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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Seckenheim - Secundus.

sein poetisches Talent durch den Umgang mit Goethe, Schiller und Wieland weiter ausgebildet wurde, und 1802 als Regierungsrat nach Stuttgart, wurde aber hier wegen eines angeblichen Majestätsverbrechens in eine Untersuchung verwickelt und als Staatsgefangener erst auf dem Schlosse Solitüde, dann auf dem Hohenasperg gefangen gesetzt. 1805 wieder freigegeben, ging er nach Wien, wo er mit J. L. ^[Joseph Ludwig] Stoll seit 1808 das Journal "Prometheus" herausgab. Beim Ausbruch des Kriegs von 1809 trat er als Hauptmann in die Wiener Landwehr ein, folgte dann der Hillerschen Heeresabteilung und fand 6. Mai 1809 bei Ebersberg an der Traun den Tod, indem er schwerverwundet in einer Scheune verbrannte. Er veröffentlichte: "Blüten griechischer Dichter" (Weim. 1800); "Neujahrstaschenbuch von Weimar für 1801"; "Taschenbuch für Weimar auf das Jahr 1805" und "Musenalmanach" (Regensb. 1806 u. 1807).

6) Gustav Anton, Freiherr von, Bruder von S. 4), ebenfalls Dichter und Schriftsteller, geb. 26. Nov. 1775 zu Meuselwitz, studierte in Leipzig und Wittenberg, verweilte 1796-98 in Nordamerika, trat dann in kursächsische Dienste, wurde 1807 Kammerdirektor in Hildburghausen, nahm aber schon nach sieben Monaten seine Entlassung und machte 1808-1811 unter dem Namen Patrick Paale als Deklamator Kunstreisen. Nachdem er 1811 in Göttingen promoviert, hielt er hier, dann in Berlin und andern Orten Vorlesungen, wurde 1814 zum Professor am Carolinum in Braunschweig ernannt und ging schließlich (1821) wieder nach Amerika, wo er 1823 in Alexandria (Louisiana) in Armut und Elend starb. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: die Trauerspiele "Otto III., der gutgeartete Jüngling" (Torgau 1805) und "Orsina", ein Folgestück aus Lessings "Emilia Galotti" (Braunschw. 1804); ferner "Kritik der Kunst" (Götting. 1812); "Aphorismen" (Berl. 1812); "Beiträge zur Philosophie des Herzens" (das. 1814); "Vorlesungen über bildende Kunst etc." (Aarau 1814); "Vorlesungen über Deklamation und Mimik" (Braunschw. 1816); "Grundzüge der philosophischen Politik" (Leipz. 1817); "Des Vaters Bild", Trauerspiel (das. 1822), u. a.

7) August Heinrich Eduard Friedrich, Freiherr von (aus der Rinhofer Hauptlinie), Jurist, geb. 13. Febr. 1807, studierte in Bonn, trat 1830 in den preußischen Staatsdienst, war lange Jahre als rheinischer Jurist unter anderm beim Justizamt in Ehrenbreitstein und beim Appellationsgericht zu Köln als Richter thätig, wurde dann Staatsprokurator zu Trier, später Oberprokurator zu Köln, 1856 Mitglied des Obertribunals zu Berlin und 1871 Generalprokurator am Appellationsgericht zu Köln. 1849-1851 vertrat er einen rheinischen Wahlbezirk in der Zweiten Kammer des preußischen Landtags. Mit Errichtung des Reichsgerichts (1. Okt. 1879) wurde er als Oberreichsanwalt an die Spitze der Reichsanwaltschaft berufen. Er starb 30. Dez. 1885 in Leipzig.

8) Arthur, Freiherr von S.-Gudent, Forstmann, geb. 1. Juli 1845 zu Schweizerhall bei Basel, studierte Forstwissenschaft in Gießen, wurde 1868 Privatdozent der Forstwissenschaft in Zürich, 1870 Professor an der Forstakademie Mariabrunn, 1873 k. k. Regierungsrat, 1874 Leiter des forstlichen Versuchswesens in Österreich, 1875 Professor an der Hochschule für Bodenkultur in Wien und starb 29. Nov. 1886 daselbst. Er schrieb unter anderm: "Die forstlichen Verhältnisse Frankreichs" (Leipz. 1879); "Beiträge zur Kenntnis der Schwarzföhre" (Wien 1881); "Das forstliche Versuchswesen" (das. 1881); "Verbauung der Wildbäche, Aufforstung und Berasung der Gebirgsgründe" (das. 1884). Auch gab er die "Mitteilungen aus dem forstlichen Versuchswesen Österreichs" und das "Zentralblatt für das gesamte Forstwesen" heraus und übersetzte Demontzeys "Studien über die Arbeiten der Wiederbewaldung und Berasung der Gebirge" (Wien 1880). Vgl. Böhmerle, Arthur, Freiherr v. S. (Wien 1887).

Seckenheim, Dorf im bad. Kreis Mannheim, am Neckar und an der Linie Mannheim-Konstanz der Badischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine chemische Fabrik, Ziegeleien, Zement- und Steinzeug- und Zigarrenfabrikation, Korbflechterei, Lumpenschneiderei, Tabaksbau und (1885) 3805 meist kath. Einwohner. Hier Sieg des Kurfürsten Friedrich des Siegreichen von der Pfalz über die Badenser und Württemberger 30. Juni 1462. Zum Gedächtnis desselben wurde auf dem Schlachtfeld das Dorf Friedrichsfeld (s. d.) gegründet.

Seckenmaschine, s. Bördelmaschine.

Seclin (spr. ssekläng), Stadt im franz. Departement Nord, Arrondissement Lille, an der Eisenbahn Douai-Lille, hat Flachs- und Baumwollspinnerei, Leinen-, Öl- und Zuckerfabrikation und (1886) 4986 Einw.

Second (spr. ssökóng), Albéric, franz. Dichter, geb. 17. Juni 1817 zu Angoulême, war 1848-50 Unterpräfekt von Castellane im Departement Niederalpen, schloß sich dann dem Kaiserreich an, das ihn vielfach protegierte (worüber in den Tuilerienpapieren Erbauliches zu lesen) und ihm den Posten eines Regierungskommissars am Odéontheater übertrug. Als Dichter ist S. mit Romanen und Dramen hervorgetreten, die sich weit über die Mittelmäßigkeit erheben. Die erstern haben meist einen phantastischen Anstrich, so: "Lettres cochinchinoises sur les hommes et les choses du jour" (1841); "Mémoires d'un poisson rouge" (1842); "Les petits mystères de l'opéra" (1844); "Contes sans prétention" (1854); "Misères d'un prix de Rome" (1868); "La semaine des quatre jeudis" (1872); "La vicomtesse Alice" (1873); "Les demoiselles du Ronçay" (1874, von der Akademie preisgekrönt) und "Le roman de deux bourgeois" (1879). Von seinen Theaterstücken, die er meist mit Hilfe von Mitarbeitern schrieb, verdienen Erwähnung: "Un dragon de Vertu" (1839); "Le droit d'aînesse" (1842); "English spoken" (1855); "La comédie à Ferney" (1857); "Un baiser anonyme" (1868); "La fontaine de Berny" (1869); "Une vendette parisienne" (1869); "Un maître en service" (1872) u. a. S. redigierte auch mehrere Blätter, darunter den "Entr'acte", und wirkte unter Villemessant als Chroniqueur beim "Figaro" und "Grand Journal" mit. Mit der neuen Republik stand er auf gespanntem Fuß. Er starb Ende Mai 1887 in Paris.

Secondo (ital.), der zweite; seconda volta (abgekürzt IIda ^[II^{da}]), das zweite Mal. Vgl. Primo.

Secrétage (franz., spr. -ahsch'), s. Salpetersäuresalze, S. 228.

Sectĭle opus (Sectilia pavimenta, lat.), Fußboden eines Zimmers, der aus kleinen, mosaikartig zusammengesetzten Stückchen Marmor besteht.

Sectio aurea (lat.), "goldener Schnitt" (s. d.).

Sectio caesarĕa (lat.), der Kaiserschnitt.

Sector (lat.), Ausschnitt (s. d.), oft speziell Kreisausschnitt.

Secundarĭus (lat.), von der zweiten Ordnung oder der zweiten Qualität; in den Klöstern der, welcher dem Abt im Rang folgt; in der protestantischen Kirche der zweite Ortspfarrer.

Secundus (lat.), der Zweite.