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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Remda - Remontieren.

beträgt ca. 350. Er entwickelte in ihnen eine ungeahnte Kraft der Charakteristik und erzielte durch sein Helldunkel großartige Wirkungen. Hervorzuheben sind: die große Kreuzabnahme, Ecce homo, Christus die Kranken heilend (Hundertguldenblatt), Porträte Six', Tollings, dann die Landschaft mit den drei Bäumen. Die berühmtesten Sammlungen seiner Blätter besitzen Paris, Amsterdam, London, Dresden und Wien. Treffliche Stiche nach R. lieferten: Claessens, J. de Frey, J. G. Schmidt ^[richtig: Georg Friedrich Schmidt, s. Schmidt 20)], Burnet, Denon, Unger, Massalow, Flameng, Kaiser, Waltner, Koepping u. a. Die Zahl der Stiche nach R. wird auf 1000 geschätzt. Unter Rembrandts Schülern sind hervorzuheben: Gerard Dou, Gerbrand van den Eeckhout, Philipp de Koninck, Govaert Flinck, F. Bol, Nicolaus Maes u. a. Vgl. Scheltema, Redevoering over het leven en de verdiensten van R. van Rijn (Amsterd. 1853; franz., Par. 1866); Vosmaer, R., sa vie et ses oeuvres ^[œuvres] (2. Aufl., Haag 1877); Lemcke in Dohmes "Kunst und Künstler" (Leipz. 1876); Bode, Studien zur Geschichte der holländischen Malerei (Braunschw. 1883; für die Charakteristik von R. als Maler das Hauptwerk); A. v. Wurzbach, Rembrandtgalerie (Stuttg. 1886); Blanc, L'oeuvre complet de R. ^[L'œuvre complet de R.] (4. Aufl., Par. 1873, 2 Bde.). Die Herausgabe der wichtigsten Handzeichnungen Rembrandts hat F. Lippmann (Berl. 1888) begonnen.

Remda (Stadtremda), Stadt im weimar. Verwaltungsbezirk Weimar I, an der Rinne, hat Waldwollwaren- und Pappenfabrikation, Sand- und Tuffsteinbrüche und (1885) 1219 evang. Einwohner.

Remedios, Verbrecherkolonie auf der brasil. Insel Fernando Noronha (s. d.).

Remedium (lat.), Heilmittel; (r. juris) Rechtsmittel (s. d.); im Münzwesen (Toleranz) die gesetzlich erlaubte Abweichung im Mehr oder Weniger der Münzstücke von ihrem vorschriftsmäßigen Gewicht und Feingehalt; im Hüttenwesen ein Abzug beim Verwiegen und Probieren der Erze zum Vorteil der Hütte, um die beim Schmelzen etc. entstehenden Verluste zu decken. Remedieren, abhelfen, abstellen; davon Remedur, Abstellung, Abhilfe.

Remich, Stadt im Großherzogtum Luxemburg, Distrikt Grevenmacher, an der Mosel, mit Luxemburg durch Sekundärbahn verbunden, hat ein Schloß, Gerberei, Obst- und Weinbau und (1880) 2208 Einw.

Remijia Dec., Gattung aus der Familie der Rubiaceen, der Gattung Cinchona sehr nahe stehend, kleinere Bäume und Sträucher mit bisweilen in dreizähligen Wirteln stehenden Blättern, langgestielten, unterbrochenen, blattwinkelständigen Blütentrauben oder Rispen und wenig ansehnlichen, roten oder weißen Blüten. Von den 13 brasilischen Arten sind R. Purdieana Wedd. und R. pedunculata Karst. et Triana in dem weiten Gebiet vom Magdalenenstrom bis zu den Ostabhängen der Kordilleren, südöstlich von Bogotá verbreitet und liefern die als China cuprea bezeichneten Chinarinden (s. d.).

Remington-Gewehr, s. Handfeuerwaffen, S. 105.

Reminiscere (lat., "gedenke"), der zweite Fastensonntag, von den Anfangsworten der lateinischen Messe: Reminiscere Domine (Ps. 25, 6).

Reminiszénz (lat.), Erinnerung, Erinnerungskraft; Stelle in einem Gedicht, einem Musikstück etc., die der Dichter oder Komponist unwillkürlich (durch die Erinnerung) einem andern Gedicht oder Musikstück entnommen hat.

Remiremont (spr. römir'móng, deutsch Reimersberg), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Vogesen, malerisch am Fuß der Vogesen, an der Mosel und der Ostbahn gelegen, hat ein Collège, eine Bibliothek, ein Naturalienkabinett, Hospital, schöne Gebäude einer alten Abtei (620 gegründet), bedeutende Fabrikation von Musselin u. andern Geweben, Stickereien, Kunstblumen, Stahlwaren etc., starken Holz-, Käse- und Viehhandel und (1886) 7307 Einw. Bei R. sind in letzter Zeit zwei Forts (Parmont und Savonière) errichtet worden.

Remis (franz., spr. -mih, "zurückgestellt"), im Spiel, besonders Schachspiel, s. v. w. unentschieden.

Remise (franz.), Schuppen zur Aufbewahrung von Geräten, insbesondere von Wagen.

Remisier (franz., spr. römisieh), Vermittler von Börsengeschäften, s. Börse, S. 235.

Remission (lat.), Zurücksendung; Nachlassung, Verminderung, z. B. einer Strafe, des Pachtgeldes; in der Medizin unvollständiger Nachlaß des Fiebers etc.

Remitténden (lat.), s. Remittieren.

Remittens (lat.), s. v. w. Wechselfieber.

Remittieren (lat.), zurücksenden; Geld oder Wechsel übermachen; daher Remittent, im weitern Sinn jeder, welcher einen Wechsel remittiert, im engern Sinn derjenige, an dessen Order der Wechsel vom Aussteller zuerst gestellt ist. Im Buchhandel heißt r. nicht verkaufte Bücher (Remittenden, scherzweise "Krebse") an den Verleger zurücksenden; in der Medizin: unvollständig nachlassen (beim Fieber).

Remolade (Remoulade, franz.), pikante Sauce aus Öl, Mostrich, Eiern und Gewürzen.

Remonetisieren (vom lat. moneta, Münzstätte), wieder in Kurs setzen, eine Münze wieder für vollwertig erklären. Von den Anhängern der Doppelwährung wird die "Remonetisierung" des Silbers gefordert, d. h. die gesetzliche Festsetzung und Erhöhung seines Wertverhältnisses.

Remonstránten (lat.), s. v. w. Arminianer.

Remonstration (lat.), Gegenvorstellung; remonstrieren, Gegenvorstellungen machen.

Remontanten (franz.), s. Remontieren.

Remonte (franz., spr. -móngt oder -monte), die regelmäßige Auffrischung des Pferdestandes der berittenen Truppe durch junge Pferde Remontepferde, fälschlich Romonten), welche in der Regel zu Anfang des Ausbildungsjahrs stattfindet. In Deutschland beträgt die jährliche Quote für Kavallerie 1/11, für Artillerie 1/9 des Bestandes. Das Remontieren, d. h. der Ankauf der R., geschieht in Deutschland im Inland durch Remontekommissionen auf eigens angesetzten Remontemärkten. Die dreijährig angekauften Pferde werden in Remontedepots aufgenommen und später fünfjährig an die Truppen verteilt. Die Depots und die Ankaufskommissionen sind, wie auch in andern Staaten, einem Remonteinspekteur unterstellt. Remontedepots gibt es für die von Preußen verwalteten Truppen 15 mit rund 7300 Pferden und zwar: Jurgaitschen, Neuhof-Ragnit, Kattenau, Brakupönen, Preußisch-Mark, Sperling und Liesken in der Provinz Ostpreußen, Bärenklau in Brandenburg, Neuhof-Treptow a. R. und Ferdinandshof in Pommern, Wirsitz in Posen, Wehrse in Schlesien, Arendsee in Sachsen, Hunnesrück in Hannover und Ulrichstein im Großherzogtum Hessen; Bayern hat deren 4: in Steingaden, Schwaiganger, Benediktbeuern und Fürstenfeld. Sachsen und Württemberg haben keine Depots, sondern kaufen ihre Remontepferde direkt für den Dienstgebrauch an. Österreich hat 1879 zu Piber sein erstes Remontedepot eingerichtet.

Remontieren (franz., spr. -mongt-), nach dem Hauptflor an neugebildeten Trieben noch einmal blühen. Remontierende Zierpflanzen (Remontanten) sind