Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schwyzer Alpen; Schyl; Schyn; Schyndel; Sciacca; Scialoja; Sciapteron; Sciara; Sciarra; Scicli; Science; Scientia; Scifarinwaren

783

Schwyzer Alpen - Scifarinwaren.

kannte, und ward hierauf dem Kanton Waldstätten einverleibt, blieb aber unter der Führung Aloys Redings der Herd des Föderalismus. Die Mediationsakte stellte 1803 die kantonale Selbständigkeit von S. wieder her, zugleich wurde Gersau, welches 1332-1798 ein unabhängiger, mit den Waldstätten verbündeter Freistaat gewesen war, damit vereinigt. Bei der Reaktion von 1814 zwang Altschwyz seine ehemaligen Unterthanen March, Einsiedeln, Küßnacht zu einem Vergleich, wonach es 2/3, diese aber nur 1/3 des Landrats zu bestellen hatten. 1830 verlangten die äußern Bezirke die Wiederherstellung der Rechtsgleichheit und konstituierten sich, da Altschwyz sich weigerte, als selbständiger Kanton "S. äußeres Land" (Mai 1832). Als hierauf S. die abgefallenen Landschaften mit Waffengewalt zu unterwerfen Miene machte (31. Juli 1833), wurde es von der Tagsatzung militärisch besetzt, bis eine neue Verfassung (13. Okt.) die beiden Landesteile auf dem Fuß der Rechtsgleichheit wieder vereinte. Auch in der Folge blieb S. der klerikalen Politik treu und bewies sich als eifriges Glied des Sonderbundes. Durch die Verfassungsrevisionen von 1848 und 1855 trat S. aus der Reihe der Landsgemeindekantone in die der Repräsentativdemokratien über. Vgl. Meyer v. Konau, Der Kanton S., historisch, geographisch und statistisch (St. Gallen 1835); Faßbind, Geschichte des Kantons S. bis 1798 (Schwyz 1832-39, 5 Bde.); Steinauer, Geschichte des Freistaats S. (von 1798 an, Einsiedeln 1861, 2 Bde.); Blumer, Staats- und Rechtsgeschichte der schweizerischen Demokratien (St. Gallen 1850-1859, 2 Tle.).

Schwyzer Alpen pflegt man heute die zwischen Reuß und Limmat verzweigte Abteilung schweizerischer Voralpen zu nennen, da der Hauptteil dieser Bergwelt dem Kanton Schwyz angehört und nur mit einigen Ausläufern in die Nachbarkantone (Luzern, Zug, Zürich, Glarus) übergreift. Weltberühmt ist der Rigi (s. d.), berüchtigt der nahe Roßberg (s. d.), von welchem einerseits der Zugerberg, anderseits ein Zug zum Hohrohnen (s. d.) abzweigt. Weit vorgeschoben ins Flachland verläuft die Kette des Albis (s. d.). Dem Rigi gegenüber, hoch aufgebaut über dem Thalkessel von Schwyz, erheben sich die Mythen (die Große 1903 m und die Kleine 1815 m), zwei prächtige, kahle Felshörner. Ein Zug verbindet sie mit dem Drusberg (2281 m), und weiterhin teilt sich der Bau; der eine Arm trägt als höchste Gipfel Fluhberg (2095 m) und Auberg (1702 m) und wendet um zum Etzel (s. d.), während der andre Arm, auf Glarner Boden übergreifend, in die kühnen Wände des Wiggis, die im Rautispitz (2284 m) dem Glärnisch gegenüberstehen, ausläuft.

Schyl (Shiul, Jiu), linker Nebenfluß der Donau in der Kleinen Walachei, entspringt in den Transsylvanischen Alpen, durchfließt den Vulkanpaß und mündet gegenüber Rahowa; 200 km lang.

Schyn, wilde Felsschlucht im schweizer. Kanton Graubünden, wird von der Albula (s. d.) durchrauscht, unmittelbar bevor diese in den Hinterrhein mündet. 1868-69 baute Graubünden, unter Subvention von seiten des Bundes, eine Kunststraße durch die Schlucht, die in der Soliser Brücke den Fluß überschreitet und zum Großartigsten dieser Art gehört. Die Straße führt von Tiefenkastels bis Tusis, ist 13,7 km lang und 4 m breit und enthält an gefährlichen Stellen gemauerte Galerien zum Schutz gegen Erdstürze und Lawinenzüge (s. Alpenstraßen).

Schyndel, Flecken in der niederländ. Provinz Nordbrabant, südöstlich von Herzogenbusch, an der Eisenbahn Boxtel-Wesel, mit Ackerbau, Viehzucht, einigem Handel und (1887) 5373 Einw., ein Hauptort für die Fabrikation der sogen. Klompen (Holzschuhe).

Sciacca (spr. schacka), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), auf steiler Höhe an der Südküste gelegen, hat einen Dom (1090 gegründet), mehrere mittelalterliche Bauten, Reste von zwei alten Kastellen, in den Felsen gehauene Getreidemagazine, ein Gymnasium und eine technische Schule, Thonwarenfabrikation, Handel mit Getreide, Öl und Sardellen und (1881) 20,709 Einw. Auf der Reede von S. liefen 1886: 500 Schiffe mit 46,873 Ton. an. Östlich von S., am Fuß des Monte San Calogero, liegen im Thal die heißen Quellen von S. (Thermae Selinuntinae), vier schwefel- und salzhaltige Quellen mit einer Temperatur bis 45° C. Nahe am Gipfel des Bergs brechen aus Klüften heiße Wasserdämpfe (bis 40° C.) hervor, die zu Schwitzbädern benutzt werden.

Scialoja (spr. scha-), Antonio, ital. Nationalökonom, geb. 1816 zu Procida im Neapolitanischen. 1843 veröffentlichte er seine "Principj dell' economia sociale esposti in ordine ideologico" (2. Aufl., Turin 1846). Ferner erschien von ihm ein "Trattato elementare di economia sociale" (Turin 1848). Von 1846 bis 1848 lehrte er als Professor der Nationalökonomie an der Universität zu Turin. 1848 wurde er zum Deputierten der Provinz Neapel gewählt; die Reaktion des Jahrs 1849 machte ihm den Prozeß wegen seiner Beteiligung an den Bewegungen des Revolutionsjahrs, und sein erst 1852 gesprochenes Urteil lautete auf Verbannung. Er bekleidete darauf eine bescheidene Stellung bei der Steuerverwaltung zu Turin. 1860 wurde er zum Generalsekretär im Finanzministerium und darauf zum Sektionschef am Rechnungshof ernannt. Seit 1860 war er auch mehrmals ins Parlament gewählt worden; später erhielt er die Senatorwürde. Vom Dezember 1865 bis Februar 1867 war er Finanzminister, 1872 übernahm er das Portefeuille des Unterrichtsministeriums, das er 1874 niederlegte, nachdem er in der Kammer mit dem von ihm eingebrachten Gesetz über den obligatorischen Unterricht in der Volksschule nicht durchgedrungen war. 1875 wurde er nach Ägypten berufen, um dort die finanzielle Verwaltung des Landes regeln zu helfen. Er starb 14. Okt. 1877 in Procida bei Neapel. Vgl. de Cesare, La vita, i tempi e le opere di A. S. (Rom 1879).

Sciapteron, s. Glasflügler.

Sciara, s. Mücken.

Sciarra, Palazzo (spr. scha-), ein am Corso zu Rom belegener, 1600 von F. Ponzio im Renaissancestil erbauter Palast, welcher eine auserlesene Gemäldesammlung (Raffaels Violinspieler, Tizians Bella, Bilder von Palma Vecchio, Reni, C. Lorrain u. a) enthält.

Scicli (spr. schikli), Stadt in der ital. Provinz Syrakus (Sizilien), Kreis Modica, am gleichnamigen Küstenfluß zwischen Felsen gelegen, hat 6 Kirchen, Viehzucht und Käsebereitung, Handel, einen Hafen (Sampieri) und (1881) 11,842 Einw. Auf der Höhe über S. stand das alte Kasmene, eine Gründung der Syrakusaner, von der noch Gräber, eine Wasserleitung u. a. erhalten sind.

Science (franz., spr. ssiangs), Wissenschaft; in Frankreich versteht man unter Sciences im engern Sinn nur Mathematik und Naturwissenschaften (im Gegensatz zu Lettres, den humanistischen Wissenschaften).

Scientia (lat., Scienz), Wissen, Wissenschaft, Kenntnis; daher scientifisch, wissenschaftlich.

Scifarinwaren, Gegenstände des Luxus und des