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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schwebföhre; Schwebungen; Schwechat; Schweden

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Schwebföhre - Schweden.

Larvenhaut bestehenden Kokon, aus welchem in kurzer Zeit die Fliege ausschlüpft. Zu diesen S. gehört die Mondfleckschwebfliege (Syrphus seleniticus L., s. Tafel "Zweiflügler"), welche an Kopf und Thorax metallisch blau, am Schildchen bräunlichgelb, fein behaart und auf dem platten, schwarzen Hinterleib mit drei Paar weißen Mondflecken gezeichnet ist. Das Weibchen legt seine Eier einzeln an Blätter, auf welchen Blattläuse wohnen. Die gelbgrünen, etwas braun gefleckten Larven bilden einen tropfenförmigen, grauen oder gelbbraunen Kokon, aus welchem die Fliege durch ein Deckelchen hervorkommt. Die Larven von Volucella-Arten leben in Hummel- und Wespennestern, andre sind farblos, walzig, fast wurstförmig, mit langen Atemröhren und entwickeln sich in unreinem stehenden Wasser, in Abtritten etc. Die schmutzig graue, cylindrische Larve der Schlammfliege (Eristalis tenax L.), 16 mm lang, mit 19 mm langem, fadenförmigem, in eine dünne Spitze auslaufendem Schwanz, lebt in Rinnsteinen, an jauchigen Plätzen etc. und verpuppt sich an trocknern Orten. Die Fliege, einer Drohne ähnlich, ist an Kopf und Bruststück braungelb behaart, am dunkelbraunen Hinterleib gelblich gefleckt und an dessen Außenseiten und am Bauch ebenfalls behaart. Die Larven andrer Arten leben im untern Teil von Zwiebelgewächsen und richten oft an Nutz- und Zierpflanzen Schaden an. Zu diesen gehört die Zwiebelmondfliege (Eumerus lunulatus Meig.), welche auf dem metallisch grünen Hinterleib zwei grau behaarte Mondfleckchen und auf dem Rückenschild zwei graue Striemen besitzt. Die kopflose, graugelbe Larve lebt einzeln im Herzen der Küchenzwiebel, welche dadurch zu Grunde geht, und verpuppt sich hier oder in der Erde.

Schwebföhre, s. Forelle.

Schwebungen (Schweben der Töne), in der Akustik die in regelmäßigen Abständen sich wiederholenden auffallenden Intensitätsverstärkungen, welche der Zusammenklang zwei annähernd, aber nicht völlig gleich hoher Töne erfährt. Die größte Tonstärke dieser S. nennt man Stoß oder Schlag.

Schwechat, Marktflecken in der niederösterreich. Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leitha, 12 km südöstlich von Wien, am Fluß S., der am Wienerwald bei Klausen-Leopoldsdorf entspringt, Baden und Laxenburg berührt und nach 56 km langem Lauf bei Kaiser-Ebersdorf in die Donau mündet. S. hat ein Bezirksgericht, eine großartige Bierbrauerei (Dreher, Produktion jährlich über 400,000 hl), ein Eisen- und Stahlwerk der Österreichisch-alpinen Montangesellschaft, Gasanstalt, Mühlen u. (1880) 4632 Einw. In der Nähe steht ein Obelisk zur Erinnerung an die Zusammenkunft Kaiser Leopolds I. mit dem König Sobieski von Polen nach der Befreiung Wiens 1683.

Schweden (Sverige, hierzu Karte "Schweden und Norwegen"), Königreich, welches die größere Osthälfte der Skandinavischen Halbinsel umfaßt, liegt zwischen 55° 20'-69° 3' nördl. Br. und 11° 8'-24° 9' östl. L. v. Gr., wird westlich von Norwegen (die Grenze ist durch einen Vertrag von 1751 bestimmt), dem Skagerrak, Kattegat und Öresund, südlich und östlich von der Ostsee, dem Bottnischen Meerbusen und Finnland begrenzt, von dem letztern durch die Torneå- und die Muonioelf geschieden.

Physische Verhältnisse.

[Bodengestaltung.] Während Norwegen, welches die westliche Hälfte der Skandinavischen Halbinsel einnimmt, durchaus ein schroffes Gebirgsland ist, bildet S. (mit seinen drei großen historischen Landschaften: Gotland im Süden, Svealand in der Mitte und Norrland im N.) im großen und ganzen eine Ebene, die meistens nur unbedeutend über das Meer erhöht ist. Etwa 150,000 qkm haben eine Höhe von weniger als 89 m, 128,000 qkm zwischen 89 u. 238 m, 134,000 qkm zwischen 238 und 594 m und 38,000 qkm über 594, im Durchschnitt 650 m. Nur der mittlere und nördliche Teil des Reichs längs der norwegischen Grenze ist Gebirgsland. So tritt unter 61½° beim Hemfjäll zwischen der Westerdalelf und der Klarelf ein von dem norwegischen Gebirgssystem nördlich geschiedener Höhenzug ganz in S. ein und erfüllt, reich an Eisenerz, die Gegenden von Dalarne, Wermland und Westmanland mit seinen bewaldeten Höhen, die jedoch kaum irgendwo auf 450 m ansteigen. Derselbe tritt als Querrücken von W. nach O. zwischen den beiden Seen Wener und Wetter als Tiveden, östlicher (im N. des Meerbusens Bråviken) als Kolmården auf, während der Hauptzug weiter gegen Süden längs des Wetter hinreicht, das über 260 m hohe Bergplateau von Småland bildet, woselbst sich im Süden des Wettersees der Eisenberg Taberg bis 336 m erhebt, und sich endlich in Schonen, der südlichsten Provinz Schwedens, verflacht. Nördlicher erheben sich aus der Ebene noch einzelne ziemlich ansehnliche Berge, z. B. der Kinnekulle am Wenersee (279 m), weiter östlich der Billingen (275 m), der Mösseberg (323 m) und im O. des Wettersees der Omberg (263 m). Überall in den Ebenen (welche die Landseen Mälar, Wener und Wetter umgeben sowie auch längs der ganzen Küste einen ziemlich breiten Gürtel bilden) liegen, mit Ausnahme des südlichen Schonen, erratische Felstrümmer zerstreut. Die zu S. gehörige große Insel Gotland erreicht nur 60 m Höhe. In den Lappmarken erheben sich die höchsten Gebirgsspitzen Schwedens, vor allen der Sulitelma (1875 m), weiter südlich der Areskutan (1472 m) in Jemtland und der Städjan (1176 m) in Dalarne. Alpenlandschaften finden sich nur in den Lappmarken, und nur hier kann man von einer die beiden Königreiche der Skandinavischen Halbinsel scheidenden Gebirgskette sprechen, wie sie in den ältern Landesbeschreibungen eine große Rolle spielt. Westwärts, wo die Thäler zu Norwegen gehören, tritt diese Kette bis ans Meer hinan; ostwärts sinkt sie nach und nach zur Ebene ab, die von den großen auf ihr entspringenden Flüssen durchströmt wird.

Die Küstenbildung Schwedens ist viel einfacher als die von Norwegen. Die Fjorde, welche dort der Landschaft ein besonderes Gepräge verleihen, kommen in S. nur spärlich vor. Von den Busen und Buchten am Kattegat sind nur die kleinen Gullmars- und Kongsbackafjorde sowie die Laholmsbucht und der Skeldervik, an der Ostsee die Meerbusen Slätbaken und Bråviken sowie die sehr buchtenreiche, von vielen vorgelagerten Inseln erfüllte Einfahrt in den Mälar (bei Stockholm) anzuführen. Dagegen besitzt S. vielleicht einen mehr ausgebildeten Skärgård als Norwegen, der in S. nur selten gänzlich fehlt und an einigen Stellen sehr breit ist. Diese zahllosen kleinen Inseln sind für die Küstenfahrt von äußerster Wichtigkeit, da sie gegen offene Stürme und Wellen Schutz verleihen. Im Skagerrak und Kattegat bemerken wir unter den größern Inseln des Skärgård die beiden Inseln Oroust und Tjörn, im Öresund die Insel Hven und in der Ostsee außer Gotland und Öland die zu den Stockholmer Schären gehörenden Inseln Utö (Eisengruben), Muskö, Ornö, Wermdö (die größte derselben), Ljusterö, Gräsö u. a. Am Eingang des Bottnischen Meerbusens sind die (russischen) Alandsinseln, und wo der Bottnische Meerbusen am schmal-^[folgende Seite]