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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Selke; Selkirk; Selkirkshire; Sell; Sella

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Selke - Sella.

Selke, rechter Nebenfluß der Bode, entspringt bei Günthersberge im Unterharz, fließt zuerst in nordöstlicher, zuletzt in nordwestlicher Richtung und mündet unterhalb Hedersleben im preußischen Regierungsbezirk Magdeburg. Bis zu ihrem Austritt aus dem Harz bei Meisdorf bildet sie das 22 km lange Selkethal, das, von schön bewaldeten Bergen und pittoresken Felsenmassen eingeschlossen, in immer neuem Wechsel die anmutigsten Landschaftsbilder darbietet. Hauptpunkte sind: die Burgen Falkenstein und Anhalt, das Jagdschloß Meiseberg, das Hüttenwerk Mägdesprung und Alexisbad. Zwischen den letztgenannten Orten durchzieht das Thal ein Teil der Eisenbahn Gernrode-Harzgerode.

Selkirk, Hauptstadt der danach benannten Grafschaft in Schottland, am Ettrick, mit schönem Rathaus, Lateinschule, Woll- und Schuhfabrikation, Denkmälern Mungo Parks (in der Nähe von S. geboren) und Sir Walter Scotts und (1881) 6090 Einw. Dabei das Schlachtfeld von Philiphaugh, wo Montrose 1645 von Leslie geschlagen wurde.

Selkirk, Alexander, s. Robinson Crusoe.

Selkirkshire, Grafschaft im südöstlichen Schottland, 674 qkm (12,2 QM.) groß mit (1881) 25,565 Einw., ist gebirgig und reich an malerischen Naturschönheiten (höchster Gipfel: Ettrick Pen, 672 m hoch). Der Hauptfluß ist der Tweed, der hier den Ettrick und Yarrow aufnimmt. Das Klima ist rauh, der Boden nicht besonders fruchtbar. Ehemals fast ganz mit Wald bedeckt, bildete die Grafschaft gleichsam nur einen großen Wildpark der Könige von Schottland. Mit den Wäldern ist auch das Wild verschwunden; dafür weiden jetzt zahlreiche Herden von Kühen, Schafen und kleinen schottischen Pferden auf den schönen Triften. Die Schafe der Selkirk- und Cheviotrasse sind berühmt wegen ihrer feinen und langen Wolle; diese bildet nebst Hämmeln und Lämmern den Hauptausfuhrartikel der Grafschaft. Der Ackerbau beschränkt sich auf etwas Hafer und Kartoffeln. Vom Areal waren 1886: 9,0 Proz. Ackerland, 5,7 Proz. Weide, 1,9 Proz. Wald; der Viehstand belief sich auf 2607 Rinder, 155,936 Schafe. Die Wollindustrie ist von Bedeutung. Hauptstadt ist Selkirk.

Sell, 1) Karl, Rechtslehrer, geb. 20. Juli 1810 zu Darmstadt, studierte in Gießen und Heidelberg die Rechte, habilitierte sich mit der Schrift "De condictionibus quaesitiones duae" ^[richtig: "De condictionibus quaestiones duae"] (Darmst. 1834) in Gießen, wo sein älterer Bruder, Wilhelm (geb. 1804, gest. 1846 als Professor in Gießen), bereits ordentlicher Professor der Rechte war, nach dessen Berufung an die Universität Zürich er 1834 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde und durch die rechtsgeschichtliche Abhandlung "Die Recuperatio der Römer" (Braunschw. 1837) seinen Ruf als Romanist begründete. 1840 an die Universität Bonn berufen, gab er mit seinem Bruder Wilhelm die "Jahrbücher für historische und dogmatische Bearbeitung des römischen Rechts" (Braunschw. 1841-44, 3 Bde.) heraus. Von seinen spätern Schriften erwähnen wir: "De juris romani nexo et mancipio" (Braunschw. 1840); "Quellenkunde des römischen Rechts" (Bonn 1846); "Römische Lehre der dinglichen Rechte" (2. Aufl., das. 1852); "Grundriß der Institutionen des römischen Rechts" (4. Aufl., das. 1871); "Vorlesungen der Institutionen des römischen Rechts" (das. 1871); "Die Actio de rupitiis sarciendis der XII Tafeln und ihre Aufhebung durch die Lex Aquilia" (das. 1877); "Grundriß der römischen Rechtsgeschichte" (4. Aufl., das. 1879); "Aus dem Noxalrecht der Römer" (das. 1879). Er starb 23. Juli 1879.

2) Christian, Maler, geb. 14. Aug. 1831 zu Altona, lebte seit 1851 in Düsseldorf, wo er bis 1856 die Akademie besuchte, machte Studienreisen durch Deutschland und Belgien und malte anfangs Kriegsszenen aus dem 17. Jahrh. (Belagerung von Breisach, kaiserliche Soldaten von Schweden überfallen). Seine Teilnahme an den Kriegen von 1864, 1866 und 1870 gab seinem Schaffen eine andre Richtung. Er stellte fortan größere Schlachten und kleinere Episoden aus diesen drei Kriegen dar, welche durch Lebendigkeit der Schilderung und Feinheit der Ausführung hervorragend sind. Seine Hauptwerke sind: Erstürmung der Düppeler Schanze 6, Schlacht bei Königgrätz, der Beginn der Verfolgung bei Königgrätz (Berliner Nationalgalerie), Gefecht bei Liebenau 1866. Er starb 21. April 1883 in Düsseldorf.

Sella (lat., griech. Diphros), Sessel, Stuhl, kommt bei den Alten in verschiedener Form vor, teils mit Lehnen, teils ohne solche. Die der letztern Art ruhten entweder auf vier senkrechten Füßen, oder hatten sägebockartig gestellte Füße und konnten zusammengeklappt werden, da der Sitz aus Riemengeflecht bestand. Die im gewöhnlichen Leben gebrauchten Lehnsessel glichen im wesentlichen unsern heutigen Stühlen und hatten häufig eine mehr oder weniger zurückgebogene Rücklehne (s. Abbildung). Gepolstert waren diese Stühle nicht; man legte, um weich zu sitzen, auf den Sitz ein Kissen und über die Lehne eine Decke. Neben hölzernen gab es auch solche von Metall und von Elfenbein. S. curulis hieß im alten Rom der mit Elfenbein, später auch mit Gold ausgelegte Ehrenstuhl, der, aus Etrurien zum Gebrauch der römischen Könige eingeführt, nachher als Auszeichnung für die Konsuln, Prätoren und die (nach ihm benannten) kurulischen Ädilen diente. Vgl. Thron.

Sella, Quintino, ital. Staatsmann, geb. 7. Juli 1827 zu Mosso bei Biella, studierte Technik, bereiste Frankreich, England und Deutschland, ward Professor der Geometrie und Direktor des mineralogischen Museums in Turin und lieferte zahlreiche Untersuchungen namentlich über die Kristallgestalt der Mineralien, des Bors und vieler Salze, betrat 1860 als