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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rimnik; Rimouski; Rimpel; Rin; Rinaldi; Rinaldo Rinaldīni; Rinck; Rinckart; Rind

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Rimnik - Rind.

Entwurf Leo Battista Albertis 1447-50 erbaut, aber nicht vollendet, mit triumphbogenartiger Fassade, den Grabmälern des Gründers und seiner Gemahlin Isotta etc. Andre bemerkenswerte Kirchen sind: San Giuliano, mit Gemälden von Paolo Veronese; San Girolamo, mit dem Bilde dieses Heiligen von Guercino, u. a. Unter den weltlichen Gebäuden verdienen Erwähnung: das Kastell der Malatesta (jetzt Gefängnis), der Palazzo del Comune mit kleiner Gemäldegalerie, das neue Theater, der Zirkus, der Uhrturm. Die Stadt zählt (1881) 10,838, mit den Vorstädten 19,158 Einw. Haupterwerbszweige sind: Fabrikation von Seide, Seidenwaren und Segeltuch, Schiffbau, Fischerei und Handel. An der Mündung der kanalisierten Marecchia liegt der mit einem Leuchtturm versehene, hauptsächlich von Fischerbarken besuchte Hafen. Unfern davon befinden sich die gut eingerichteten, stark besuchten Seebäder, mit der Stadt durch Tramway verbunden. Oberhalb der Stadt liegt Verucchio, der Stammsitz der Malatesta. R. ist Sitz eines Bischofs, eines Tribunals und Handelsgerichts, eines Hafenkapitanats, eines Hauptzollamts und einer Handelskammer; es hat ein Lyceum, ein Gymnasium, eine technische und nautische Schule, eine Bibliothek (30,000 Bände), eine reichhaltige Naturaliensammlung und ein großes Krankenhaus. - R. liegt an einem ebenso für Handel und Verkehr wie strategisch wichtigen Punkt, wie dies die Römer richtig erkannt hatten. Hier endigt die Poebene, indem der Apennin ans Meer selbst herantritt, hier liegt demnach die Grenze von Ober- und Mittelitalien, wie dies der Rubicon bezeichnete. Hier verzweigte sich die Flaminische Straße in die nordwärts führende Küstenstraße und in die Via Ämilia. Zugleich war dieser Punkt der Anlage eines Hafens günstig. So wurde Ariminum, ursprünglich Militärkolonie, Hauptstation der römischen Adriaflotte und bedeutender Handelsplatz. Damals lag es dicht am Meer, das sich aber durch die Anschwemmungen der Flüsse von R. entfernt hat, so daß seine Bedeutung als Seestadt gesunken ist. Im Mittelalter war R. im Besitz der Familie Malatesta, die es 1503 an die Venezianer verkaufte, welche es ihrerseits 1528 an die Päpste verloren, zu deren Herrschaft es bis 1860 gehörte. Vgl. Tonini, Storia Riminese (Rim. 1860, 2 Bde.).

Rimnik, 1) (Romnicu-Sarat) Kreishauptstadt in Rumänien (Walachei), am Fluß R. und der Eisenbahn Roman-Buzau, mit 4 öffentlichen Schulen, besuchten Jahrmärkten und 9544 Einw. Hier 1789 Sieg der Österreicher und Russen über die Türken. - 2) (Romnicu-Vâlcei) Hauptstadt des Kreises Waltscha (Vâlcea) in Rumänien (Walachei), an der Aluta, Sitz des Präfekten, eines griechischen Bischofs und eines Tribunals, mit geistlichem Seminar und 3746 Einw. Im Distrikt R. liegen die Klöster Bistritza, Kozia und Horez, die schönsten und reichsten der Walachei, ferner die ergiebigen Salzwerke von Okna-Mare und das durch seine trefflichen Weine bekannte Dragaschani.

Rimouski, Bischofsitz in der britisch-amerikan. Provinz Quebec, an der Mündung des forellenreichen Flusses R. in den St. Lorenz, mit (1881) 1200 Einw.

Rimpel, Hohlmaß, s. Fel Meszely.

Rin, japan. Längenmaß, s. Schaku.

Rinaldi, Rinaldo, ital. Bildhauer, geb. 13. April 1793 zu Padua, war Schüler des Venezianers Matteini und Canovas in Rom und begründete seinen Ruf durch die Gruppen: Kephalos und Prokris, Adam und Eva, Androklos von dem Löwen wiedererkannt. Von seinen spätern Werken sind eine Melpomene und ein heimkehrender Odysseus zu nennen, welche wie die frühern im Stil Canovas gehalten sind. Er starb 28. Juli 1873 in Rom.

Rinaldo Rinaldīni, Titel eines berühmten Räuberromans, s. Vulpius.

Rinck, Johann Christian Heinrich, Orgelspieler und Komponist, geb. 18. Febr. 1770 zu Elgersburg, bildete sich besonders unter Bachs Schüler Kittel in Erfurt, wurde 1790 Stadtorganist zu Gießen, 1805 Stadtorganist und Musiklehrer am Lehrerseminar in Darmstadt, 1813 Schloßorganist und Kammermusiker und starb 7. Aug. 1846 daselbst. R. galt für einen der besten Organisten seiner Zeit. Von seinen zahlreichen Kompositionen (darunter auch mehrere kirchliche Kantaten) stehen seine große "Orgelschule" (neu hrsg. von Otto Dienel 1881), zwei "Choralbücher" und eine große Zahl Choralvorspiele (neu hrsg. von Greif, Essen 1874) noch jetzt in hohem Ansehen.

Rinckart (Rinckhart), Martin, Dichter, geb. 23. April 1586 zu Eilenburg, studierte in Leipzig, war 1610-13 Kantor, dann Prediger in Eisleben, wurde 1617 Archidiakonus in seiner Vaterstadt, wo er in Zeiten von Krieg, Pest und Hungersnot segensreich wirkte und 8. Dez. 1649 starb. Unter seinen Kirchenliedern ("Jesu Herz-Büchlein", Leipz. 1663) findet sich das allbekannte "Nun danket alle Gott", das angeblich auf die Feier des Westfälischen Friedens gedichtet wurde, indessen bereits 1630 fertig vorlag und wahrscheinlich dem 100jährigen Jubiläum der Übergabe der Augsburger Konfession seine Entstehung verdankt. R. verfaßte auch dramatische Dichtungen, darunter der "Eislebesche Ritter" ^[richtig: "Eislebische Ritter"] (eine Verherrlichung Luthers, Eisleb. 1613; Neudruck, Halle 1884), "Kurzweilige Komödie von einer morianischen Magd" (Magdeburg 1614) und "Monetarius seditiosus oder Tragödie von Thomas Müntzern" (Leipz. 1625). Eine neue Ausgabe seiner "Geistlichen Lieder", mit Biographie, veranstaltete Linke (Gotha 1886).

Rind (Ochs, Bos L., hierzu Tafel "Rinder"), Gattung der paarzehigen Huftiere aus der Familie der Horntiere (Cavicornia), große Tiere von schwerfälliger Statur, mit nach außen gebogenen oder gewundenen, wenigstens an der Spitze runden Hörnern, breiter, nackter, seitlich durch die Nasenlöcher bogig begrenzter Muskel, kurzem Hals, oft mit hängender Fleischwamme, breiten, vorn und hinten wesentlich gleichartig gebauten Hufen, langem, meist in einer Quaste endendem Schwanz, ohne Thränengruben und Klauendrüsen, mit Afterklauen und vier Zitzen, fehlen nur in Australien und Südamerika. Man teilt die Gattung in vier Untergattungen: eigentliche R. (Bos), Büffel (s. d., Bubalus H. Sm.), Wisent (s. d., Bison Sund.) und Yak (s. d., Poephagus Wagn.).

Zu den eigentlichen Rindern (Bos S. St.), charakterisiert durch die lange, flache Stirn, die am Grund nur wenig verdickten, in gleicher Höhe mit der Stirnleiste stehenden Hörner, die ziemlich dichte, kurze Behaarung und den langen, mit einer Quaste endenden Schwanz, gehört von gegenwärtig noch lebenden Arten der Gayal (B. frontalis Lamb.). Dieser wird 2,8 m lang, 1,6 m hoch, mit 80 cm langem Schwanz, ist sehr kräftig und ebenmäßig gebaut und durch die gewaltige Stirn leicht kenntlich. Die sehr dicken, kegelförmigen Hörner krümmen sich im ganzen nach außen und aufwärts; die aufrecht stehenden Ohren sind groß und spitzig, hinter dem Kinn entspringt eine kleine, doppelte Wamme, den ganzen Oberhals, den Widerrist und die Hälfte des Rückens bedeckt eine buckelartige Auftreibung. Das Haar verlängert sich nur wenig an der Unterseite des Halses und ist tiefschwarz,