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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pteroclidae - Ptolemäos.

wächst in den Wäldern der Malabarküste, in Hinterindien, auf Ceylon und auf der mittlern Ostküste Vorderindiens, liefert gutes Nutzholz und einen roten Saft, der nach dem Eintrocknen das Kino (s. d.) bildet. P. erinaceus Lam., s. Drepanocarpus.

Pteroclĭdae (Flughühner), Familie aus der Ordnung der Scharrvögel (s. d.).

Pterodactylus, s. Pterosaurier.

Pteromalus, s. Chalcidier.

Pteromys, Flughörnchen, s. Eichhörnchen.

Ptēron (Pteroma, "Flügel"), in der griech. Baukunst der durch das Gebälk auf allen Seiten überdeckte flügelartige Vorsprung eines Gebäudes, insbesondere eines griechischen Peristylos (s. d.).

Pterŏphyllum Brong., vorweltliche Pflanzengattung aus der Familie der Cykadeen (s. d.).

Pteropoden, s. Schnecken.

Pterosaurĭer (Pterosaurii oder Flugeidechsen), Ordnung abgestorbener Reptilien aus der Juraformation, zum Teil sehr ansehnliche Tiere mit großen, schnabelartigen Kiefern voll kegelförmiger Zähne, langem, aber nur aus 7-8 Wirbeln bestehendem Hals und häufig sehr langem Schwanz. Die sehr starken Vorderbeine zeichneten sich durch ein dem der Vögel ähnliches Schulterblatt aus; die innern vier Finger trugen Krallen, der Daumen war sehr stark, länger als der Rumpf des Tiers und endete spitz. Wahrscheinlich war zwischen diesen zwei- bis viergliederigen Knochenstäben an den Seiten des Leibes, vielleicht auch der hintern Extremität, eine Flughaut ausgespannt, so daß die P. nach Art der Fledermäuse flattern konnten. Genau bekannt ist besonders die Vogeleidechse (Pterodactylus) aus dem obern Jura und auch noch aus der Kreide; bei ihr waren die Kiefer bis an die Spitze mit Zähnen besetzt, der Schwanz kurz (s. Tafel "Juraformation II"); einige Arten mögen eine bedeutende Größe erreicht haben (Spannung der Flughäute bis zu 8 m), doch waren sie im allgemeinen klein. Bei Ramphorhynchus ^[richtig: Rhamphorhynchus], dessen Schwanzende mit einer senkrecht stehenden Rudermembran versehen war (s. Abbildung), standen die Zähne nur in der hintern Hälfte der Kiefer, und Pteranodon aus nordamerikanischen Kreideschichten war sogar zahnlos. Die P. lebten im mittlern Europa von der Zeit des untern Lias bis zur Kreideformation.

^[Abb.: Restaurationsversuch von Rhamphorhynchus phyllurus.]

Pterygĭum, s. Augenfell.

Pterylōse (griech.), die Anordnung der Federn in der Haut der Vögel (s. d.), ist meistens charakteristisch und für die Systematik verwertbar. Pterylographie, die Beschreibung der Befiederung. Vgl. Nitzsch, System der Pterylographie (Halle 1840).

Ptilonorhynchus, Atlasvogel, s. Kragenvogel.

Ptinus, s. Holzbohrer.

Ptisāne (griech., Tisane), Arzneitrank, durch Abkochen, Infundieren, Macerieren etc. meist aus blutreinigenden, schweiß- und harntreibenden Mitteln oder schleimigen, expektorierenden Stoffen, z. B. Sassaparille, Althäa, Malz, Hafergrütze, Graupen, Brotkrume, Hirschhorn, bereitet. Ptisanen waren seit den ältesten Zeiten gebräuchlich. Am meisten sind sie jetzt noch in Frankreich beliebt, wo sie durch Abkochung enthülster Gerste bereitet werden, der man des Wohlgeschmacks wegen kleine Rosinen zusetzt.

Ptolemäer, s. Ptolemäos.

Ptolemāis, 1) Stadt, s. Akka. -

2) Stadt in Kyrenaika, der Hafen von Barka, am Mittelländischen Meer (jetzt Tolmeta), war zur Zeit, als das Christentum am Nordrand Afrikas herrschte, eine der blühendsten Städte der Landschaft. Es sank erst, namentlich infolge von Mangel an Trinkwasser, mit dem Verfall des römischen Reichs, da die Gelder zur Unterhaltung der Wasserleitungen fehlten. Nach der Besitzergreifung durch die Mohammedaner hatte P. noch eine kurze Nachblüte; jetzt ist es völlig verödet und nur zur Zeit der Kornernte von nomadisierenden Arabern (Uled Agail) bewohnt. Von Ruinen sind ein Amphitheater, eine christliche Kirche aus dem 3. Jahrh., zahlreiche Säulen etc. bemerkenswert.

Ptolemäische Regel, s. v. w. Triquetrum (s. d.).

Ptolemäischer Lehrsatz, der Satz der Kreislehre, daß in einem Kreisviereck (vgl. Kreis) das Produkt der Diagonalen gleich der Summe der Produkte je zweier Gegenseiten ist, also in unsrer Figur AC.BD = AB.CD + BC.DA. Der Satz ist ein spezieller Fall des allgemeinern, von Bretschneider herrührenden: Ist s die Summe zweier Gegenwinkel eines beliebigen Vierecks ABCD, so ist AC².BD² = AB².CD² + BC².DA² - 2AB.BC.CD.DAcos s.

^[Abb.]

Ptolemäos, gemeinschaftlicher Name der makedonisch-griech. Beherrscher Ägyptens (Ptolemäer oder Lagiden), deren man im ganzen elf zählt. Der erste ist P. I., der Sohn des Lagos (Lagi), auch Soter ("Retter") genannt, welchen Beinamen ihm die Rhodier erteilten, denen er Hilfe gegen Demetrios Poliorketes leistete (305 v. Chr.), einer der Feldherren Alexanders d. Gr., der sich besonders auf den Feldzügen in Baktrien u. Indien auszeichnete u. nach dem Tod Alexanders Ägypten u. Libyen als Statthalterschaft erhielt. P. beseitigte den frühern Unterstatthalter Kleomenes, der sich durch Habsucht u. Erpressung den Haß des Volkes zugezogen, und benutzte den von diesem zusammengeraubten Schatz von 8000 Talenten zur Verschönerung und Befestigung der neuen Hauptstadt Alexandria; er legte den Grund zu dem weltberühmten Museum, das mit dem Königspalast in Verbindung stand und die Räume für die alexandrinische Bibliothek sowie die Wohnungen für die Gelehrten und Dichter enthielt. Auch unterwarf sich Kyrenaika seiner Herrschaft. Nach dem Tode des Antipatros (318) suchte er durch ein Bündnis