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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Puebla - Puerto Principe.

64,588) gelten für gebildet, freisinnig und gastfrei, doch sind die untern Klassen bigott. P., an der Eisenbahn gelegen, die Mexiko mit Veracruz verbindet, hat lebhaften Handel. Es hat außerdem auch eine hoch entwickelte Industrie; 1882 waren 20 Baumwollscherereien und -Webereien, 3 Papiermühlen, 5 Gießereien, eine Glashütte, Töpfereien und Porzellanfabriken, Brennereien, Gerbereien etc. vorhanden. Die Stadt ist Sitz eines deutschen Konsuls. - P. wurde von den Spaniern gegründet und 1531 zur Stadt erhoben, im Januar 1845 von Santa Anna vergebens bestürmt, vom 18. März 1863 an von den Franzosen unter Forey belagert und 17. Mai mit Sturm genommen.

Puébla, 1) La P., Stadt auf der span. Insel Mallorca, mit (1878) 4861 Einw. - 2) P. de Cazalla, Stadt in der span. Provinz Sevilla, mit (1878) 5161 Einw. In der Umgegend Silber-, Blei- und Eisenminen und Mineralquellen. - 3) P. de Don Fadrique, Stadt in der span. Provinz Granada, vom Herzog von Alba gegründet, mit Woll- und Leinenindustrie, Weinbau und (1878) 6765 Einw. - 4) P. de Guzman, Stadt in der span. Provinz Huelva (Andalusien), mit reichen Kupferminen und (1878) 3868 Einw. - 5) P. de Sanabria, Bezirkshauptort und Festung in der span. Provinz Zamora (Leon), am Tera, mit (1878) 1215 Einw.

Puéblo (Pueblo-Indianer), isoliertes, halbzivilisiertes Indianervolk in Nordamerika, die Eingebornen des nordöstlichen Neumexiko, besonders am obern Rio Grande del Norte und seinen Zuflüssen seßhaft, östlich von den Komantschen, südlich und westlich von den Navajo, Yabipai und Apatschen umgeben. Die P. bewohnen, 1883 noch 9240 Kopfe stark, einige 30 Dörfer mit großen, steinernen, festungsartig erbauten und mehrere Stockwerke hohen Häusern (casas grandes), die nur mittels Leitern zugänglich sind, zerfallen in acht Stämme (darunter die Moqui, Jemes, Querez, Sitsime etc.) und sprechen drei voneinander verschiedene Sprachen (Jemes, Querez und Zuni). Sie treiben Ackerbau und Viehzucht und haben (wenigstens äußerlich) das Christentum angenommen. S. Tafel "Amerikanische Völker", Fig. 16.

Puéblo, Stadt im nordamerikan. Staat Colorado, im fruchtbaren Thal des Arkansas, am Kreuzungspunkt zweier Eisenbahnen, mit (1880) 3217 Einw.

Puella (lat.), Mädchen.

Pueltschen, Indianervolk, s. Pehueltschen.

Puénte Jenil (spr. chhenil), Stadt in der span. Provinz Cordova, am Jenil und der Eisenbahn Cordova-Malaga, mit Leinen- und Wollweberei, Seidenzucht, Oliven- und Weinbau und (1878) 10,904 Einw.

Puénte la Reina, Stadt in der span. Provinz Navarra, hat einen Aquädukt, vortrefflichen Weinbau, besuchte Messen (im Juli und September) und (1878) 3306 Einw.

Puénte nacional, Stadt im Staat Santander der südamerikan. Republik Kolumbien, am Suarez, 1608 m ü. M., mit Eisengruben und (1870) 11,956 Einw.

Puër (lat.), Knabe; auch Sklave.

Pueril (lat.), kindisch; Puerilia, Kindereien.

Puerperium (lat.), das Kindbett; Puerperalfieber, Kindbettfieber.

Puérto (span.), Hafen; daher Name vieler Hafenorte in Spanien und dem ehemals spanischen Amerika; in den Pyrenäen s. v. w. Porta (Engpaß).

Puérto Angel, Hafenstadt im mexikan. Staat Oajaca, am Stillen Ozean.

Puértobello, Stadt in Panama, s. Portobelo.

Puérto Cabello (spr. -belljo, Porto Cavallo), Seestadt in der südamerikan. Republik Venezuela, Staat Carabobo, liegt auf einer niedrigen Halbinsel am Karibischen Meer, hat einen vorzüglichen, geräumigen Hafen, durch Inseln gegen alle Winde geschützt, tief genug, daß auch die größten Schiffe am Molo löschen, und so sicher, daß sie an einem "Haar" (cabello) vor Anker liegen können. Fort Libertador und einige Batterien decken die Einfahrt zum Hafen, ein Leuchtturm bezeichnet dieselbe. P. ist gut gebaut, hat schöne öffentliche Anlagen und (1883) 10,145 Einw. Eine Eisenbahn verbindet die Stadt mit Valencia. Im J. 1883 liefen 362 Schiffe ein (darunter 171 englische, 57 deutsche). Die Einfuhr wertete 1886: 17,078,920 Bolivares (davon für 1,469,463 aus Deutschland), die Ausfuhr auf 15,665,731 Bolivares (davon für 3,108,079 nach Deutschland). Letztere besteht namentlich aus Kaffee, ferner aus Kakao, Indigo, Fieberrinde, Baumwolle, Kupfererz, Zucker, Dividivi. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Puérto Cortez (früher Puerto Caballos), Hafen an der Nordküste des zentralamerikan. Staats Honduras, 1522 von Gil Gonzales Davila entdeckt, Ausgangspunkt der Eisenbahn zur Fonsecabai, die indes erst 96 km weit, bis San Pedro, vollendet ist.

Puérto de Cabras, Stadt, s. Fuerteventura.

Puérto de España, s. v. w. Port of Spain.

Puérto de Islay, Hafenort, s. Islay, S. 42.

Puérto de la Orotava, Hafenstadt an der Nordküste der kanarischen Insel Teneriffa (s. d.).

Puérto de Leon, Gebirgspaß in der span. Sierra de Guadarrama, auf der Grenze zwischen Alt- und Neukastilien, 1556 m ü. M., hat seinen Namen von einem Marmorlöwen auf seiner Höhe.

Puérto de Santa Maria, Bezirksstadt in der span. Provinz Cadiz, an der Mündung des Guadalete in die Bai von Cadiz und an der Eisenbahn Sevilla-Cadiz, regelmäßig gebaut, hat einen Hafen, 2 Kirchen, zahlreiche ehemalige Klöster, ein Theater, einen großen Stiergefechtszirkus, Ruinen eines großen maurischen Kastells, Leder-, Seiden-, Seifen-, Hut-, Likör- und Branntweinfabrikation, Bierbrauerei, Weinbau, bedeutenden Weinhandel (P. ist Hauptverschiffungsplatz des Jeresweins) und (1878) 22,125 Einw. Jährlich im Mai wird hier eine sehr besuchte Messe mit Stiergefechten abgehalten.

Puérto la Mar, Hafenort, s. Cobija.

Puérto Montt (früher Milipulli), Hauptstadt der Provinz Llanquihue in Chile, im Hintergrund der Bai von Reloncavi, 1853 gegründet, von Urwald umgeben, hat (1884) 4000 Einw., unter denen viele Deutsche, die hier ihre eigne protestantische Kirche und Schule haben. P. hat eine höhere Schule, ein Hospital, Gerberei, Brauerei, Brennerei. Die Ausfuhr (1884: 13,713 Pesos) besteht vorwiegend aus Bauholz und außerdem aus landwirtschaftlichen Produkten, Leder, Bier und Branntwein. In der Umgegend liegen mehrere deutsche Kolonien. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Puérto Plata, Stadt an der Nordküste der Insel Haïti (Dominikanische Republik), mit 3000 Einw., hat eine offene Reede und führte 1887 für 3,6 Mill. Mk. Tabak, Mahagoni etc. aus und für 3 Mill. Mk. Waren ein. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Puérto Principe, Binnenstadt der Insel Cuba, 1514 gegründet, hat einen königlichen Gerichtshof, 5 Kirchen, 2 Klöster, 2 höhere Schulen, Zigarrenfabrikation, lebhaften Handel und (1877) 46,641 Einw. Eine Eisenbahn verbindet P. mit dem Hafen San Fernando de Nuevitas.