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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rochholz; Rochlitz; Rochow

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Rochholz - Rochow.

grecques, étrusques et romaines" (das. 1828-30, 2 Bde. mit Kupfern); "Antiquités grecques du Bosphore cimmérien" (das. 1822, mit Kupfern); "Peintures antiques inédites" (das. 1836, mit Kupfern; dazu "Lettres archéologiques sur la peinture des Grecs", 1840); "Mémoires de numismatique et d'antiquité" (das. 1840); "Mémoires d'archéologie comparée asiatique, grecque et étrusque" (das. 1848, Bd. 1); "Choix de peintures de Pompéi" (das. 1844-51, 7 Tle.).

Rochholz, Ernst Ludwig, Sagenforscher, geb. 3. März 1809 zu Ansbach, studierte in München die Rechte, begab sich später, weil in politische Untersuchungen verwickelt, in die Schweiz, wo er seit 1836 als Professor an der Kantonschule zu Aarau wirkte. Zu Anfang der 70er Jahre trat er in den Ruhestand und lebt seitdem als Konservator der kantonalen Altertumssammlung daselbst. Seit 1860 gibt er "Argovia", die Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, heraus. Er veröffentlichte: "Eidgenössische Liederchronik" (Bern 1835); "Der neue Freidank. Geschichte der deutschen Litteratur in Poesie und Prosa" (Aarau 1838); "Tragemunt", Kindergedichte (Eßling. 1850); "Schweizersagen aus dem Aargau" (Aarau 1856, 2 Bde.); "Alemannisches Kinderlied und Kinderspiel" (Leipz. 1857); "Naturmythen; neue Schweizersagen" (das. 1862); "Deutscher Glaube und Brauch im Spiegel der heidnischen Vorzeit" (Berl. 1867, 2 Bde.); "Liederfibel" (3. Aufl., Stuttg. 1872); "Drei Gaugöttinnen: Walburg, Verena und Gertrud, als deutsche Kirchenheilige" (Leipz. 1870); "Die Schweizerlegende vom Bruder Klaus von Flüe" (Aarau 1874); "Aargauer Weistümer" (das. 1876); "Tell und Geßler in Sage und Geschichte" (Heilbr. 1876, 2 Bde.); "Die Aargauer Geßler in Urkunden" (das. 1877); "Wanderlegenden aus der oberdeutschen Pestzeit 1348-50" (Aarau 1887) u. a.

Rochlitz, 1) Amtshauptstadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, an der Zwickauer Mulde, Knotenpunkt der Linien Glauchau-Wurzen und R.-Penig der Sächsischen Staatsbahn, 170 m ü. M., hat 3 Kirchen (darunter die gotische Kunigundenkirche), ein altes Schloß mit zwei hohen, starken Türmen ("Rochlitzer Jupen" genannt), 2 schöne Plätze, eine Realschule mit Progymnasium, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine Handelslehranstalt, ein Amtsgericht, mechanische Weberei, Tibet-, Merino-, Lackleder-, Papierspulen-, Spielkarten- und Zigarrenfabrikation, eine große Schuhfabrik und (1885) mit der Garnison (3 Eskadrons Ulanen Nr. 18) 5942 meist evang. Einwohner. Unmittelbar südwestlich dabei der isoliert stehende, 349 m hohe Rochlitzer Berg mit schönem steinernen Aussichtsturm (seit 1860) und großartigen Porphyrsteinbrüchen, die schon seit fünf Jahrhunderten ausgebeutet werden. - R., ursprünglich eine Burg in der Mark Zeitz, fiel unter Bischof Eberhard (1045-78) an Naumburg, später an die Grafschaft Groitzsch und um die Mitte des 12. Jahrh. an Dedo den Dicken von Meißen-Landsberg. 1289 ward hier ein Vergleich zwischen Albrecht dem Unartigen und seinen Söhnen, 1. Juni 1403 aber ein Erbfolgevertrag zwischen den Landgrafen Balthasar und Wilhelm von Thüringen abgeschlossen. Später schenkte es Johann Georg seiner Geliebten, dem von ihm zur Gräfin von R. erhobenen Fräulein v. Neitschütz. In dem bald darauf folgenden Dreißigjährigen Krieg wurde R. hart mitgenommen, und 1802, 1804 und 1834 brannte ein großer Teil der Stadt ab. Vgl. Stieglitz, Über die Kirche der heil. Kunigunde zu R. (Leipz. 1829); Bode, Chronik der Stadt R. (Rochl. 1867). - 2) (Ober- und Nieder-R.) Marktflecken in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Starkenbach, an der Iser, am Südabhang des Riesengebirges gelegen, mit Bezirksgericht, Webschule, Flachsbau, bedeutender Baumwollweberei (ca. 1700 mechanische und 1200 Handstühle), Bleicherei, Holzstofffabrikation, Glasschleiferei und als Gemeinde (1880) 7611 Einw.

Rochlitz, Friedrich, Erzähler und musikal. Schriftsteller, geb. 12. Febr. 1769 zu Leipzig, studierte daselbst Theologie und Philosophie, gab seit 1799 die "Allgemeine musikalische Zeitung" heraus und starb 16. Dez. 1842 mit dem Titel eines weimarischen Hofrats. Von seinen durch feine Züge und durchgebildeten Stil ausgezeichneten Schriften sind hervorzuheben: "Charaktere interessanter Menschen" (Züllichau 1799-1803, 4 Bde.); "Kleine Romane und Erzählungen." (Frankf. 1807, 3 Bde.); "Neue Erzählungen" (Leipz. 1816, 2 Bde.); "Für ruhige Stunden" (das. 1828, 2 Bde.) u. a. Eine Sammlung seiner musikalischen Aufsätze veröffentlichte R. unter dem Titel: "Für Freunde der Tonkunst" (Leipz. 1825, 3 Bde.; 3. Aufl. 1868, 4 Bde.), so wie er auch eine "Auswahl des Besten aus R.' sämtlichen Werken" (Züllichau 1821-22, 6 Bde.) selbst besorgte. Vgl. Hosäus, J. F. R. und Friedr. Schneider (Dessau 1885); "Goethes Briefwechsel mit F. R." (hrsg. von W. v. Biedermann, Leipz. 1887).

Rochow, altes, hauptsächlich in der Mark Brandenburg begütertes Adelsgeschlecht, dessen Mitglieder in den Fehden des 15. Jahrh. in Brandenburg eine hervorragende Rolle spielten. Dietrich I. von R. lebte zur Zeit des Kurfürsten Albrecht von Brandenburg, ward durch seine Söhne der Stammvater der vier Hauptlinien, von denen noch die Plessowsche im Adelstand und die Polzowsche im Freiherrenstand fortblüht. Der erstern gehörten an: Hans Friedrich von R., General im Siebenjährigen Krieg, Adolf Friedrich August von R. auf Stülpe bei Luckenwalde, geb. 26. April 1788, der auf dem allgemeinen Landtag 1847 Präsident der Kurie der drei Stände war, und Hans Wilhelm von R., geb. 1824, Mitglied des Herrenhauses, der das unglückliche Duell mit dem Polizeidirektor v. Hinckeldey (s. d.) hatte. Die namhaftesten Sprößlinge des Geschlechts sind:

1) Friedrich Eberhard von, geb. 11. Okt. 1734 zu Berlin, besuchte die Ritterakademie zu Brandenburg, trat dann in die königliche Reiterei und nahm als Leutnant in der Garde du Korps an den ersten Feldzügen des Siebenjährigen Kriegs teil. Bei Lobositz an der linken, später im Duell an der rechten Hand schwerverwundet, trat er von der kriegerischen Laufbahn ab und widmete sich auf seinen Gütern der Landwirtschaft und wissenschaftlicher Beschäftigung, später als Domherr zu Halberstadt auch der Pflege gemeinnütziger Interessen im Stiftsgebiet. Um dem Volksunterricht aufzuhelfen, errichtete er 1773 eine Lehranstalt zu Rekahn bei Potsdam, seinem Wohnort, und 1799 eine andre in Krahne, welche bald Musterschulen für ähnliche Anstalten wurden. Eine wesentliche Stütze fand er dabei in dem von ihm zum Lehrer in Rekahn berufenen H. J. Bruns, dem er später die ehrende Grabschrift setzte: "Er war ein Lehrer!". In seinem "Versuch eines Schulbuches für Kinder der Landleute" (Berl. 1772) hatte R. schon vorher eine bessere Unterrichtsmethode dargelegt und empfohlen. Als tüchtiger Volks- und Jugendschriftsteller im Sinn der philanthropischen Aufklärung zeigte er sich in seinem oft aufgelegten und nachgeahmten "Bauernfreund", später "Kinderfreund" (Berl. 1776; neu bearb.