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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schwartze; Schwarz; Schwarza; Schwarzamsel; Schwarzawa; Schwarzbach

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Schwartze - Schwarzbach.

sind: "Memoiren eines spanischen Piasters" (Braunschweig 1857); "Hundert und ein Tag auf meinem Pferd und ein Ausflug nach der Insel Maddalena" (Hamb. 1860); "Ein Blick auf Kalabrien und die Liparischen Inseln im J. 1860" (das. 1861); "Garibaldi im Varignano 1862 und auf Caprera 1863" (Leipz. 1864); "Der junge Stelzentänzer" (Jena 1865); "Die Insel Kreta unter der ottomanischen Verwaltung" (Wien 1867); "Von Rom nach Kreta" (Jena 1870); "Kreta-Biene oder kretische Volkslieder, Sagen etc." (Münch. 1874); "Gemma oder Tugend und Laster", Novelle (das. 1877); "Garibaldi, Mitteilungen aus seinem Leben" (Hannov. 1884, 2 Bde.; 2. Aufl. in 1 Bd., 1885).

Schwartze, Hermann, Ohrenarzt, geb. 7. Sept. 1837 zu Neuhof in Pommern, studierte zu Berlin und Würzburg, habilitierte sich 1863 für Ohrenheilkunde und wurde 1868 Professor und 1884 Direktor der Universitätsohrenklinik in Halle. S. gehört zu den Begründern der wissenschaftlichen Ohrenheilkunde, er förderte die pathologische Anatomie des Gehörorgans und die operative Behandlung der Ohrenkrankheiten und schrieb: "Praktische Beiträge zur Ohrenheilkunde" (Würzb. 1864); "Paracentese des Trommelfells" (Halle 1868); "Pathologische Anatomie des Ohrs" (Berl. 1878); "Lehrbuch der chirurgischen Krankheiten des Ohrs" (Stuttg. 1885). Auch redigiert er seit 1872 das "Archiv für Ohrenheilkunde".

Schwarz bezeichnet nicht eigentlich eine Farbe, sondern die Eigenschaft von Körpern, Licht weder zu reflektieren, noch durchzulassen, sondern vollständig zu absorbieren (s. Farben, S. 32). Die gebräuchlichsten schwarzen Farben sind Beinschwarz, Frankfurter Schwarz, Ruß in seinen verschiedenen Formen (Lampenschwarz, Chinesische Tusche etc.), Thonschiefer etc. Auf Geweben aber bringt man schwarze Farben mit Blauholz und chromsaurem Kali oder mit Eisensalzen und Gerbsäure hervor. Außerdem kommen mehrere Teerfarbstoffe, Anilinschwarz, Nigrosin etc. in Betracht.

Schwarz, 1) Berthold, ein Franziskanermönch aus Freiburg, der eigentlich Konstantin Anklitzen geheißen und neben seinem Klosternamen Berthold den Beinamen S. wegen der eifrigen Beschäftigung mit chemischen Arbeiten erhalten haben soll, erfuhr angeblich 1259 (1320, 1354) die explosive Wirkung einer Mischung von Salpeter, Schwefel und Quecksilber oder von Salpeter, Schwefel, Blei und Öl und soll dadurch auf die Erfindung des Schießpulvers geführt worden sein. Sicheres ist hierüber nicht bekannt, doch scheint in Deutschland ganz allgemein der Glaube verbreitet gewesen zu sein, daß zu Anfang des 14. Jahrh. ein Mönch das Schießpulver erfunden habe. Einige nennen S. einen Mainzer, andre einen Nürnberger Franziskaner; einige lassen ihn seine Erfindung zu Goslar, andre zu Köln machen. 1853 ward ihm zu Freiburg ein Denkmal errichtet.

2) Friedrich Heinrich Christian, protest. Theolog und Pädagog, geb. 30. Mai 1766 zu Gießen, wurde 1790 Pfarrer in Dexbach bei Marburg, 1796 zu Echzell in der Wetterau und 1798 in Münster bei Gießen, 1804 Professor der Pädagogik und Theologie zu Heidelberg, wo er 3. April 1837 starb. In seiner Jugend der Kantschen Richtung zugethan, neigte er sich in seinem spätern Alter einer mild positiven Denkart zu. Von seinen pädagogischen Schriften sind hervorzuheben: "Grundriß einer Theorie der Mädchenerziehung" (Jena 1792, 2. Aufl. 1836); "Erziehungslehre" (Leipz. 1802-13, 4 Bde.; 2. Aufl. 1829-30, 3 Bde.); "Lehrbuch der Pädagogik und Didaktik" (Heidelb. 1805; später als "Lehrbuch der Erziehung und des Unterrichts" erschienen, 4. Aufl., von Curtmann neu bearbeitet, 1846-47; 8. Aufl. 1880-82, 2 Bde.).

3) Johann Karl Eduard, protest. Theolog, geb. 20. Juni 1802 zu Halle, studierte daselbst Theologie und Philologie, wurde 1825 Lehrer an dem Pädagogium Unsrer Lieben Frauen in Magdeburg, 1826 Pfarrer zu Altenweddingen und 1829 Professor der praktischen Theologie, Superintendent und Kirchenrat zu Jena, wo er 1836 auch das Direktorium des homiletischen Seminars erhielt. Seit 1849 Mitglied des neugebildeten weimarischen Kirchenrats, starb er 18. Mai 1870. Er veröffentlichte außer Kanzelreden: "Das erste Jahrzehnt der Universität Jena" (Jena 1858). Von der "Protestantischen Kirchenzeitung" hat er sich 1857 zurückgezogen.

4) Karl, freisinniger protest. Theolog, geb. 19. Nov. 1812 zu Wiek auf Rügen, war, nachdem er seine Beteiligung an burschenschaftlichen Verbindungen (1837) mit Haft verbüßt hatte, Mitarbeiter an den "Hallischen Jahrbüchern" und habilitierte sich zu Halle 1842 als Privatdozent; doch wurde ihm schon 1845 vom Ministerium das Dozieren untersagt, da er an den Versammlungen der protestantischen Freunde teilgenommen hatte. 1848 ward er von dem Kreis Torgau-Liebenwerda in die deutsche Nationalversammlung gewählt, und 1849 erhielt er eine außerordentliche Professur der Theologie zu Halle. 1856 ward er als Oberkonsistorialrat und Hofprediger nach Gotha berufen und 1858 hier zum Oberhofprediger und 1876 zum Generalsuperintendenten befördert. Er starb 25. März 1885. An der Gründung des Protestantenvereins hatte S. namhaften Anteil. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: "Über das Wesen der Religion" (Halle 1847); "Lessing als Theolog" (das. 1854); "Zur Geschichte der neuern Theologie" (Leipz. 1856, 4. Aufl. 1869); "Predigten aus der Gegenwart" (8 Sammlungen, das. 1859-83). Vgl. Rudloff, Karl S. (Gotha 1886).

Schwarza, Fluß im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, entspringt auf dem Thüringer Wald, unweit der meiningischen Grenze, nördlich von Steinheide, verfolgt nordöstliche Hauptrichtung, nimmt die Katze, Lichte, Rinne und andre Bäche auf, dient zum Flößen, hat ein sehr starkes Gefälle, enthält treffliche Forellen, führt etwas Goldsand mit und fällt nach einem 45 km langen Lauf bei dem Flecken S. zwischen Saalfeld und Rudolstadt links in die Saale. Das Schwarzathal, namentlich von Schwarzburg bis Blankenburg, gehört zu den romantischten Thälern des Thüringer Waldes; einer der schönsten Punkte desselben ist der Trippstein bei Schwarzburg (s. d.). - Der Flecken S., Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Landratsamt Rudolstadt, an der Eisenbahn Großheringen-Saalfeld, hat eine evang. Kirche, Farbenfabrikation, Gerberei, Sägemühlen und 900 Einw.

Schwarzamsel, s. Drossel.

Schwarzawa, Fluß in Mähren, entspringt am böhmisch-mährischen Grenzgebirge, fließt in südöstlicher Richtung, vereinigt sich unterhalb Brünn mit der ihr aus romantischem Thal zuströmenden Zwittawa, heißt von da an Schwarza, nimmt sodann bei Seelowitz die Cesawa auf und mündet, mit der von rechts kommenden Iglawa vereint, 160 km lang, bei Maschau in die Thaya.

Schwarzbach, Badeort im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Lauban, bei Wiegandsthal, 18 km