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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rommel; Romney; Romny; Romöe; Romont; Romorantin; Romrod; Romsdal; Romsey

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Rommel - Romsey.

auf dessen Deckel oder Patene die Hostien gelegt werden; die Monstranz oder das Ciborium, worin die durch die Konsekration vèrwandelte Hostie aufbewahrt und der Gemeinde gezeigt wird; die Büchse, worin Sterbenden das Sterbesakrament gebracht wird; die Weihrauchbüchse und das Rauchfaß; der Weihwasserkessel und der Weihwedel; die Kirchenfahne mit dem Bilde des Schutzpatrons; als heilige Bücher das Ritual, das Brevier und als Betinstrument endlich der Rosenkranz. Der Hauptbestandteil des römisch-katholischen Gottesdienstes ist die Messe (s. d.), welche täglich wenigstens einmal gelesen wird und von jedem frommen Katholiken wenigstens an jedem Sonn- und Festtag gehört werden soll. Nach der Messe folgt zuweilen eine Predigt, welche in der Landessprache gehalten wird. Betstunden, welche in den Nachmittags- und Abendstunden in der Kirche gehalten werden, heißen Vespern und Vigilien, katechetische Unterrichtsstunden für die Jugend Christenlehren. Von andern gottesdienstlichen Gebräuchen sind zu nennen: die Weihungen von Glocken, Kruzifixen, Kirchen, Kirchhöfen etc., die Begräbniszeremonien (s. Exequien), endlich die feierlichen Aufzüge, als Wallfahrten an heilige Orte, Prozessionen in Städten u. Dörfern, welche entweder regelmäßig an bestimmten Tagen, z. B. am Fronleichnamsfest, oder außerordentlicherweise als Erweisungen des Dankes gegen Gott oder einen Heiligen, oder als Supplikationen zur Abwendung allerlei Ungemachs angestellt werden.

Was die Verfassung der römisch-katholischen Kirche betrifft, so ist fast alles hierher Gehörige unter den Artikeln: "Katholizismus", "Episkopalsystem", "Hierarchie", "Papst", "Primat", "Kardinal", "Legaten", "Bischof", "Kapitel", "Kongregation", "Konsistorium", "Konzil", "Klerus" erörtert worden, daher wir hier nur noch dem päpstlichen Handbuch für 1886 ("La Gerarchia cattolica") folgende statistische Angaben entnehmen. Am 15. Jan. 1886 gab es 60 Kardinäle, 8 Patriarchen beider Riten, 735 Erzbischöfe und Bischöfe von lateinischem Ritus, die in ihrer Diözese wohnten, 53 Erzbischöfe und Bischöfe von orientalischem Ritus, 327 Erzbischöfe und Bischöfe in partibus infidelium, 20 Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe, die keinen Titel mehr hatten, 5 Prälaten nullius dioeceseos, im ganzen 1208 Mitglieder der höhern Geistlichkeit. Während des Pontifikats Pius' IX. hatte die katholische Hierarchie folgenden Zuwachs: 24 Bischofsitze wurden zu Metropolitansitzen erhoben und 5 Metropolitansitze neu eingerichtet, 130 Bischofstühle wurden neu geschaffen, 3 Bischöfe nullius dioeceseos ernannt, ferner 3 apostolische Delegationen, 33 apostolische Vikariate und 15 apostolische Präfekturen eingerichtet, zusammen 213 neue Stellen. Dazu kamen unter Leo XIII. bis 1886 noch 7 neue Erzbistümer, von denen 2 zuvor schon Bistümer gewesen waren, 26 Bischofsitze, eine apostolische Delegation, 20 Vikariate, von denen 3 zuvor schon Präfekturen gewesen waren, und 8 Präfekturen, zusammen 65 neue Stellen. S. auch den Art. Kirche nebst "Zeittafel der Kirchengeschichte". Vgl. F. Ch. Baur, Der Gegensatz des Katholizismus u. Protestantismus (2. Aufl., Tübing. 1836); Thiersch, Vorlesungen über Katholizismus u. Protestantismus (2. Aufl., Erlang. 1848); Döllinger, Kirche und Kirchen, Papsttum u. Kirchenstaat (Münch. 1861); Perrone, Praelectiones theologicae (36. Aufl., Rom 1881); Wetzer u. Weltes "Kirchenlexikon" (2. Aufl., Freiburg 1880 ff.); Hase, Handbuch der protestantischen Polemik (4. Aufl., Leipz. 1878); Joh. Delitzsch, Das Lehrsystem der römischen Kirche (Gotha 1875, Bd. 1).

Rommel, Dietrich Christoph von, deutscher Geschichtsforscher, geb. 17. April 1781 zu Kassel, widmete sich in Marburg und Göttingen dem Studium der Theologie und Philologie, wurde 1804 als außerordentlicher Professor nach Marburg berufen und erhielt 1805 hier die ordentliche Professur der Beredsamkeit und der griechischen Sprache. 1810 folgte er einem Ruf an die Universität zu Charkow, kehrte aber 1815 als Professor der Geschichte nach Marburg zurück und ward 1820 als Historiograph nach Kassel berufen. Später (1828) wurde er in den Adelstand erhoben und erhielt 1829 das Direktorat der Bibliothek und des Museums. Er starb 21. Jan. 1859 in Kassel. Sein Hauptwerk ist die "Geschichte von Hessen" (Hamb. u. Gotha 1820-43, 8 Bde., bis 1650); die Fortsetzung dazu: "Geschichte von Hessen seit dem Westfälischen Frieden" (Kassel 1853-58, 2 Tle.), blieb unvollendet.

Romney (New R., spr. nju rommni), Stadt in der engl. Grafschaft Kent, früher blühender Seehafen (einer der Cinque Ports), aber jetzt 2 km vom Meer entfernt, hat eine stattliche Kirche (aus dem 12. Jahrh.) und (1881) 1026 Einw. Der umgebende Romney Marsh (24,300 Hektar) ist jetzt drainiert und in ergiebiges Wiesenland verwandelt.

Romny (auch Romen), Kreisstadt im russ. Gouvernement Poltawa, am Einfluß der Romna in die Schula und an der Bahn Wilna-R., Sitz einer Landständischen Kreditgenossenschaft, hat 8 Kirchen, ein jüdisches Bethaus und (1885) 12,784 Einw. (1400 Juden), welche Tabaksbau, Anfertigung von Bauernstiefeln, landwirtschaftlichen Geräten und Thonwaren betreiben. Bedeutende Jahrmärkte.

Romöe, Insel, s. Röm.

Romont (spr. -óng), Landstädtchen im schweizer. Kanton Freiburg, im Glanethal, Station der Bahnlinie Lausanne-Freiburg und Ausgangspunkt der Zweigbahn nach Bulle, mit altem Schloß (775 m ü. M.), Cistercienser-Nonnenkloster (La Fille Dieu), (1880) 1876 Einw. und besuchten Viehmärkten.

Romorantin (spr. -rangtäng), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Loir-et-Cher, am Sauldre und der Eisenbahn Blois-Villefranche, mit altem Schloß (jetzt Amtsgebäude), Handelsgericht, Collège, Fabriken für Tuch u. Wollenstoffe, Öl, Pergament etc., Handel mit Cerealien, Wein, Holz etc. und (1886) 6555 Einw. R. ist die alte Hauptstadt der Landschaft Sologne. Hier erließ der Kanzler L'Hôpital 1560 das berühmte Edikt von R. gegen die Einführung der Inquisition in Frankreich.

Romrod, Stadt in der hess. Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld, an der Antrift, hat eine evang. Kirche, ein Schloß, eine Oberförsterei und (1885) 846 Einw.

Romsdal, Landschaft und Vogtei im nordwestlichen Norwegen, nach welcher das Amt R. seinen Namen führt, umfaßt im engern Sinn das vom Fluß Rauma gebildete Thal, das durch die Pässe von Lesja mit dem Gudbrandsdal in Verbindung steht und zu den großartigsten Gegenden Norwegens gehört. Hier erheben sich vom Thalboden, der nur 30-65 m ü. M. liegt, die Berge Romsdalshorn (1556 m), der Troldtinderne (1795 m) und Vengeltinderne (1842 m), welche das Thal zu einer Schlucht einengen. Im weitern Sinn versteht man darunter die um den Romsdalsfjord liegenden Landschaften. Das Amt R. umfaßt die Vogteien Söndmöre, R. und Nordmöre, im ganzen 14,709 qkm (267,1 QM.) mit (1876) 117,220 Einw. Hauptorte sind Christianssund und Molde.

Romsey (spr. rommsí), alte Stadt in Hampshire (England), am Test, 10 km nordwestlich von South-^[folgende Seite]