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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Quichua - Quillaja.

gogischen Zeitschrift "Lycée" in Paris und wurde 1843 Konservator der Bibliothek Ste.-Geneviève daselbst; er starb 17. Nov. 1884. Er veröffentlichte: "Traité de versification latine" (1826, öfter aufgelegt); "Thesaurus poeticus linguae latinae" (1836, 7. Aufl. 1886); "Traité de versification française" (1838, 2. Aufl. 1850); "Nouvelle prosodie latine" (1839, 30. Aufl. 1887); "Dictionnaire latin-français" (1844 u. öfter); "Adolphe Nourrit" (1867, 3 Bde.); "Mélanges de philologie" (1879) und eine kritische Ausgabe des Nonius Marcellus (1871).

2) Jules Etienne Joseph, franz. Historiker, geb. 13. Okt. 1815 zu Paris, besuchte die École des chartes daselbst, wurde 1848 Professor an derselben und begründete die Société de l'École des chartes, in deren Zeitschrift ("Bibliothèque") er zahlreiche historische Arbeiten veröffentlichte. Er starb 9. April 1882 in Paris. Sein Hauptwerk ist: "Procès de condamnation et réhabilitation de Jeanne d'Arc" (Par. 1841-49, 5 Bde.); ferner: "Conclusion pour Alaise dans la question d'Alesia" (1858); "Histoire de Sainte-Barbe" (1860-64, 3 Bde.); "Formation des anciens noms de lieux" (1867); "Histoire du costume en France" (1874). Nach seinem Tod erschien: "Mélanges d'archéologie et d'histoire" mit Biographie von Lasteyrie (Par. 1885-86, 2 Bde.).

Quichua (Ketschua), südamerikan. Indianervolk (s. Tafel "Amerikanische Völker", Fig. 27), das ursprünglich in der Umgegend von Cuzco in Peru zu Hause war, sich aber mit der Herrschaft der Inka über seine ursprünglichen Grenzen hinaus verbreitete und zur Zeit der Eroberung jener Gegenden durch die Spanier der mächtigste Volksstamm war. Die Kultur dieses den Maya verwandten Indianerstammes stand zur Zeit der Entdeckung auf der nämlichen Höhe wie die der Azteken in Mexiko. Die Quichuasprache (Grammatik von Nodal, Lond. 1874), die Stammessprache der Inka, war in mehreren Mundarten verbreitet und wird gegenwärtig in Peru, mit Ausschluß des Hochplateaus, in der bolivianischen Provinz Cochabamba, einigen Teilen von Ecuador u. Argentinien gesprochen. Ein altperuanisches Drama in der Quichuasprache: "Ollanta", haben Markham ins Englische (1871), F. v. Tschudi (mit Kommentar, Wien 1875), Graf Wickenburg (das. 1876) und Ebrard (Stuttg. 1877) ins Deutsche übersetzt. Die nächsten Verwandten der Q. sind die Aymará (s. d.). Vgl. v. Tschudi, Die Kechuasprache (Wien 1853); Derselbe, Organismus der Khetsuasprache (Leipz. 1884).

Quick, s. v. w. Quecksilber; davon Quickarbeit, s. v. w. Amalgamation; Quickbrei, s. v. w. Amalgam; Quickwasser, eine Lösung von salpetersaurem Quecksilber, welche zum Vergolden benutzt wird; Quickgold und Quicksilber, s. v. w. Gold- und Silberamalgam; Quickmühle, s. v. w. Amalgamiermühle (s. Gold und Silber); Quicksalz, aus der Amalgamierlauge von der Silberamalgamation gewonnenes Glaubersalz.

Quidam (lat.), ein Gewisser, jemand, den man nicht nennen kann oder nicht nennen will.

Quiddität (lat.), in der scholastischen Philosophie ein Ausdruck, um den Inbegriff dessen zu bezeichnen, was ein Ding wesentlich (seinem Quid oder "Was" nach) ist.

Quid juris (lat.), was Rechtens ist.

Quid pro quo (lat., "etwas für etwas"), s. v. w. Versehen, Mißverstand; Verwechselung.

Quidquid agis, prudenter agas, et respice finem (lat.), "was du auch thust, das thu mit Bedacht und erwäge das Ende!"

Quidquid delirant reges, plectuntur Achivi (lat.), "wie immer die Könige (d. h. Agamemnon und Achilleus, die sich vor Troja entzweiten) rasen, die Achäer büßen es", Citat aus Horaz' "Epistolae", 2, 14; sprichwörtlich für: das wahnwitzige Beginnen der Fürsten müssen die Völker büßen.

Quiëszieren (lat.), ruhen; in Ruhestand (Quieszenz) versetzen; Quieszentengehalt, s. v. w. Pension.

Quiëtiner, s. v. w. Theatiner.

Quiëtismus (v. lat. quies, Ruhe), im allgemeinen Sinn That- und Teilnahmlosigkeit; aus der Einsicht in die Unveränderlichkeit des Naturverlaufs sich ergebende Gemütsruhe; im theologischen Sinn eine von dem spanischen Weltpriester Mich. Molinos (s. d.) ausgegangenene mystisch-religiöse Richtung, welche es im Gegensatz zu den rein äußern Andachtsübungen der Jesuiten und Dominikaner abgesehen hatte auf ein Versenken des Geistes in schweigendes Gebet, eine vollkommen passive Ruhe der Seele, in der sie sich ganz dem göttlichen Wirken in ihr überlasse, und Vernichtung alles eignen Geisteslebens, um liebevoll unterzugehen in Gott. Molinos Schrift ("Guida spirituale", 1675) wurde in mehrere Sprachen übersetzt und veranlaßte eine Menge Erbauungsschriften in gleichem Geist; selbst am Hof Ludwigs XIV. fand der Q. eine Pflegerin in der Frau v. Guyon (s. d.), welche darüber sogar kurze Zeit in Haft kam; aber Fénelon nahm sich ihrer an in seiner "Explication des maximes des Saints sur la vie intérieure" (1697); Bossuet jedoch erwirkte 1699 ein päpstliches Breve, in welchem 23 Sätze aus Fénelons Buch als irrig verdammt wurden. Nachdem Fénelon sich unterworfen hatte, schlief der Streit ein, und der Q. kam in Vergessenheit. Vgl. Heppe, Geschichte der quietistischen Mystik in der katholischen Kirche (Berl. 1875).

Quiëtisten (neulat.), die Anhänger des Quietismus (s. d.); auch s. v. w. Hesychasten.

Quietiv (lat.), Beruhigungs-, Besänftigungsmittel; Q. des Willens, in der Philosophie Schopenhauers die (pessimistische) Weltansicht von dem unvermeidlichen Elend des Daseins als Grund der Verneinung des Willens zu leben.

Quiévrain (spr. kwi-ewräng), Flecken in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Mons, Grenzstation der Brüssel-Valenciennes-Pariser Eisenbahn, hat Rübenzucker- und Zichorienfabrikation, Baumwollweberei, Steinkohlengruben, eine höhere Knabenschule und (1887) 3176 Einw. Hier 29. April 1792 siegreiches Gefecht der Österreicher gegen die Franzosen.

Quiévy (spr. ki-ewi), Flecken im franz. Departement Nord, Arrondissement Cambrai, mit Leinen- und Baumwollenindustrie und (1881) 3176 Einw.

Quijo (spr. kicho), Indianerstamm in Südamerika (Ecuador), ein Zweig der Quitu, am obern Napo. Sie sind dem Namen nach Christen, bauen auch etwas Yukka, Tabak und Zuckerrohr, führen aber im allgemeinen ein umherschweifendes Leben, jagen Affen, Warzenschweine und Vögel, wobei sie sich langer Blasrohre bedienen, und treiben Fischfang.

Quilca (spr. ki-), Hafenort im Departement Arequipa der südamerikan. Republik Peru, 12° 29' südl. Br., mit sicherm Hafen, der aber seiner ungesunden Lage halber nur wenig benutzt wird.

Quilichao (spr. kilatschao, Santander de Q.), Stadt im Staat Cáuca der südamerikan. Republik Kolumbien, 1073 m ü. M., mit höherer Schule und (1870) 4429 Einw. Q. wurde 1543 gegründet.

Quillaja Mol. (Seifenspiere), Gattung aus der Familie der Rosaceen, große, immergrüne Bäume mit zerstreut stehenden, ungeteilten, dicklederigen Blät-^[folgende Seite]