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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rheomēter; Rheomōtor; Rheostāt; Rheōtom; Rhetōren

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Rheometer - Rhetoren.

Leitung des elektrischen Stroms ab. Gemessen wird die Länge der Leitung durch eine Skala, längs welcher das Kästchen gleitet.

^[Abb.: Rheokord.]

Rheomēter (griech., "Strommesser"), Apparate zur Messung der Stärke eines elektrischen Stroms. Die elektromagnetischen R. gründen sich darauf, daß eine Magnetnadel aus ihrer durch den Erdmagnetismus bedingten Gleichgewichtslage abgelenkt wird, sobald man einen elektrischen Strom in einem Kreis um sie herumführt. Dahin gehören die Tangenten- und die Sinusbussole (s. Galvanometer). Die elektrochemischen R. sind Apparate, in denen Wasser oder ein Metallsalz durch den Strom zersetzt und die Stromstärke nach der in der Zeiteinheit gebildeten Menge der Zersetzungsprodukte bemessen wird. Man nennt sie gewöhnlich Voltameter (s. d.). R. nennt man auch Instrumente zur Messung der Stromgeschwindigkeit fließender Gewässer.

Rheomōtor (griech.-lat., "Stromerreger"), jede Vorrichtung, mit deren Hilfe man einen fortdauernden elektrischen Strom erzeugen kann, z. B. galvanische Batterien, magnetelektrische Maschinen etc.

Rheostāt (griech.), Apparat, welcher dazu dient, in den Schließungskreis eines galvanischen Stroms Widerstände von bekannter Größe nach Belieben einzuschalten, ohne den Strom zu unterbrechen. Wheatstones R. (Fig. 1 u. 2) besteht aus einer horizontal liegenden und um ihre Achse drehbaren Steinwalze mit eingeschnittener Schraubenlinie, in welcher ein Metalldraht verläuft. Das Ende desselben geht in die Steinwalze bis zu deren nicht durchlaufender Metallachse. Auf einem Metallstab a b, der horizontal neben der Walze liegt, befindet sich ein Messingröllchen r, dessen mit einer Rinne versehener Rand gegen den Schraubendraht der Walze drückt. Dreht man die Walze mittels der Kurbel h, so wird das Röllchen, den Schraubenwindungen folgend, auf dem Metallstab verschoben, so daß der durch die Klemmschraube s eintretende Strom von der Achse der Steinwalze aus die Drahtwindungen bis zum Röllchen durchlaufen muß, um von hier durch den Metallstab, dessen Widerstand ebenso wie derjenige der Achse unmerklich ist, zur Klemmschraube t zurückzukehren. Die Anzahl der vom Strom durchlaufenen Windungen wird an einer auf dem Stab ab angebrachten Teilung abgelesen, Unterabteilungen einer Windung mittels des Zeigers l an dem in 100 gleiche Teile geteilten Umfang der Walze. Der Stöpselrheostat von Siemens (Fig. 3) besteht aus einer zwischen zwei Brettern aufgestellten Reihe von Drahtspiralen, deren Widerstände 1, 2, 3, ... Einheiten betragen. Über jeder Spirale befindet sich eine dicke Messingplatte a, b, c, ...; die erste a ist mit der Klemmschraube k, die letzte d mit der Klemmschraube k' leitend verbunden. Das eine Drahtende jeder Spirale ist an die darüber befindliche, das andre an die nächstfolgende Messingplatte gelötet. An ihren gegenüberstehenden Seiten haben die Platten halbkreisförmige Ausschnitte, in welche messingene Stöpsel s eingesetzt werden können. Sind überall die Stöpsel eingesetzt, so geht der Strom von k nach k' ohne merklichen Widerstand durch die dicken Metallplatten, ohne eine Spirale zu durchlaufen. Zieht man aber einen oder mehrere Stöpsel aus, so geht der Strom durch die zugehörigen Spiralen und erleidet den ihnen entsprechenden Widerstand. Die Rheostate werden gebraucht zur Regulierung der Stromstärke, bei der Bestimmung von Leitungswiderständen, elektromotorischen Kräften etc.; s. Ohmsches Gesetz.

^[Abb.: Fig. 1 u. 2. Wheatstones Rheostat. Fig. 1 Seitenansicht. Fig. 2 Vorderansicht. Fig. 3. Stöpselrheostat nach Siemens.]

Rheōtom (griech.), Stromunterbrecher, s. Induktion, S. 932.

Rhetōren (griech., "Redner"), bei den Griechen sowohl eigentliche praktische Redner als Theoretiker, Lehrer der Beredsamkeit, bei den Römern aber ausschließlich die letztern. In Athen fing man zu Peri-^[folgende Seite]