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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Redende Künste - Rednitz.

1846, 2 Bde.); "Allgemeine vergleichende Finanzstatistik" (Darmst. 1851-56, 2 Bde.); "Die Staaten im Stromgebiet des La Plata" (das. 1852); "Frankreichs Staatshaushalt und Wehrkraft unter den vier letzten Regierungsformen" (das. 1853); "Erwerbs- und Verkehrsstatistik des Königstaats Preußen" (das. 1853-54, 3 Bde.); "Deutschland und das übrige Europa" (Wiesbad. 1854); "Osteuropa. Kampfgebiet und Siegespreis" (Frankf. 1854, 2 Tle.) u. a.

Redende Künste, diejenigen Künste, welche sich der Sprache als Darstellungsmittels bedienen: die Poesie und die Beredsamkeit (vgl. Kunst).

Redende Wappen, s. Namenwappen.

Rederijker (holländ., spr. -reiker, v. franz. rhétoricien abzuleiten, das gegen den Ausgang des Mittelalters s. v. w. Dichter bezeichnete), die Mitglieder der Redekammern, d. h. poetischer Vereine, die in Flandern im 15. und 16. Jahrh. entstanden und nicht nur auf den Entwickelungsgang der Litteratur, sondern auch auf die politischen Angelegenheiten und Reformationsbewegungen Einfluß erhielten. Vgl. Niederländische Litteratur, S. 156.

Redern, Friedrich Wilhelm, Graf von, geb. 9. Dez. 1802 zu Berlin, studierte die Rechte, lebte dann fast ausschließlich seiner Neigung für Musik und ward 1825 Kammerherr der Kronprinzessin Elisabeth, 1828 Generalintendant der königlichen Theater zu Berlin. 1842 trat er von dieser Stellung zurück, wurde nun zum Generalintendanten der Hofmusik und 1861 zum Obersttruchseß ernannt; starb 5. Nov. 1883 in Berlin. R. hat auch Kirchen- und Tanzmusik, die Oper "Christine" (1860) u. a. komponiert.

Redeteile (Partes orationis), die einzelnen Hauptklassen, unter welche man den Wörterschatz einer Sprache zu ordnen pflegt. Das System der R. rührt ursprünglich von den griechischen Philosophen her. Platon unterschied nur zwei R. (Nomen und Verbum), Aristoteles deren vier, die Stoiker fünf oder sechs. Im Anschluß hieran teilten die alexandrinischen Grammatiker alle griechischen Wörter in acht Klassen ein; diese Einteilung nahmen mit einigen Modifikationen und Erweiterungen auch die Römer an, und sie bildet die Grundlage der noch jetzt in den Grammatiken üblichen Einteilung der Wörter in: Substantivum, Adjektivum, Pronomen, Verbum, Zahlwort, Adverbium, Präposition, Konjunktion, Artikel und Interjektion (s. d. betr. Artikel). Doch hat die vergleichende Sprachwissenschaft gezeigt, daß ein fundamentaler Unterschied ursprünglich nur zwischen Nomen und Verbum besteht; alle übrigen R., mit Ausnahme der ganz außerhalb der gegliederten Rede stehenden Interjektionen, sind im Lauf der Sprachgeschichte direkt oder indirekt aus dem Nomen hervorgegangen. Vgl. Schömann, Die Lehre von den Redeteilen nach den Alten (Berl. 1862); L. Schröder, Über die formelle Unterscheidung der R. (Leipz. 1874).

Redezeichenkunst, s. Stenographie.

Redhibition (lat.), Rückgabe und Rücknahme einer gekauften Sache (s. Wandlung).

Redhill, Vorstadt von Reigate (s. d.) in der engl. Grafschaft Surrey, mit (1881) 11,206 Einw.

Redi, Francesco, einer der vielseitigsten Gelehrten seiner Zeit, geb. 1626 zu Arezzo, studierte Medizin, ward Leibarzt des Großherzogs von Toscana, auch Mitglied der Accademia del cimento und starb 1697 in Pisa. Er bemühte sich, durch Beobachtungen und Versuche die alte Lehre von der spontanen Erzeugung der Insekten in faulenden Substanzen zu widerlegen, und zeigte, daß in keiner faulenden Flüssigkeit sich Würmer oder Maden erzeugen, wenn man die Fliegen abzuhalten wisse, die ihre Eier in die Flüssigkeit legen. Er studierte auch Anatomie, Fortpflanzung und Metamorphose der Insekten, den Sitz und die Natur des Schlangengifts und das Vorkommen der Eingeweidewürmer, blieb aber bezüglich der letztern noch wesentlich bei der Urzeugung stehen. Er verband mit einer gründlichen Kenntnis der Natur eine klassische Sprache und gute Dichtertalente und beteiligte sich auch an der Abfassung des Wörterbuchs der Accademia della Crusca. Seine gesammelten Werke erschienen Florenz 1664-90, 7 Bde.; Venedig 1712-28, 7 Bde., u. öfter.

Redĭen, s. Leberegel.

Redif (arab.), die türk. Landwehr, im Gegensatz zum Nisâm, dem stehenden Heer. Die Dienstzeit beträgt 8 Jahre und zwar 4 Jahre im ersten, 4 Jahre im zweiten Aufgebot.

Redigieren (lat.), anordnen; ein aus der Zusammenwirkung mehrerer hervorgegangenes Schriftstück abfassen; den Inhalt einer Zeitung herstellen; in der journalistischen Sprache s. v. w. einen Artikel druckfertig machen. Vgl. Redakteur.

Redimieren (lat.), los-, freikaufen.

Reding, Aloys von, tapferer Verfechter der schweizer. Unabhängigkeit, geb. 1755 im Kanton Schwyz, trat in spanische Kriegsdienste, kehrte aber 1788 in sein Vaterland zurück und ward Landeshauptmann des Kantons Schwyz. Beim Kampf der Urkantone gegen die Einführung der helvetischen Einheitsverfassung wurde R. zum Befehlshaber des Hauptheers ernannt, drängte die Franzosen an der Schindellegi, bei Rothenthurm und am Morgarten blutig zurück (2/3. Mai 1798) und erlangte dadurch eine ehrenvolle Kapitulation für Schwyz. Bei der 1801 eintretenden Reaktion gegen die Einheitsverfassung trat er an die Spitze der föderalistischen Partei, wurde nach deren Sieg Oktober 1801 erster Landammann der Schweiz, aber schon im April 1802 durch die Unitarier gestürzt, worauf er den Bürgerkrieg gegen die helvetische Regierung begann und eine eidgenössische Tagsatzung nach Schwyz berief (27. Sept.). Nach dem Einrücken Neys wurde er mit andern Führern des Aufstandes in der Festung Aarburg gefangen gehalten. Bald wieder freigelassen, trat er 1803 als Landammann an die Spitze seines Kantons. Er starb 5. Febr. 1818.

Redingote (franz., spr. rödänggótt, v. engl. riding coat, "Reit- oder Reiserock"), ein von England ausgegangener langer, bis fast zu den Füßen reichender Überrock, welcher 1739 auch in Frankreich in Aufnahme kam. Er hatte ursprünglich am Halse zwei Kragen, von denen der obere aufgeschlagen und vor dem untern Teil des Gesichts zugeknöpft werden konnte.

Redintĕgratio (lat.), Wiederergänzung, Wiederherstellung, Erneuerung; R. actorum, Wiederherstellung verloren gegangener Gerichtsakten aus den Privatakten der Parteien.

Redir (arab.), s. v. w. natürliche Zisterne.

Rediskontierung, das nochmalige Verkaufen eines bereits diskontierten Wechsels.

Redĭtus (lat.), Rückkehr; auch s. v. w. Einkünfte.

Redivīvus (lat.), wieder aufgelebt, erneuert (besonders auf Büchertiteln üblich).

Redlich ist derjenige, welcher so redet, wie er denkt, also offen und ohne Falsch ist.

Rednitz, Fluß im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, entsteht bei Georgensgmünd aus dem Zusammenfluß der beiden Rezat (s. d.), nimmt die Roth, Aurach und Schwarzach auf, vereinigt sich bei Fürth mit der Pegnitz und führt nun den Namen Regnitz.