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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Segura - Sehwinkel.

Segura, 1) Fluß im span. Königreich Murcia, entspringt am Ostabhang der Sierra de S., strömt in mehrfachen Windungen nach O. und mündet, nachdem er das prächtig angebaute Thal von Ricote und die Vegas von Murcia und Orihuela bewässert hat, nach einem Laufe von 250 km nördlich von Guardamar in das Mittelländische Meer. Seine bedeutendern Nebenflüsse sind: Mundo, Quipar und Sangonera. - 2) S. de la Sierra, Stadt in der span. Provinz Jaen, mit Holzhandel und (1878) 2775 Einw. - 3) S. de Leon, Stadt in der span. Provinz Badajoz, mit (1878) 3401 Einw.

Seh, japan. Flächenmaß, s. Tang.

Se habla español (span., spr. espanjöl), "man spricht spanisch".

Sehachse, s. v. w. Augenachse.

Sehe, s. v. w. Pupille (s. d.).

Sehen, s. Gesicht.

Sehhügel, s. Gehirn, S. 2.

Sehim (arab.), eins der ältesten türk. Staatspapiere, eine auf ein Nationalanlehen gegründete Staatsrente mit ursprünglich 5proz. Einkommen.

Sehlinie, s. Gesichtsachse.

Sehlstedt, Elias, schwed. Dichter, geb. 1808, begann seine schriftstellerische Laufbahn 1832 und entwickelte vier Jahrzehnte hindurch eine reiche Produktivität, deren Erzeugnisse mehrere Bände füllen, welche sämtlich neue Auflagen erlebten. Als Dichter pflegte S. vorzugsweise das humoristische Naturidyll und steht daher wohl K. I. ^[richtig: K. F. (Karl Fredrik)] Dahlgren am nächsten. Er verbrachte als Zollbeamter den größten Teil seines Lebens in den Schären Stockholms, und die herrliche Umgebung gab ihm stets neue Anregungen. Er starb 1874. Durch Nationalsubskription wurde ihm 1875 auf seinem Grab ein Denkmal errichtet. Seine "Samlade sånger och visor" erschienen in 5 Bänden (Stockh. 1873-78).

Sehne (Chorda), in der Geometrie das Stück einer geraden Linie, welches zwei Punkte einer krummen Linie oder Fläche verbindet; die Gerade selbst ist eine Sekante (s. d.).

Sehne (Flechse, Tendo), das bindegewebige Ende, mittels dessen sich die Muskeln ansetzen, und das, selbst nicht kontraktil, bei der Zusammenziehung derselben ihre Kraft auf die Ansatzpunkte überträgt. Sie besteht aus nebeneinander verlaufenden und fest unter sich verkitteten Bindegewebsfasern, die zu Bündeln vereinigt sind. Nerven und Blutgefäße sind nur sehr wenig in den Sehnen vorhanden. Man unterscheidet zweierlei Arten Sehnen: flache, dünne, breite, mehr hautähnliche, welche sich meist an flachen Muskeln vorfinden, die sogen. Sehnenhäute oder Aponeurosen, und rundliche, strangförmige, die eigentlichen Sehnen. Am menschlichen Körper sind die stärksten Sehnen das sogen. Kniescheibenband und die Achillessehne (s. d.).

Sehnendurchschneidung (Tenotomie), Operation zur Beseitigung von Verkrümmungen und Schiefstellungen von Gliedern, die durch die Verkürzung eines Muskels oder einer Sehne bedingt waren (z. B. beim Klumpfuß). Nach erfolgter S. bringt man den frei und locker gewordenen Körperteil in seine natürliche Lage und erhält ihn in dieser durch einen festen Verband, bis durch Zwischenlagerung von neuer Sehnenmasse zwischen die Enden der durchschnittenen Sehne Heilung und damit Verlängerung dieser Sehne eingetreten ist. Die Operationen zur Heilung des Schiefhalses, des Klumpfußes, die Schieloperationen etc. sind nichts andres als Sehnendurchschneidungen.

Sehnenhaube, s. Kopf.

Sehnenhüpfen (Subsultus tendinum), krampfhafte Zuckungen einzelner Muskeln, besonders des Vorderarms, bei großer Schwäche und in der Agonie kurz vor dem Tod.

Sehnenklapp, s. Bockhuf.

Sehnennaht, s. Naht.

Sehnenreflex (Sehnenphänomen), die Erscheinung, daß beim Beklopfen gewisser Sehnen, wie der Achillessehne, des Kniescheibenbandes etc., eine plötzliche Zuckung des betreffenden Muskels erfolgt. Das Ausbleiben des Sehnenreflexes ist ein diagnostisch wertvolles Zeichen für die Erkennung gewisser Nervenkrankheiten (vgl. Kniephänomen).

Sehnenscheide, s. Bänder.

Sehnerv, s. Auge, besonders S. 75.

Sehpurpur (Sehrot), ein purpurrotes Pigment, welches die Außenglieder der Stäbchen der Netzhaut (s. Gesicht, S. 237 f.) bei den meisten Wirbeltieren (Hühner, Tauben und eine Fledermausart sind ausgenommen) überzieht und ungemein lichtempfindlich ist. Der S. schwindet, sobald man die Tiere einige Zeit dem Licht aussetzt, bildet sich aber beim Aufenthalt im Dunkeln aufs neue. Durch partielle Belichtung der Netzhaut kann man photographische Bilder, Optogramme, erhalten, indem die Netzhaut des frisch getöteten Tiers nur so weit gebleicht wird, wie das Licht sie trifft, und mit einer so vollkommenen Abgrenzung der Wirkung, daß die von den brechenden Medien auf den Augenhintergrund entworfenen Bilder scharfe, helle Zeichnungen in der purpurnen Fläche der Stäbchenschicht hinterlassen, die sich durch 24stündiges Einbetten in eine 4proz. Lösung von Kalialaun dauernd fixieren lassen. Bald nach der Entdeckung des Sehpurpurs faßte man denselben als wirkliche Sehsubstanz auf; da aber nur die Stäbchen und nicht auch die Zapfen mit S. versehen sind, da ferner dieser dem sogen. gelben Fleck, d. h. derjenigen Stelle der Netzhaut, welche gerade als die Stelle des deutlichsten Sehens angesprochen werden muß, völlig fehlt, auch bei verschiedenen Tieren, die unzweifelhaft sehr gut zu sehen vermögen, vermißt wird, und da endlich Tiere, welche, wie der Frosch, von Haus aus S. besitzen, auch dann noch gut sehen, wenn dieser durch grelles Licht völlig zerstört ist, so scheint der S. beim Sehen selbst nicht notwendig eine Rolle zu spielen. Immerhin gewinnt durch das Verhalten des Sehpurpurs die Annahme vom Vorkommen photochemischer Prozesse in der Netzhaut eine thatsächliche Grundlage.

Sehschärfe, das Vermögen, auf der Netzhaut entstandene, scharf begrenzte Bilder von einer gewissen Größe zu erkennen. Je kleiner diese sind, um so größer ist die S. Zur Prüfung des Auges auf seine S. benutzt man die von Snellen angegebenen quadratischen Buchstaben und Zeichen, deren einzelne Teile eine Dicke von 1/3 ihrer Höhe haben. Die S. eines Auges wird im Mittel als eine normale angesehen, wenn es diese unterscheiden kann, sobald sie unter einem Gesichtswinkel von 5 Minuten erscheinen. Die über jedem Schriftzeichen befindliche Zahl zeigt die Entfernung in Metern an, in welcher sie gesehen werden soll. Wird z. B. Nr. 6 in 6 m Entfernung erkannt, so ist die S. = 6/6 = 1. Sieht der Untersuchte in dieser Entfernung jedoch nur Nr. 12, so ist die S. = 6/12 = ½.

Sehstäbchen, s. Auge, S. 73.

Sehwinkel, der Winkel, welchen die beiden von den Endpunkten eines Gegenstandes nach dem Auge des Beobachters gezogenen Linien einschließen. Sind die wahren Größen zweier Gegenstände gleich, so ver-^[folgende Seite]