten von Arequipa ernannt. 1865 stellte er sich an die Spitze des Aufstandes gegen den Präsidenten Pezet, den man der Feigheit im Streit mit Spanien beschuldigte, drang 5. Nov. mit 12,000 Mann in Lima ein und ward 26. Nov. 1865 zum Diktator ausgerufen. Er erneuerte den Krieg mit Spanien und errang den angeblich großen Erfolg vom 2. Mai 1866 gegen die spanische Flotte vor Callao. Hierauf ward er 1867 zum Präsidenten der Republik erwählt, aber schon Januar 1868 von dem im Süden zum Diktator ausgerufenen Balta geschlagen und flüchtete nach Chile. Nach Baltas Sturz ernannte ihn der Präsident Pardo zum peruanischen Gesandten in Chile. 1876 ward er von neuem auf vier Jahre zum Präsidenten erwählt und begann im April 1879 im Bund mit Bolivia den Krieg gegen Chile, in dem er selbst den Oberbefehl über die Landarmee im südlichen Peru übernahm, aber unthätig blieb und nur Geld zusammenraffte. Als daher die peruanisch-bolivianische Armee im November 1879 besiegt wurde, richtete sich die allgemeine Entrüstung des Volkes gegen P., der nach Lima zurückgekehrt war, so daß dieser mit seinem Raub sich nach Paris begab.

Prädominieren (lat.), vorherrschen, überwiegen.

Pradschâpati ("Herr der Geschöpfe"), in der Wedareligion der alten Inder der Weltschöpfer, wahrscheinlich ursprünglich Beiname des Sonnengottes Sawitri, der später auf Brahma übertragen ward.

Pradt (spr. pradd), Dominique Dufour de, franz. Publizist, geb. 23. April 1759 zu Allanches in der Auvergne, ward 1789 als Generalvikar des Erzbischofs von Rouen von der Geistlichkeit der Normandie in die Versammlung der États-Généraux gesandt und zeigte sich als Ultraroyalist. Nach Auflösung der Konstituierenden Versammlung begab er sich nach Hamburg, dann nach Münster, von wo er in zwei Flugschriften ("L'antidote au congrès de Rastadt", 1798, und "La Prusse et sa neutralité", 1800) die Revolution bekämpfte. 1800 nach Paris zurückgekehrt, wußte er, begünstigt durch seinen Verwandten Duroc, sich bei dem Ersten Konsul so einzuschmeicheln, daß er zum Almosenier und 1804 zum Bischof von Poitiers ernannt wurde. 1808 begleitete er den Kaiser nach Bayonne und trug wesentlich dazu bei, die spanischen Bourbonen durch falsche Vorspiegelungen zur Thronentsagung zu bewegen, so daß ihm Napoleon zum Lohn den Baronstitel und das Erzbistum Mecheln verlieh. 1811 unterhandelte er im Auftrag des Kaisers mit dem Papst zu Savona; 1812 ward er als Gesandter nach Warschau geschickt, erregte aber hier durch sein zweideutiges Benehmen die Unzufriedenheit der Polen und wurde von Napoleon in seine Diözese verwiesen. Seitdem war er der heftigste Feind des Kaisers. Als die Bourbonen wieder in Paris eingezogen waren, begab sich auch P. dahin und suchte in seinem "Récit historique sur la restauration de la royauté en France" (Par. 1814) nachzuweisen, daß er viel zur Restauration beigetragen habe. Die Gunst Talleyrands bewirkte, daß P. 7. April 1814 zum Kanzler der Ehrenlegion ernannt wurde. Nach der zweiten Restauration gab er sein Anrecht auf das Erzbistum Mecheln für eine Leibrente von 12,000 Frank auf. Als Mitglied der Kammer 1827-28 stand er auf der Seite der Opposition. Nach der Julirevolution zeigte er sich als Anhänger der Dynastie Orléans. Fast vergessen starb er 18. März 1837 auf dem Schloß Vedrine. Von seinen zahlreichen Schriften sind noch hervorzuheben: "Histoire de l'ambassade dans le grand-duché de Varsovie en 1812" (Par. 1815; deutsch, Wien 1816); "Du congrès de Vienne" (Par. 1815-1816, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1816, 2 Bde.); "Mémoires historiques sur la révolution d'Espagne" (Par. 1816; deutsch, Karlsr. 1816); "Des colonies et de la révolution actuelle de l'Amérique" (Par. 1877, 2 Bde.; deutsch, Hamb. 1818); "Les quatre concordats" (Par. 1819-20, 4 Bde.); "Le congrès