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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Réaumurs Legierung - Rebhuhn.

chelle, studierte die Rechte, wandte sich aber bald naturwissenschaftlichen Studien zu und ging 1703 nach Paris. In seiner Arbeit "De la formation et de l'accroissement des coquilles des animaux" (1709) zeigte er, daß sich die Schalen der Schaltiere aus dem Saft bilden, welcher von diesen Tieren abgesondert wird. Er machte manche nützliche Entdeckung bezüglich der Stahlbereitung, erfand das nach ihm benannte Réaumursche Porzellan und ein Weingeistthermometer, welchem er eine ganz neue Skala beifügte, die man auch beibehielt, als das Quecksilber an die Stelle des Weingeistes im Thermometer trat. Er starb 17. Okt. 1757 auf seinem Landgut Bermondière in der Landschaft Maine. R. schrieb: "Mémoires pour servir à l'histoire naturelle des insectes" (Par. 1734-42, 6 Bde.).

Réaumurs Legierung, s. Antimonlegierungen.

Réaumurs Porzellan, s. Glas, S. 383.

Rebec (Rebeca, Ribeca, Rubeba, Ribeba, Rubella; span. Rabé, Rabel; arab. Rebab, Erbeb), wohl das älteste Streichinstrument, mit 1-2 Saiten bezogen, nach der gewöhnlichen Annahme orientalischen Ursprungs und durch die Araber im 8. Jahrh. nach Spanien gebracht, eine Ansicht, die indes nichts weniger als zweifellos begründet ist. Vgl. Streichinstrumente und Chrotta.

Rebekka, nach der hebr. Sage Tochter des aramäischen Nomaden Bethuel, welche Abraham für seinen Sohn Isaak durch Vermittelung Eliesers zur Gattin gewann (1. Mos. 14). Erst nach 20jähriger Ehe gebar sie die Zwillingsbrüder Esau und Jakob, welch letzterm, ihrem Liebling, sie durch List den dem Erstgebornen bestimmten väterlichen Segen zuwendete.

Rebekkaiten, Bezeichnung aufständischer Bauern in Wales, die sich seit 1839 der Erhebung der Wegegelder widersetzte und in Weiberkleidern nachts zur Zerstörung der Wegegeldhäuser und Schlagbäume auszogen. Der Name gründet sich auf 1. Mos. 24, 60.

Rebell (lat.), jeder, welcher seiner rechtmäßigen Obrigkeit offenen Widerstand leistet, sei es bewaffnet oder unbewaffnet; Aufrührer, Empörer; Rebellion, Aufruhr; rebellieren, sich empören.

Rebello da Silva, Luis Augusto, portug. Geschichtschreiber, geb. 2. April 1822, Sohn eines angesehenen Politikers, ward Journalist und bald Redakteur der offiziellen Zeitung "Diario do Governo". Seit 1848 Mitglied des Parlaments, zeichnete er sich hier als Redner aus und wurde 1849 zum Sekretär des Staatsrats ernannt. 1853 ward er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Lissabon, 1859 des Generalunterrichtsrats, 1862 Mitglied der Ersten Kammer und 1869 Staatsrat und Marineminister. Er starb 19. Sept. 1871. Außer mehreren beliebten geschichtlichen Romanen ("Odio velho não cança", 1849, 2 Bde.; "A mocidade de D. João V", 1852, 4 Bde., u. a.) und einigen Dramen hat er die große Publikation Santarems über die diplomatischen Beziehungen Portugals zu dem Ausland fortgesetzt und 3 Bände (Bd. 17-19, Lissab. 1858-60) herausgegeben; ferner schrieb er eine "Geschichte Portugals im 17. und 18. Jahrhundert" ("Historia de Portugal nos seculos XVII e XVIII", das. 1860-71, 5 Bde.).

Rebendolde, s. Oenanthe.

Rebengewächse, s. Ampelideen.

Rebenschwarz, s. Frankfurter Schwarz.

Rebenstecher, s. Blattroller.

Rebenstein, A., Pseudonym, s. Bernstein 2).

Reber, Franz, Kunstschriftsteller, geb. 10. Nov. 1834 zu Cham in der Oberpfalz, studierte von 1853 bis 1856 zu München und Berlin, begab sich dann nach Rom und habilitierte sich 1858 an der Münchener Universität. 1863 wurde er außerordentlicher Professor und zugleich Assistent am Münzkabinett zu München, 1869 Professor für Kunstgeschichte und Ästhetik am Polytechnikum und 1875 Zentral-Gemäldegaleriedirektor. Von seinen Schriften sind zu nennen: "Die Ruinen Roms und der Campagna" (Leipz. 1863, 2. Aufl. 1877); "Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur, übersetzt und erläutert" (Stuttg. 1865); "Geschichte der Baukunst im Altertum" (Leipz. 1864 bis 1867); "Kunstgeschichte des Altertums" (das. 1871); "Geschichte der neuern deutschen Kunst" (2. Aufl., das. 1884); "Kunstgeschichte des Mittelalters" (das. 1885) und der "Katalog der Gemäldesammlung der ältern Pinakothek zu München" (Münch. 1886).

Rebhuhn (Perdix Ill.), Gattung aus der Ordnung der Scharrvögel, der Familie der Waldhühner (Tetraonidae) und der Unterfamilie der Feldhühner (Perdicinae), sehr gedrungen gebaute Vögel mit kurzem, am Grund breitem, komprimiertem, am Spitzenteil gewölbtem Schnabel, kurzen Flügeln, kurzem Schwanz und mittellangen Läufen. Das R. (Repphuhn, Feldhuhn, P. cinerea Lath., s. Tafel "Hühnervögel") ist 26 cm lang, 52 cm breit, die Stirn, ein Streifen durch die Augen, Kopfseiten und Kehle sind hell rostrot; der Kopf ist bräunlich mit gelblichen Längsstrichen, der Rücken grau mit rostroten Querbändern, lichten Schaftstrichen und schwarzen Linien; auf der grauen Brust verläuft ein schwarz gewelltes Band, die Seiten des Unterleibs haben rostrote, weiß eingefaßte Querbinden, der Bauch ist weiß mit braunem Fleck; die Schwanzfedern sind rostrot, die mittlern braun und braunrot quergestreift, die Handschwingen braunschwarz, bräunlichgelb gebändert und gefleckt; das Auge ist nußbraun, der Schnabel bläulichgrau, der Fuß bräunlich. Das R. bewohnt Europa und Kleinasien und ist in Neuseeland eingebürgert. Es bevorzugt die Ebene, besonders angebaute Gegenden mit Buschholz und Dickicht, auch Waldränder, findet sich auch an sumpfigen Stellen und hält im allgemeinen an dem einmal gewählten Revier sehr fest. Bis zur Ernte findet es sich besonders auf Getreidefeldern, dann auf Kartoffel- und Krautäckern, im Herbst auf Stoppeln und Sturzäckern, nachts stets auf freiem Feld. In jedem Herbst erscheinen aber auch wandernde Rebhühner, vielleicht die etwas kleinern, angeblich artlich verschiedenen Bewohner der Sümpfe. Das R. hat ein anmutiges Wesen, ist scheu, gesellig, friedliebend und sehr zärtlich gegen den Gatten und die Jungen; es fliegt wenig und schwerfällig, bäumt nie, schwimmt gut und weiß sich sehr geschickt zu verbergen. Es lebt vom Frühjahr an paarweise, nistet in einer einfachen Vertiefung auf dem flachen Boden, oft im Getreide oder Wiesengras und legt 12-20 birnförmige, blaßgrünlich braungraue Eier, welche das Weibchen in 26 Tagen mit unglaublicher Hingebung unter dem Schutz des Männchens ausbrütet. Wird das erste Gelege zerstört, so legt die Henne oft zum zweitenmal, dann aber meist nur 6-8 Eier. Den ganzen Winter über bleiben die Völker (Ketten) zusammen. Das R. nährt sich von Pflanzenstoffen, in der Jugend von Insekten, leidet im Winter bei hohem und hart gefrornem Schnee große Not, sucht dann oft in Gärten und Dörfern Schutz und Nahrung und kommt selbst in die Gehöfte. Wegen des wohlschmeckenden Fleisches wird es eifrig gejagt. In der Gefangenschaft wird es ungemein zahm und pflanzt sich auch fort. Die interessanteste und beliebteste Jagd auf das R. ist die Suche mit dem Vorstehhund, sie hat seit Ver-^[folgende Seite]