Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Remontoir; Remorqueur; Remotion; Remoulins; Removieren; Remplaçant; Rems; Remscheid; Remse; Remter; Remunerieren; Remus; Rémusat

723

Remontoir - Rémusat.

sehr beliebt und namentlich bei Rosen und Nelken zu finden. Auch bei Himbeeren und Erdbeeren gibt es remontierende Sorten.

Remontoir (franz., spr. römongtŏahr), s. Uhren.

Remorqueur (franz., spr. -kör, engl. Tug boat), s. v. w. Schleppdampfer, Schlepper.

Remotion (lat.), Entfernung, besonders Absetzung von einem Amt oder Verabschiedung wider den Willen des Beamten; s. Disziplinargewalt.

Remoulins (spr. römuläng), Marktflecken im franz. Departement Gard, Arrondissement Uzès, am Gard, Knotenpunkt an der Bahn Nîmes-Le Teil, mit (1881) 1313 Einw. In der Nähe der Pont du Gard (s. Gard).

Removieren (lat.), entfernen, beseitigen.

Remplaçant (franz., spr. rangplaßāng), Stellvertreter, besonders beim Militär s. v. w. Ersatzmann, Einsteher; remplacieren, ersetzen.

Rems, Fluß in Württemberg, entspringt am Aalbuch unweit Essingen im Jagstkreis, fließt westlich, nimmt die Wieslauf auf, tritt in den Neckarkreis über und mündet dort bei Neckarrems, unterhalb Waiblingen, rechts in den Neckar; 80 km lang.

Remscheid, Stadt und Stadtkreis im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, überwiegend auf dem Plateau des Holscheidbergs, an der Linie Lennep-Hasten der Preußischen Staatsbahn, 341 m ü. M., hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, einen Stadtpark mit schöner Aussicht und (1885) 33,986 meist evang. Einwohner. Die sehr bedeutende Industrie beschränkt sich fast nur auf die Herstellung von Kleineisen- u. Stahlwaren (Remscheider Artikel). 1886 wurden 2280 Betriebe gezählt, in welchen etwa 6000 Arbeiter Beschäftigung fanden. Der bedeutende Handel, unterstützt durch eine Reichsbanknebenstelle, befaßt sich vorzugsweise mit dem Vertrieb und Export der dortigen Fabrikate. R. ist Sitz eines Amts- sowie eines Gewerbegerichts und hat ein Realgymnasium und eine Fachschule für Kleineisen- u. Stahlwarenindustrie. Unter den zahlreichen Orten, die mit R. eine Stadtgemeinde bilden, sind Bliedinghausen, Ehringhausen, Hasten und Vieringhausen nennenswert.

^[Abb.: Wappen von Remscheid.]

Remse, Dorf in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Glauchau, an der Zwickauer Mulde und der Linie Glauchau-Wurzen der Sächsischen Staatsbahn, hat eine evang. Kirche, Holzschleiferei, Papier- und Cellulosefabrikation, Spinnerei und (1885) 1242 Einw. R. ist eine Schönburgsche Lehnsherrschaft und hat ein Schloß (ehemals Benediktiner-Nonnenkloster).

Remter (Remptir, Reventer), in Klöstern s. v. w. Refektorium, d. h. Versammlungs-, Unterhaltungs- und Speisesaal.

Remunerieren (lat.), belohnen; Remuneration, Belohnung für geleistete Dienste, namentlich im Gegensatz zu dem festen Gehalt der Staats- und Gemeindebeamten; remuneratorische Schenkung, Schenkung zum Zweck der Wiedervergeltung, zu welcher der Schenkgeber aus Dankbarkeit bestimmt wird.

Remus, s. Romulus.

Rémusat (spr. -müsá), 1) Jean Pierre Abel, berühmter franz. Orientalist, geb. 5. Sept. 1788 zu Paris, studierte Medizin, daneben Orientalia (besonders das Chinesische) und erhielt 1814 im Collège de France den Lehrstuhl der chinesischen und Mandschusprache, während er zugleich Aufseher der orientalischen Manuskripte in der königlichen Bibliothek und Präsident der Asiatischen Gesellschaft ward. Er starb 3. Juni 1832. Von seinen Werken, die viel zur Aufhellung der ostasiatischen Sprachen und sonstigen Verhältnisse beigetragen haben, erwähnen wir: "Essai sur la langue et la littérature chinoises" (1811); die "Recherches sur les langues tatares" (1820); die "Éléments de la grammaire chinoise" (1822; neue Ausg. von Rosny, 1858); "Mélanges asiatiques" (1825, 2 Bde.) nebst "Nouveaux mélanges" (1828, 2 Bde.) und die posthumen "Mélanges d'histoire et de littérature orientales" (1843); "Observations sur l'histoire des Mongols" (1832) und "Histoire du Boudhisme" (1836). Zahlreiche Beiträge von R. enthielt auch das "Journal des savants", dessen Redaktion R. seit 1818 führte. Außerdem hat er manches aus dem Chinesischen übertragen, z. B. "Livre des récompenses et des peines" (1816) und den Roman "Ju-Kiao-li, ou les deux cousines" (1826, 4 Bde.). Vgl. Silv. de Sacy, Notice sur la vie et les ouvrages de R. (Par. 1834).

2) Charles François Marie, Graf von, franz. Staatsmann, geb. 14. März 1797 zu Paris, ward 1819 Advokat, 1830 Deputierter, schloß sich anfangs den Doktrinären unter Guizot an, trat aber später zum linken Zentrum über. Nachdem er im Ministerium vom 6. Sept. 1836 die Stelle eines Unterstaatssekretärs bekleidet hatte, erhielt er in Thiers' Ministerium vom 1. März 1840 das Portefeuille des Innern. Nach dem Rücktritt dieses Ministeriums schloß er sich der dynastischen Opposition an und ward 1848 in Toulouse zum Mitglied der Nationalversammlung gewählt, wo er zum Verein der Rue de Poitiers gehörte. Wegen seines Protestes gegen den Staatsstreich 9. Jan. 1852 aus Frankreich verwiesen, begab er sich nach Brüssel, erhielt jedoch schon im September die Erlaubnis zur Rückkehr. Am 2. Aug. 1871 ward er von seinem alten Freunde Thiers zur Leitung des Auswärtigen Ministeriums berufen und 1873 bei einer Nachwahl in Paris als Kandidat für die Nationalversammlung empfohlen. Seine Niederlage führte auch den Sturz Thiers' 23. Mai 1873 herbei. R. starb 6. Juni 1875 in Paris. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: "Éssais de philosophie" (Par. 1842, 2 Bde.), denen er seine Aufnahme in die Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften verdankte; "Abélard" (1845, 2 Bde.) und "De la philosophie allemande" (1846), infolge deren er Mitglied der französischen Akademie wurde; "Saint Anselme de Cantorbéry" (1853, 2. Aufl. 1868); "L'Angleterre au XVIII. siècle" (1856, 2 Bde.); "Critiques et études littéraires" (2. Aufl. 1857); "Bacon, sa vie, son temps, sa philosophie" (1857, 2. Aufl. 1858); "Politique liberale, ou fragments pour servir à la défense de la Révolution française" (1860, 2. Aufl. 1875); "Channing, sa vie et ses œuvres" (1857, 2. Aufl. 1862); "Philosophie religieuse. De la théologie naturelle en France et en Angleterre" (1864); "Lord Herbert de Cherbury" (1874); "Histoire de la philosophie en Angleterre depuis Bacon jusqu'à Locke" (1875, 2 Bde.). Aus seinem Nachlaß wurden zwei Dramen: "Abélard" (1877) und "La Saint-Barthélemy" (1878), sowie die "Correspondance pendant les premières années de la Restauration" (1883-1887, 6 Bde.) veröffentlicht. - Seine Mutter Claire Elisabeth Jeanne, Gräfin von R., geborne Gravier de Vergennes, geb. 5. Jan. 1780 zu Paris, vermählte sich 1796 mit dem Grafen Augustin Lau-^[folgende Seite]