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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sclafani - Scorzonera.

den "englischen Garten" an, trat für kurze Zeit in badische Dienste und wurde 1803 als Intendant der königlichen Gärten nach München zurückberufen, wo er den Englischen Garten vollendete und den großen regelmäßigen Garten von Nymphenburg in eine landschaftliche Anlage verwandelte. Außer andern Kunstgärten legte S. von München aus auch den Schloßgarten von Biebrich an. Als Begründer der Landschaftsgärtnerei im "englischen Stil" in Deutschland schuf er durch seine "Beiträge zur bildenden Gartenkunst" (Münch. 1818, 2. Aufl. 1825) und durch seine Gruppierungs- und Pflanzweise eine Art Schule von Landschaftsgärtnern, welche heute noch fortwirkt. Er starb 1823 als Hofgartenintendant in München, wo ihm im Englischen Garten ein Denkmal errichtet wurde.

Sclafani, Dorf in der ital. Provinz Palermo, Kreis Termini, 811 m hoch auf steilem Berge gelegen, hat eine Kirche (mit griechischem Marmorsarkophag), salz-, schwefel-, jod- und eisenhaltige Quellen (33° C.), eine Badeanstalt und (1881) 843 Einw.

Sclater (spr. sklehter), Philipp Lutley, Zoolog, geb. 1829, studierte in Oxford die Rechte, fungierte seit 1855 an Lincoln's Inn, ward 1859 Sekretär der Londoner Zoological Society und wandte sich mehr und mehr den Naturwissenschaften, speziell der Ornithologie, zu. Er veröffentlichte: "Catalogue of American birds" (Lond. 1862), "Zoological sketches" (das. 1861-62, 2 Bde.), "Jacamars and puffbirds" ("Galbulidae and Buconidae", das. 1880), "Guide to the gardens of the Zoological Society of London" und redigierte die erste Serie der "Ibis" sowie die "Natural History Review". 1877-82 war er Generalsekretär der Association for the advancement of science.

Sclera (Sclerotica), harte Haut des Auges (s. d., S. 74).

Scléroderma Pers. (Fellstreuling, Hartbovist), Pilzgattung aus der Unterordnung der Gastromyceten, charakterisiert durch eine stiellose, rundliche, dicke, leder- bis holzartige Peridie ohne Mittelsäule und eine im reifen Zustand gekammerte Gleba, welche aus dem vertrockneten, brüchigen Netzwerk der Kammerwände besteht und in den Kammern nur mit Sporen ohne Kapillitium erfüllt ist. Auf der Erde oder halb unterirdisch wachsende, mit wurzelartigen Myceliumsträngen versehene, ziemlich große Pilze, in ungefähr sieben Arten in Europa und Amerika. S. vulgare Fr. (gemeiner Hartbovist), 2,5-5,4 cm im Durchmesser, ungefähr kugelig, etwas in die Breite gezogen, am Grund zitronengelb, übrigens schmutzig weiß bis braun, wird in manchen Gegenden in Scheiben geschnitten und betrügerischerweise für Trüffeln verkauft, ist aber giftig.

Sclopis di Salerano, Federigo, Graf, ital. Rechtsgelehrter und Geschichtschreiber, geb. 10. Jan. 1798 zu Turin als Sohn des gleichfalls litterarisch thätig gewesenen Grafen Alessandro S., erhielt, nachdem er seine Rechtsstudien vollendet hatte, eine Stelle im Ministerium des Innern, wirkte dann als Mitglied des obersten Gerichtshofs, wurde 1847 zum Präsidenten der obersten Zensurkommission gewählt, führte den Vorsitz in der Kommission zur Entwerfung eines Preßgesetzes und übernahm im März 1848 das Portefeuille der Justiz im Ministerium Balbo. Nach dem Rücktritt des Ministeriums Balbo blieb er politisch thätig als Deputierter und Senator. 1860 erhielt er die Würde eines Staatsministers, 1861-64 präsidierte er dem Senat. 1869 wurde er Mitglied des französischen Instituts; 1871 war er Vertreter Italiens bei einem Genfer Schiedsgericht in der Alabamafrage. S. starb 8. März 1878. Er schrieb: "Storia dell' antica legislazione del Piemonte" (Tur. 1833) und "Storia della legislazione italiana" (2. Aufl., das. 1863, 4 Bde.; franz., Par. 1862, 3 Bde.); "Sull' autorità giudiziaria" (Tur. 1842); "Le relazioni politiche tra la dinastia di Savoia ed il governo britannico dal 1240 al 1815" (das. 1853); "Marie Louise Gabrielle de Savoie, reine d'Espagne" (Par. 1867); "Le cardinal Morone" (das. 1869). Vgl. Saredo, Federigo S. (Tur. 1862); Rocca, Le comte Fréd. S. (Par. 1880).

Scolopax, Schnepfe; Scolopacidae (Schnepfen), Familie aus der Ordnung der Stelzvögel (s. d.).

Scolopendrium Sw. (Zungenfarn), Farngattung aus der Familie der Polypodiaceen, charakterisiert durch seitenständige Fruchthäufchen mit seitlichem Schleier, welche paarweise an zwei benachbarten Nerven so stehen, daß die freien Ränder der Schleier einander zugekehrt sind, krautartige Farne mit schiefem Wurzelstock und ungeteilten, lanzett- oder spießförmigen Blättern. S. vulgare Sym. (gemeiner Zungenfarn, Hirschzunge), mit 16-48 cm langen, büscheligen, kurzgestielten, lanzett-zungenförmigen, zugespitzten, am Grund herzförmigen, ganzrandigen Blättern, an feuchten, schattigen Mauern und Felsen in Gebirgsgegenden Deutschlands, war früher offizinell und wird in Gärten in mehreren Varietäten kultiviert.

Scomber, Makrele.

Scone Palace (spr. skuhn pälles), s. Perth 1).

Sconto (ital.), s. Diskont.

Scontro (ital.), s. Skontro.

Scop., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Johann Anton Scopoli, geb. 1723 zu Cavalese in Tirol, gest. 1788 in Pavia als Professor (Entomologie, Botanik, Flora carniolica).

Scordia, Stadt in der ital. Provinz Catania (Sizilien), mit Orangenkultur und (1881) 7693 Einw.

Score, engl. Gewicht für Wolle, = 1/12 Pack (s. d.).

Scoresby (spr. skohrsbi), William, engl. Reisender, geb. 1789, war, wie sein Vater, von Haus aus ein einfacher Walfischfänger und machte schon früh dessen zahlreiche Fahrten im Arktischen Meer mit, wo beide in etwa zwölf Jahren ca. 3 Mill. Mk. sozusagen herausfischten. Sie erwarben sich aber auch, namentlich der jüngere S., durch fleißige Studien so treffliche Kenntnisse, daß ihre Berichte über die von ihnen gemachten Beobachtungen, Untersuchungen und Erlebnisse für die Kenntnis dieser nördlichen Regionen von hervorragender Bedeutung wurden. Sie drangen 1806 von Spitzbergen aus bis 81° 30', dem höchsten bis dahin von einem Schiff erreichten Punkt, vor, und der jüngere S. durchbrach 1822 die Eismassen an der Ostseite Grönlands und untersuchte dessen so lange ganz unzugängliche Küste zwischen 74 u. 69°. Außer dem Bericht über diese Reise ("Journal of a voyage to the northern whale-fishery", Edinb. 1823; deutsch, Hamb. 1825) schrieb S. ein treffliches Werk über die Hydrographie, Meteorologie und Naturgeschichte der arktischen Regionen ("Account of the arctic regions", 1820), studierte dann seit 1823 in Cambridge Theologie und wurde Geistlicher, ohne jedoch seine Thätigkeit als wissenschaftlicher Schriftsteller aufzugeben. Er besuchte 1853 Australien und starb 21. März 1857 zu Torquay in England. Vgl. die von seinem Neffen R. E. Scoresby-Jackson verfaßte Biographie (Lond. 1861).

Scorodosma foetidum, s. Ferula.

Scorso (ital.), Verfallzeit eines Wechsels.

Scorzonera L. (Haferwurz, Schwarzwurz),