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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pregizerianer; Prehauser; Preien; Preis

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Pregizerianer - Preis.

hervor: "Matthias Flacius Illyricus" (Erlang. 1859 bis 1861, 2 Bde.); "Die Briefe Heinrich Susos" (Leipz. 1867); "Dantes Matelda" (Münch. 1873); "Das Evangelium aeternum und Joachim von Floris" (das. 1874); "Geschichte der deutschen Mystik im Mittelalter" (Leipz. 1874-82, 2 Bde.); "Beiträge zur Geschichte der Waldesier" (Münch. 1875); "Der Traktat des David von Augsburg über die Waldesier" (das. 1878); "Der kirchenpolitische Kampf unter Ludwig dem Bayern" (das. 1877, Nachtrag 1882); "Beiträge und Erörterungen zur Geschichte des Deutschen Reichs in den Jahren 1330-34" (Leipz. 1880); "Die Verträge Ludwigs des Bayern mit Friedrich dem Schönen" (Münch. 1883); "Die Politik des Papstes Johann XXII." (das. 1885).

Pregizerianer, württemberg. Sekte, ins Leben gerufen durch den Pfarrer Pregizer (gest. 1824) zu Haiterbach, welche, alles Gewicht auf Taufe und Rechtfertigung legend, der äußern Lebensführung im Gegensatz zum Bußernst des Michael Hahn (s. d. 2) den Charakter der Heiterkeit und Fröhlichkeit aufprägt. Vgl. Palmer, Die Gemeinschaften und Sekten Württembergs (Tübing. 1877).

Prehauser, Gottfried, s. Hanswurst.

Preien, ein Schiff in See ansprechen, durch Signale mit ihm verkehren.

Preis (lat. pretium) ist allgemein die Summe von Opfern, welche für Erlangung eines Gutes zu bringen sind, im Tauschverkehr insbesondere die Menge von Gütern und Leistungen, welche als Gegengabe gegen andre dienen. Beim Naturaltausch ist jede der ausgetauschten Waren, bez. Leistungen der P. der andern, in der Geldwirtschaft dagegen bildet die Summe des zu zahlenden Geldes den P. des erkauften Gutes. Da beim Tausch jede der beiden Parteien gewinnen, keine verlieren will, so wird es in jedem gegebenen Fall zwei Grenzen, eine oberste und eine unterste, geben, über welche der P. sich nicht hinaus bewegt. Die oberste wird bestimmt durch den Wert, welchen der Käufer dem einzutauschenden Gegenstand beilegt, die unterste durch denjenigen, welchen der Verkäufer dem letztern beimißt. Soll der erstere zu viel geben, so verzichtet er auf den Kauf, und der Verkäufer behält den Gegenstand, für welchen ihm zu wenig geboten wird. Diese beiden Grenzen sind persönlich und zeitlich wandelbar. Zwischen beiden würde der P. je nach der Gunst oder Ungunst der obwaltenden Verhältnisse zu liegen kommen. In der Gesellschaft regelt sich der P. durch die Konkurrenz, indem mehrere Käufer und Verkäufer einander gegenübertreten. Erstere werden ihren Bedarf da zu decken suchen, wo er am billigsten ist, letztere ihre Ware da anzubringen sich bestreben, wo sie am höchsten bezahlt wird. Infolgedessen wird auf jedem Markt zu gegebener Zeit für eine Ware sich nur ein P. bilden. Als unterste Grenze kommen für den Verkäufer dessen Produktionskosten in Betracht, da für ihn das Produkt nur Mittel des Erwerbs ist. Erst wenn der P. unter diese herabsinkt, wird für diese Grenze der Wert von Bedeutung, welchen der Besitzer dem zu verkaufenden Gut beilegt. Diese Erzeugungskosten sind nicht bei allen Produzenten immer gleich hoch. Deshalb wird bei vielen Gütern mit steigendem P. das Angebot zunehmen, indem mehr und mehr auch diejenigen Unternehmungen lohnen, welche mit höhern Kosten arbeiten. Bei sinkenden Preisen wird umgekehrt das Angebot sich mindern, indem alle diejenigen Güter vom Markt zurücktreten, bei denen keine volle Kostendeckung mehr zu erhoffen ist. Demnach wird bei jedem P. die Menge der angebornen Güter eine bestimmte Höhe behaupten. Das Gleiche gilt von der Nachfrage, welche mit zunehmendem Preise sich verringert, indem weniger zahlungsfähige Käufer ihren Bedarf einschränken oder ganz zurücktreten, während bei sinkendem P. die Nachfrage sich wieder erhöht. Somit wird bei niedrigem P. das Angebot kleiner, bei hohem dagegen größer als die Nachfrage sein. Im erstern Fall wird ein Sinken, im zweiten ein Steigen des Preises so lange statthaben, bis diejenige Höhe erreicht ist, bei welcher Angebot und Nachfrage einander vollständig gleich sind. Diese Thatsache hat zur Aufstellung der bekannten Preisformel Veranlassung gegeben: der P. eines Gutes wird jeweilig so hoch sein, daß die Kosten der letzten, zur Deckung der Nachfrage noch erforderlichen Gütermengen eben noch voll vergütet werden. Natürlich gilt dieser Satz auch für alle diejenigen Fälle, in welchen die Produktion bei einem gegebenen geringern Kostensatz sich praktisch beliebig, d. h. jeweilig so weit, ausdehnen läßt, daß auch einer steigenden Nachfrage innerhalb weiter Grenzen noch genügt werden kann. Der P. wird alsdann über die Produktionskosten hinaus sich überhaupt nicht erhöhen. Dieser gesellschaftlich maßgebende P., der Marktpreis, ist weder örtlich noch zeitlich feststehend, da sowohl Angebots- als Nachfragereihe mit allen denjenigen Faktoren, welche das gesamte wirtschaftliche Leben bedingen, veränderlich sind. Auch kann von ihm leicht derjenige abweichen, welcher in einem gegebenen Fall gezahlt wird, indem die Konkurrenz sich nicht als voll wirksam erweist oder die Kenntnis des Marktstandes eine ungenügende ist. Änderungen im P. des einen Gutes werden auch immer solche bei andern Gütern zur Folge haben, indem Zunahme oder Verminderung von Nachfrage und Angebot im einen Fall die gleiche oder auch die entgegengesetzt Änderung im andern veranlaßt. Man spricht insofern von zusammenhängenden (konnexen) Preisen.

Oft schon hat man sich bemüht, einen natürlichen P. der Güter zu bestimmen, und wollte unter demselben denjenigen verstehen, bei welchem gerade die Erzeugungskosten gedeckt werden. Ein solcher P. würde auch unter der Voraussetzung freier, voll wirksamer Konkurrenz und besonnener Wirtschaftlichkeit bei Käufer und Verkäufer schon deswegen nicht zu ermitteln sein, weil viele Güter aus einem und demselben Produktionsprozeß hervorgehen, die Verteilung der Kosten auf die einzelnen nicht ohne Willkür vorgenommen werden kann und diese Verteilung selbst wieder einen Einfluß auf die Preise andrer Güter ausüben würde. Dazu kommt, daß bei sehr vielen Gütern die Herstellung mit verschiedenem Aufwand erfolgt, der P. also nicht unter die Kosten teurerer Produkte sinken kann, wenn noch eine angemessene Deckung der Nachfrage erfolgen soll. Diese Thatsache, daß mit ungleichen Kosten produziert wird, ist volkswirtschaftlich vorteilhaft, indem jeweilig bei Mehrung oder Minderung des Angebots nur die teurern Produkte ausgestoßen werden oder neu auf dem Markt hinzutreten, ohne daß alle Unternehmungen in Frage gestellt und damit zu große wirtschaftliche Schwankungen hervorgerufen werden. Diejenigen Unternehmer, welche mit geringern Kosten arbeiten, erzielen jeweilig einen Gewinn, der insofern einen monopolistischen Charakter trägt, als er eine Wirkung des beschränkten Vorhandenseins der billigern Produktionsmittel ist. Ganz allgemein versteht man unter Monopolpreis einen solchen, bei welchem das Angebot der Nachfrage gegenüber relativ begrenzt ist und deswegen der P. über den Kosten steht. Derselbe kann sich im freien