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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Preiskurant - Preller.

Verkehr ebensogut bilden, wie auch absichtlich hervorgerufen werden (s. Monopol). Der Gegensatz zu ihm ist der Schleuder-, Spott- oder Notpreis, welcher den Herstellungsaufwand nicht erreicht und ebenfalls sowohl die Wirkung künstlicher Ursachen (Privilegium der Käufer, Zwang gegen den Verkäufer etc.) als auch natürlicher (Unhaltbarkeit der Waren, lange Produktionsdauer, Furcht, Panik etc.) sein kann. Not- und Monopolpreise werden durch technische Verbesserungen (Konservierungsmittel, Transportwesen), Entwickelung von Handel und Verkehr, Verbreitung wirtschaftlicher Kenntnisse mit steigender Kultur auf ein immer engeres Gebiet begrenzt. Ist der P. eines Gutes hoch im Vergleich mit demjenigen von Gütern gleicher Art, so nennt man das Gut teuer, im entgegengesetzten Fall ist es billig oder wohlfeil. Affektions- oder Liebhaberpreise nennt man die besonders hohen Preise, welche einzelne aus persönliche Gründen zahlen oder zu zahlen geneigt sind (vgl. Affektionswert). Die zeitliche Preisbewegung (Steigen oder Sinken mit Schwankungen) nimmt bei verschiedenen Gütern einen verschiedenen Verlauf (viele landwirtschaftliche Erzeugnisse und Immobilien gegenüber Artikeln der Industrie). Der Preissteigerung der einen Gattung steht gewöhnlich eine Preiserniedrigung der andern gegenüber. Die Preise aller Waren und Leistungen können gleichzeitig sich nur in gleicher Richtung ändern, wenn auf seiten des Geldes eine Änderung eintritt. Kommen in kurzer Frist, wie z. B. im 16. Jahrh., verhältnismäßig große Massen edlen Metalls in den Verkehr, so ist die Folge hiervon eine allgemeine Preiserhöhung mit starker Verschiebung der Preisverhältnisse untereinander. Ein solcher Zustand heißt Preisrevolution.

Unter P. versteht man auch eine für irgend eine Leistung (Preisaufgabe, Preisarbeit) ausgesetzt Belohnung, welche den Wetteifer anspornen soll. So setzen Regierungen Preise aus für neue Erfindungen, für Lieferung der besten oder meisten Erzeugnisse des Gewerb- oder Kunstfleißes, gelehrte Gesellschaften und Körperschaften für die besten Schriften (Preisschriften) über einen Gegenstand. Oft wird noch ein zweiter (geringerer) P. oder ein "Accessit" ausgesetzt. Preisrichter ist die Person, welche dazu berufen ist, bei Ausstellungen oder Preiskämpfen die verschiedenen Leistungen zu prüfen und den vorzüglichsten die ausgesetzten Preise zuzuerkennen.

Preiskurant (Preisliste, Preiszettel), amtliches, von vereinigten Maklern oder von Privaten für den Handel, insbesondere für den Kommissionshandel, aufgestelltes Verzeichnis von Waren oder Leistungen mit beigesetzten Preisen. Preislisten kommen insbesondere vor bei Vergebung von Arbeiten, z. B. beim Eisenbahnbau, in Akkord.

Preismaß, der Gegenstand, in dessen Raum- oder Gewichtseinheiten die Preise ausgedrückt werden. Allgemeines Preismaß ist das Geld (s. d.).

Preismünzen, Medaillen, die als Preise für ausgezeichnete Leistungen geprägt werden.

Preisrichter, s. Preis.

Preißelbeere, s. Vaccinium.

Preistaxen, obrigkeitliche Preisfestsetzungen, gewöhnlich als unüberschreitbarer Höchstbetrag. Vgl. Taxen.

Prekär (franz. précaire), was bittweise erlangt und widerruflich ist; daher s. v. w. unsicher, schwankend.

Prekareihandel (franz. commerce précaire), derjenige Handel zwischen zwei miteinander kriegführenden Nationen, welcher unter der Flagge einer dritten, neutralen Nation heimlich betrieben wird.

Prekarium (lat.), das Rechtsverhältnis, welches dadurch entsteht, daß jemand freiwillig einem andern (dem Prekaristen) den Besitz einer Sache oder die Ausübung irgend einer sonstigen Befugnis auf beliebigen Widerruf überträgt; daher precario, bittweise, auf Widerruf. Die neuere Gesetzgebung behandelt das P. vielfach nur als einen Fall des unentgeltlichen Leihvertrags.

Prel, Karl, Freiherr du, philosoph. Schriftsteller, geb. 3. April 1839 zu Landshut in Niederbayern, bezog 1858 die Universität München, trat aber im Jahr darauf in die bayrische Armee, die er 1872 als Hauptmann verließ. Seitdem lebte er, mit philosophischen und ästhetischen Studien beschäftigt, an verschiedenen Orten Süddeutschlands, gegenwärtig in München. 1868 wurde er von der Universität Tübingen auf Grund einer Abhandlung über den Traum ("Oneirokritikon. Der Traum vom Standpunkt des transcendentalen Idealismus") zum Doktor ernannt. Es erschienen von ihm: "Der gesunde Menschenverstand vor den Problemen der Wissenschaft" (Berl. 1872); "Der Kampf ums Dasein am Himmel" (das. 1874; 3. Aufl. u. d. T.: "Entwickelungsgeschichte des Weltalls", 1882); "Unter Tannen und Pinien" (Wanderbilder, das. 1875); "Psychologie der Lyrik" (Leipz. 1880); "Die Planetenbewohner und die Nebularhypothese" (das. 1880); "Die Philosophie der Mystik" (das. 1885); "Justinus Kerner und die Seherin von Prevorst" (in der spiritistischen Monatsschrift "Die Sphinx"; Sonderausg., das. 1886); "Die monistische Seelenlehre" (das. 1888); "Die Mystik der alten Griechen" (das. 1888) u. a.

Prelautsch (tschech. Přelouč, spr. prschelautsch), Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Pardubitz, an der Elbe und der Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahn (Wien-Prag, mit Zweiglinie nach Kalkpodol), Sitz eines Bezirksgerichts, mit Rübenzuckerfabrik, Bierbrauerei, Perlmutterknopfdrechslerei und (1880) 3437 Einw. 4 km westlich das Hofgestüt Kladrub (s. d.).

Preller, 1) Friedrich, Maler, geb. 25. April 1804 zu Eisenach, besuchte mehrere Jahre das Gymnasium zu Weimar, bildete sich sodann auf der von H. Meyer geleiteten Kunsthandwerksschule im Zeichnen fort, erhielt 1821 auf Fürsprache Goethes die Mittel, in der Dresdener Galerie zu kopieren, und besuchte seit 1824 als Pensionär des Großherzogs Karl August die Kunstakademie in Antwerpen. 1825 ging P. auf die Akademie nach Mailand und 1828 nach Rom, wo er sich besonders an J. A. Koch anschloß und sich unter dessen Einfluß zu einem Anhänger der heroisch-historischen Landschaft ausbildete, welche er im Lauf seiner Thätigkeit zu erhabener Größe des Stils entwickelte. 1831 nach Weimar zurückgekehrt, malte er für die Großherzogin Maria Paulowna sechs große Bilder, thüringische Landschaften mit historischer Staffage in Öl, und schmückte das Wieland-Zimmer im Residenzschloß mit Landschafts- und Figurenbildern aus dem Oberon in tempera sowie 1834-36 einen Saal im Härtelschen Haus zu Leipzig mit sieben Kompositionen aus der Odyssee. Dem Zug seiner vorwiegend auf das Erhabene und Großartige gerichteten Individualität folgend, unternahm er seitdem fast alljährlich Reisen nach verschiedenen Gebirgs- und Küstengegenden Deutschlands, der Niederlande und Norwegens (1840) und sammelte Vorwürfe zu einer Reihe von Bildern, welche meist nordische Küstenpartien oder Marinen darstellen. 1854-56 bearbeitete er den früher gemalten Cyklus von Odyssee-Landschaften von neuem und erweiterte ihn auf 16 Kompositionen, die