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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rahmengebühren - Raimund.

Maschinenbau ist R. s. v. w. Gestell; in der Schuhmacherei am Rand genähte Sohlen. Rahmenarbeit, Herstellung feiner Wollwaren (Phantasieartikel) durch Nähen im R.

Rahmengebühren, s. Gebühren.

Rahmmesser, s. Milch, S. 610.

Rahn, Rudolf, Kunsthistoriker, geb. 24. April 1841 zu Zürich, studierte auf den Universitäten Zürich, Bonn und Berlin, promovierte 1866 in Zürich mit einer Dissertation: "Über den Ursprung und die Entwickelung des christlichen Zentral- und Kuppelbaues" (Leipz. 1866), und begab sich sodann nach Italien, wo er sich hauptsächlich mit dem Studium der altchristlichen Kunstdenkmäler befaßte. Ein Ergebnis dieser Forschungen war die Skizze "Ravenna" (Leipz. 1869). Im J. 1869 habilitierte er sich als Privatdozent an der Universität seiner Vaterstadt, wo er 1877 zum ordentlichen Professor ernannt wurde und seit 1883 die Professur der Kunstgeschichte am eidgenössischen Polytechnikum bekleidet. Er gab unter anderm heraus: "Geschichte der bildenden Künste in der Schweiz von den ältesten Zeiten bis zum Schluß des Mittelalters" (1. Bd., Zürich 1876); das "Psalterium aureum in St. Gallen, ein Beitrag zur Geschichte der karolingischen Miniaturmalerei" (St. Gallen 1878); "Kunst- und Wanderstudien aus der Schweiz" (Wien 1883). Seit 1879 redigiert er den "Anzeiger für schweizerische Altertumskunde".

Rahnis, Stadt, s. Ranis.

Rahway (spr. ráh-ueh), Stadt im nordamerikan. Staat New Jersey, am Rahwayfluß bei Elizabeth, hat Fabrikation von Wagen, Öfen, Hüten und Töpferwaren und (1885) 6861 Einw.

Raiatea (Ulietea), Insel im südöstlichen Polynesien, zu der Westabteilung der Gesellschaftsinseln gehörig, 194 qkm groß mit 1400 Einw., welche von englischen Missionären dem Christentum gewonnen sind und unter eignen Häuptlingen stehen. Ein großes Felsenriff umgibt R. mit dem nahen Tahaa (82 qkm mit 700 Einw.); die Küsten sind zerrissen, haben aber sieben brauchbare Häfen (darunter Opoa und Uturoa). Von dem sehr fruchtbaren Küstenrand steigt das gebirgige Innere bis 600 m. Der bedeutendste Ort ist Utumaoro. Die Insel wurde 1769 von Cook entdeckt.

Rai Bareli, Bezirk in der britisch-ostind. Provinz Nordwestprovinzen und Audh, zwischen dem Ganges im S. und der Gumti im N., 12,643 qkm (230 QM.) groß mit (1881) 2,756,864 Einw. (über 90 Proz. Hindu), wird von der nicht schiffbaren Sai durchströmt, deren Wasser in Bewässerungsanlagen über weite Strecken verteilt wird. Hauptfrüchte sind: Weizen, Reis, Zucker, Mohn (zur Gewinnung von Opium) und Indigo. Der Hauptort R., an der Sai, zählt 11,781 Einw.

Raibler Schichten, s. Triasformation.

Raibolini, Francesco, Maler, s. Francia 1)

Raid (schott., spr. rehd, "Streifzug"), aus Amerika überkommene Bezeichnung für die von der Kavallerie ausgeführten Unternehmungen im kleinen Krieg.

Raiffeisensche Kassen, s. Darlehnskassenvereine.

Raigern (tschech. Rajhrad), Marktflecken in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Auspitz, an der Schwarzawa und der Bahnlinie Lundenburg-Brünn, hat ein berühmtes Benediktinerstift (1048 gegründet) mit sehenswerte Kirche und Bibliothek, Fabrikation von Rübenzucker, Malz und Pottasche u. (1880) 1440 Einw.

Raigras (Raygras), gemeines oder englisches, s. v. w. Lolium perenne; italienisches R., Lolium italicum; französisches R., Arrhenaterum ^[richtig: Arrhenatherum] elatius.

Rails (engl., spr. rehls), Eisenbahnschienen, daher die Bezeichnung Railswalzwerk.

Railway (engl., spr. rehl-ue, auch Railroad, spr. -rod, "Schienenweg"), Eisenbahn.

Railway spine (spr. rehl-ue spein), s. Rückenmarkserschütterung.

Raimondi, 1) Marco Antonio, gewöhnlich Markanton genannt, ital. Kupferstecher, geboren um 1488 zu Bologna, erlernte bei Francia daselbst die Goldschmiedekunst, arbeitete anfangs mit Vorliebe in Niello, ging aber dann zum Kupferstich über. Um 1505 begab er sich nach Venedig, wo er Dürers Leben der Maria in Kupferstich kopierte. In Rom, wo er seit 1510 thätig war, nahm ihn bald Raffael ausschließlich für die Vervielfältigung seiner Werke in Anspruch. Nach Raffaels Tod beredete ihn Giulio Romano zum Stich von 20 von demselben gezeichneten unzüchtigen Darstellungen, doch ließ der Papst die Platten durch Henkershand zerstören und R. gefänglich einziehen. Auf die Fürbitte des Bildhauers Baccio Bandinelli wieder in Freiheit gesetzt, stach R. nun aus Dankbarkeit nach Bandinelli die Marter des heil. Laurentius. Bei der Eroberung Roms 1527 verlor er seine Habe und ging nach Bologna zurück, wo seine Spur verschwindet. Durch ihn sind zahlreiche Zeichnungen und Entwürfe Raffaels, welche vom Meister entweder gar nicht oder doch sehr verändert ausgeführt wurden, der Nachwelt erhalten worden. Da er aber meist nach Entwürfen stach, so sind seine Blätter wenig ausgeführt und zeigen oft eine harte Schraffierung. Dafür hat er in Zeichnung und Ausdruck das Höchste erreicht, und kein andrer Kupferstecher hat den Geist und die Formensprache Raffaels so treu wiedergegeben wie R. Seine Hauptblätter nach Raffael sind: Adam und Eva, Gott befiehlt den Bau der Arche, der bethlehemitische Kindermord, Maria mit dem Leichnam Christi, das Parisurteil, die drei Doktoren der Kirche. Vgl. Delaborde, Marc-Antoine R. (Par. 1887).

2) Pietro, ital. Komponist, geb. 20. Dez. 1786 zu Rom, war Schüler des Konservatoriums della Pietà in Neapel, brachte 1807 in Genua seine erste Oper zur Aufführung, lebte dann als Opernkomponist in verschiedenen Städten Italiens, war 1824-1832 Theaterdirektor in Neapel, 1832-50 Professor des Kontrapunktes am Konservatorium in Palermo und wurde schließlich Kapellmeister an St. Peter in Rom, wo er 30. Okt. 1853 starb. R. komponierte nicht weniger als 55 Opern und 21 Ballette, 7 Oratorien, 4 Orchester- und 2 doppelchörige a cappella-Messen, 2 Requiems mit Orchester, ein vollständiges Buch der Psalmen 4-8stimmig im Palestrinastil (15 Bde.), ein 16stimmiges Credo u. v. a. Eine Besonderheit Raimondis, in der er sich als einen der größten Meister des Kontrapunktes zeigt, ist die Ausarbeitung von Werken für eine große Zahl von Stimmen, die in mehrere einzelne Werke von mäßiger Stimmenzahl zerlegt werden können, deren jedes für sich einen vollen Satz bildet. Zu seinen Meisterstücken in dieser Art gehören: 6 vierstimmige Fugen, jede in andrer Tonart und in anderm Tempo, die zusammen als 24stimmige Sextupelfuge ausgeführt werden können, eine 64stimmige Fuge für 16 vierstimmige Chöre und namentlich die Komposition drei biblischer Dramen: "Potifar", "Giuseppe" und "Giacobbe", welche 1852 zu Rom erst nacheinander, sodann gleichzeitig als ein Ganzes aufgeführt wurden. Vgl. Cicconetti, Memorie intorno P. R. (Rom 1867).

Raimund, Ferdinand, Schauspieler und Bühnendichter, geb. 1. Juni 1790 zu Wien, betrat 1808 in Preßburg die Bühne, ward 1813 am Theater in der Josephstadt zu Wien für lokalkomische Rollen und