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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Selenitmörtel - Self-made man.

Selenitmörtel, s. Zement.

Selenka, Emil, Zoolog, geb. 27. Febr. 1842 zu Braunschweig, studierte in Göttingen Naturwissenschaft und ging 1868 als Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie nach Leiden, 1874 nach Erlangen. Seine Arbeiten betrafen namentlich die Entwickelungsgeschichte, besonders die Echinodermen und Wirbeltiere.

Selenkupfer (Berzelin), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, findet sich als dendritischer, silberweißer Anflug auf Kalkspat bei Skrikerum in Småland und Lerbach am Harz. Es besteht aus Selen und Kupfer Cu2Se ^[Cu_{2}Se], ist weich, geschmeidig und läuft bald schwarz an.

Selenodonten, s. Huftiere, S. 764.

Selenographie (griech.), Mondbeschreibung.

Selensilber, Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, findet sich derb und in dünnen Platten, ist schwarz, stark glänzend, besteht aus Silber und Selen Ag2Se ^[Ag_{2}Se], enthält oft auch Blei, findet sich bei Tilkerode am Harz.

Selenus, Gustavus, Pseudonym, s. August 1).

Seleukia (Seleukeia), Name mehrerer, meist von Seleukos I. gegründeter Städte in Asien, von denen besonders zwei wichtig geworden sind: 1) S. in Babylonien, griech. Kolonie am rechten Ufer des Tigris, nördlich von Babylon und meist aus dessen Steinen und Ziegeln erbaut. Die Stadt erhob sich durch ihre günstige Lage zu einem Hauptemporium des orientalischen Handels, bis die Kriege zwischen Parthern und Römern ihren Untergang verursachten. Trajan besetzte (116 n. Chr.) S. und legte es nach ausgebrochener Empörung zum Teil in Asche; vollständiger wurde es durch Avidius Cassius (165) zerstört. Damals zählte es noch über 500,000 Einw. Mit dem gegenüber gelegenen Ktesiphon (s. d.) zusammen hieß S. bei den Syrern Madain ("die beiden Städte"). Das Baumaterial der Stadt diente im 9. Jahrh. den Abbassiden zur Errichtung von Bagdad. - 2) S. Pieria, Stadt an der Küste Syriens, nördlich von der Mündung des Orontes, mit gutem Hafen, durch Natur und Kunst stark befestigt, war das Emporium von Antiochia und von großer Bedeutung in den Kriegen zwischen den Seleukiden und Ptolemäern. Von ihren Trümmern ist die Nekropole und ein 1100 m langer Felsentunnel merkwürdig. - Ein drittes S., in Kilikien, am Kalykadnos, war wegen eines Orakeltempels des Apollon viel besucht; jetzt Selefkieh. Noch andre Städte dieses Namens lagen in Syrien (westlich von Apameia), in Pisidien, Pamphylien, Karien etc.

Seleukiden, s. Seleukos.

Seleukos, Name mehrerer Könige von Syrien, deren Ahnherr S. I. Nikator, Sohn des Antiochos, geb. 365 v. Chr., als einer der Führer der Phalanx den Eroberungszug Alexanders d. Gr. mitmachte und nach dessen Tod 321 die Satrapie Babylonien und von Antigonos 317 noch die von Susiana erhielt. Von letzterm wegen seiner Verwaltung zur Rechenschaft gezogen, floh er nach Ägypten, wo er 315 ein Bündnis der übrigen Diadochen, insbesondere des Kassandros und Lysimachos, gegen Antigonos zu stande brachte. S. gewann seine Satrapie wieder, eroberte ganz Iran, drang in Indien bis zum Ganges vor und nahm 306 den Königstitel an. Durch seine entscheidende Teilnahme am Sieg bei Ipsos (301) gewann er Syrien, Armenien, Mesopotamien, einen Teil von Kappadokien und Kilikien. Auch mit Demetrios Poliorketes und Lysimachos kämpfte er darauf siegreich, und 281 unterlag ihm als der letzte seiner Feinde Lysimachos auf der Ebene von Koros in Phrygien am Hellespont. Sein Reich umfaßte seitdem fast das ganze von Alexander d. Gr. in Asien eroberte Gebiet. Doch fiel er schon 281, als er sich eben zu einem Zuge gegen Makedonien rüstete, durch die Hand eines seiner Höflinge, Ptolemäos Keraunos, im 84. Lebensjahr. Eroberungssüchtig, wie alle Feldherren Alexanders d. Gr., besaß S. doch auch die Tugenden eines guten Regenten, gründete viele Städte, von denen er 9 Seleukeia, 16 Antiocheia (nach seinem Vater), 5 Laodikeia (nach seiner Mutter) benannte, schützte und förderte Kunst und Wissenschaft und schickte unter anderm die von Xerxes entführten Kunstschätze wieder nach Griechenland zurück. Seine Nachkommen heißen Seleukiden; sie beherrschten das syrische Reich bis zu seinem Untergang 64. Die hervorragendsten derselben waren: Antiochos I. Soter (281-263), Antiochos III., d. Gr. (222-187), und Antiochos IV. Epiphanes (176-163). Den Namen S. führten noch fünf unbedeutende Könige: S. II. Kallinikos (246-226), S. III. Keraunos (226 bis 222), S. IV. Philopator (187-176), S. V. (125 bis 123), S. VI. (95-93). Seit der Mitte des 2. Jahrh. ging das Reich seiner Auflösung entgegen, und 64 ward es von Pompejus zur römischen Provinz gemacht. Von S. I. datiert eine eigne Ära, die seleukidische (s. Ära).

Self-actor (spr. sself-), s. Spinnen.

Selfgovernment (engl., spr. ssélfgowwern-), s. Selbstverwaltung.

Self-made man (engl., spr. sself-mehd män), ein