Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

847

Rio de la Plata - Rio Grande do Norte.

Verein (der auch den botanischen Garten verwaltet) und ein Verein zur Förderung der Nationalindustrie zu erwähnen. - R. bildet einen Teil des Municipio neutro oder da Corte ("des Hofs"), welches sich westlich von der Bai bis zum Rio Guandú erstreckt und 1394 qkm (25,6 QM.) mit (1885) 435,568 Bewohnern umfaßt, unter denen 34,180 Sklaven waren. Eingeteilt wird dasselbe in 21 Kirchspiele, wovon 13 zur Hauptstadt gehören. Abgesehen von letzterer ist Ackerbau und namentlich Kaffeekultur und Gemüsegärtnerei Haupterwerbszweig.

Dias de Solis lief zuerst in die Bai von R. ein (1515), nach ihm Magelhaens (1519); 1555 setzten sich Franzosen unter Durand de Villegagnon in der Bai fest. Mem de Sá zerstörte 1560 das von denselben auf der jetzigen Insel Villegagnon angelegte Fort Coligny und vertrieb sie 1567 vollständig, nachdem schon im vorhergehenden Jahr sein Neffe Estacio de Sá der Gründer der Stadt geworden war. Im J. 1710 nahmen die Franzosen R. ein. Sie wurden zwar vertrieben, kehrten aber im folgenden Jahr zurück, plünderten die Stadt und räumten sie nur nach Zahlung eines Lösegeldes von 600,000 Cruzados. Erst seit der Übersiedelung des Hofs (1807) hat R. rascher an Bevölkerung zugenommen. Im J. 1834 wurde es mit den umliegenden Ortschaften als "Municipio neutro" von der Provinz R. getrennt. Vgl. Allain, R. (Par. 1885).

Rio de la Plata, Fluß, s. La Plata.

Rio de la Plata-Staaten, s. Argentinische Republik.

Rio dell' Elba, Gemeinde an der Ostküste der Insel Elba, besteht aus dem Flecken Rio Castello und dem Hafenort Rio Marina mit zusammen (1881) 5171 Einw., hat die bedeutendsten Eisenbergwerke der Insel, welche jährlich ca. 160,000 metr. Ton. Eisenerz zur Ausfuhr liefern, und Schiffbau.

Rio Doce (spr. dohsse), Fluß in Brasilien, entspringt im Hochland von Minas Geraës, durchströmt die Provinz Espirito Santo und mündet nach einem Lauf von 740 km in den Atlantischen Ozean. Seine Beschiffung wird durch zahlreiche Katarakte im Gebirge verhindert.

Rio Dolce (Rio Dulce), Fluß in der Argentinischen Konföderation, entspringt im Staate Tucuman, am Ostabhang des Andeshochlandes, fließt südöstlich und verliert sich nach einem Laufe von 590 km in der Salzlagune de los Porongos.

Rio Grande, 1) Fluß in Nordwestafrika, dessen Lauf zum großen Teil noch ganz unbekannt ist, so daß ein Zusammenhang zwischen dem untern, in viele Arme gespaltenen Strom, welcher von der den Bissaoinseln gegenüberliegenden Mündung bis 15° westl. L. v. Gr. schiffbar sein soll, und dem angenommenen Oberlauf noch nicht nachgewiesen wurde. Nach der gewöhnlichen Annahme entspringt der R. als Komba im Futa Dschallon bei Labi unweit der Quellen des Gambia, nimmt später den von S. kommenden Tomine auf und schlägt dann eine westliche Richtung ein. Ein wichtiger Handelsplatz ist Kade im Gebiet des Herrschers von Labe, an der Mündung liegt das französische Fort Bissasma. Der R. soll 750 km lang sein. Die Flut steigt 100 km den Fluß hinauf und verwandelt das Mündungsgebiet in eine Folge von Sümpfen. -

2) Fluß, s. Motagua.

Rio Grande (São Pedro do R.), Stadt in der brasil. Provinz Rio Grande do Sul, liegt in sandiger Gegend südlich von der Rio Grande do Sul genannten Einfahrt in die Lagoa dos Patos, deren stets sich verschiebende Barre nicht ohne Gefahr nur Schiffen von 2,6 m Tiefgang die Einfahrt gestattet, hat ein Krankenhaus, ein Theater, ein Zollhaus, eine große Wollweberei, eine Baumwollspinnerei, lebhaften Handel und 18,000 Einw.

Rio Grande de Belmonte, Fluß in Brasilien, entsteht in der Provinz Minas Geraës aus der Vereinigung der an der Serra do Espinhaço entspringenden Flüsse Arassuahy und Gequitinhonha, fließt anfangs nordöstlich, dann östlich, bildet eine Strecke weit die Grenze zwischen den Provinzen Bahia und Espirito Santo und mündet bei Belmonte schiffbar in den Atlantischen Ozean; 740 km lang.

Rio Grande del Norte, einer der bedeutendsten Flüsse Nordamerikas, entspringt bei der Sierra La Plata, im südlichen Colorado, durchbricht dann die San Juankette, durchströmt den San Luispark und tritt dann nach Neumexiko über, welches er in südlicher Richtung, von Gebirgen eingefaßt, bis zum Paso del Norte durchkreuzt, wo er sich nach SO. wendet und bis zu seiner Mündung in den Golf von Mexiko die Grenze zwischen Texas und Mexiko bildet. Unterhalb Presidio del Norte tobt er in tiefem Lauf, von 300 m hohen Kalkfelsen eingeschlossen, dahin, bis er nach Aufnahme des Pecos (s. d.) ins texanische Hügelland eintritt und sich beruhigt. In seinem untern Lauf ist er seicht, von Sandufern eingeschlossen, hinter denen Salzmarschen liegen. Seine Mündung wird durch eine Sandbarre verstopft. Unter solchen Umständen leistet der Fluß für die Schiffahrt nicht, was man von seinem 2800 km langen Lauf und 622,000 qkm (11,300 QM.) großen Stromgebiet erwarten könnte. Doch sind kleine Dampfboote schon 725 km weit, bis nach Laredo, auf ihm vorgedrungen.

Rio Grande de Santiago, einer der größten Ströme Mexikos, entsteht durch den Zusammenfluß der Flüsse Lerma und Lajas (in Guanajuato), berührt den See von Chapala, fließt nordwestlich durch die Hochebene von Jalisco, wo er auf kurzer Strecke ca. 50 Wasserfälle von bedeutender Höhe bildet, und mündet bei San Blas in den Stillen Ozean nach 816 km langem Lauf. Die zahlreichen Wasserfälle machen den Fluß unbefahrbar.

Rio Grande do Norte, Küstenfluß in der gleichnamigen Provinz Brasiliens, mündet bei Natal (5° 50' südl. Br.) in den Atlantischen Ozean. Er ist seicht, nur nach Regen reißend und hat an seiner Mündung eine Barre mit 2,64 m Wasser.

Rio Grande do Norte, brasil. Küstenprovinz, liegt zwischen Ceará, Pernambuco und Parahyba und umfaßt 57,485 qkm (1044 QM.). Die Küste ist flach und von Rissen und Sandbänken umlagert, das Innere ein dürres, meist unfruchtbares Hügelland. Von den Flüssen ist der fischreiche Rio Assú (Piranhas) der bedeutendste; der Rio Grande do Norte aber, der ihr den Namen gibt, ist nur ein kleiner Küstenfluß. Die Bevölkerung (1883: 269,051, worunter 10,051 Sklaven) besteht mindestens zur Hälfte aus reinen Indianern. Landbau und Viehzucht sind die Haupterwerbszweige; Baumwolle, Zucker, Palmenwachs, Harz, Gummi, wilder Honig und Kochenille die wertvollsten Produkte. Hauptstadt ist Natal, gewöhnlich Rio Grande do Norte geheißen, an der Mündung des Rio Grande do Norte, der einen für Schiffe von 2,64 m Tiefgang nicht ohne Schwierigkeit zugänglichen Hafen bildet. Die Stadt hat ein Landtagsgebäude, ein Spital, eine höhere Schule (Athenäum) und 8-10,000 Einw. Die Ausfuhr (1886 für 3,640,000 Mk.) besteht namentlich aus Baumwolle und Zucker. Eine 120 km lange Eisenbahn verbindet dieselbe mit Nova Cruz. R. wurde 1597 gegründet (das damals gebaute Fort