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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Septicid - Septuaginta.

meist tödliche Ausgang der Wundfieber, im weitern Sinn auch mancher ansteckender Krankheiten. Vom Eiterfieber (Pyämie) unterscheidet sich die septische Vergiftung durch den Mangel anatomisch nachweisbarer Erkrankungsherde. Die Behandlung fällt zusammen mit derjenigen der Grundkrankheit. - Unter den Haustieren entwickelt sich die S. am häufigsten bei Pferden, Rindern und Schafen, und zwar werden die Bakterien, welche die Fäulnisprodukte erzeugen, mit dem Futter oder durch eine Wunde aufgenommen. Die Pferde zeigen starken Verfall der Kräfte, Eingenommenheit des Kopfes, stieren Blick, Fieber, bedeutende Frequenz des Pulses, der an der Kinnbackenarterie oft unfühlbar wird. Die Futteraufnahme ist gering oder ganz aufgehoben, und die Pferde pflegen anhaltend zu liegen. Das Atmen ist gewöhnlich normal oder in geringem Grad beschleunigt. Die Krankheit verläuft, abgesehen von seltenen Ausnahmefällen in 2-4 Tagen stets tödlich. Rinder erkranken nicht selten an S., die fast immer einen äußerst rapiden Verlauf nimmt. Zuweilen sterben die Tiere plötzlich, ohne daß vorher irgend welche Symptome wahrgenommen wurden. Der Tod ist in solchen Fällen auf eine durch die Blutvergiftung bedingte Paralyse des Herzens zurückzuführen. Bei Schafen ist die S. in den letzten Jahren häufiger als früher bei der Zucht edler Wollschafe beobachtet worden, woran offenbar die Verwendung von schlechtem Futter die Schuld trägt. Die Ausbildung der Krankheit vollzieht sich schnell; die Tiere lassen vom Futter ab, zeigen eine leichte Aufblähung des Magens, liegen anhaltend, stehen träge auf und sondern sich gewöhnlich von der Herde ab. Die Veränderungen in den Kadavern sind weniger auffällig als bei Pferden und Rindern. Die Beurteilung der S. ist nach vorstehenden Angaben bei allen Tieren ungünstig. Nur bei den in geringem Grad erkrankten kann eine Heilung in Aussicht genommen werden. Vorteilhaft für die Behandlung ist die Unterbringung der kranken Tiere in gut ventilierten Stallräumen und Abreibung der Haut mit kaltem Wasser oder verdünntem Spiritus. Innerlich ist Quecksilbersublimat in starker Verdünnung oder Glaubersalz in großen Dosen zu versuchen. Bei Schafen, wo die S. in einer Herde oft monatelang herrscht und von Zeit zu Zeit einzelne Tiere hinrafft, ist zugleich zur Vorbauung auf eine Änderung des Futters und auf Reinigung des Stalles Bedacht zu nehmen.

Septicid (lat.), wandteilig, eine Art des Aufspringens bei Kapselfrüchten.

Septidi (lat.-franz.), der siebente Tag einer Dekade im französischen Revolutionskalender.

Sept-Iles (spr. ssett-ihl), Gruppe von 7 Inseln im Kanal (La Manche) an der Nordwestküste Frankreichs, zum Departement Côtes du Nord gehörig; auf der Ile aux Moines stehen ein Fort und ein Leuchtturm.

Septillion, die siebente Potenz einer Million, geschrieben 1 mit 42 Nullen; vgl. Zahlensystem.

Septimana (lat.), Woche.

Septimanien, zur Zeit der Westgoten das Land im südlichen Frankreich zwischen Garonne und Rhône, den südlichen Cevennen und dem Mittelmeer, die alte Provincia Narbonensis, welche Wallia den Römern entrissen hatte. Das Land führte obigen Namen von der Ansiedelung der siebenten römischen Legion (Septimani) in Bäterrä (jetzt Béziers). 511 ward der westliche Teil desselben mit der Hauptstadt Tolosa von Chlodwig erobert, während der östliche mit den Städten Narbona und Carcassona im Besitz der Goten bis zum Untergang ihres Reichs blieb, worauf es (um 720) in die Hände der Araber und später der Franken kam, unter deren Herrschaft das Land in mehrere Lehnsfürstentümer geteilt wurde.

Septime (lat. Septima), die 7. Stufe der Tonleiter. Die S. ist entweder klein oder groß oder vermindert (vgl. Intervall): Natürliche S., s. v. w. der siebente Oberton, welcher der kleinen S. entspricht.

^[Abb.: Septime.]

Septimenakkord, in der üblichen Generalbaßterminologie das aus Terz, Quinte und Septime, wie sie gerade die Vorzeichen ergeben, bestehende Tongebilde, gleichviel, ob die Terz groß oder klein, die Quinte rein, vermindert oder übermäßig, die Septime groß, klein oder vermindert ist etc. Desgleichen werden die verschiedenen Umkehrungen des Septimenakkords einfach nach den Stufen benannt, ohne Rücksicht auf ihre Größe: (Terz-) Quintsext-Akkord, Terzquart- (sext-) Akkord, Sekund- (Quartsext-) Akkord: Vgl. Generalbaßbezifferung. Über die Behandlung der Septime im musikalischen Satz s. Stimmführung.

^[Abb.: Septimenakkord.]

Septimer, Hochgebirgspaß der Graubündner Alpen (2311 m), verbindet die Thäler Oberhalbstein und Bergell, d. h. Bodensee und Comersee; am nördlichen Fuß liegt Bivio (1776 m), am südlichen Casaccia (1460 m). Der S. wurde schon zur Römerzeit sowie in den mittelalterlichen Kaiserzügen viel benutzt, während er in neuerer Zeit hinter andern leichter zugänglichen Pässen zurückgetreten ist.

Septimius Severus, s. Severus.

Septisch (griech.), faulend, faulig, Fäulnis erregend (s. Sepsis).

Septizonium, im alten Rom eine Art großer, viereckiger Gebäude, aus mehreren (gewöhnlich sieben) terrassenförmig sich übereinander erhebenden Stockwerken bestehend, deren jedes mit einer Reihe von Säulen umgeben war. Berühmt war das S. des Septimius Severus auf dem Palatin, das Papst Pius VI. abbrechen ließ. Vgl. Hülsen, Das S. des Septimius Severus (Berl. 1886).

Septole (Septimole), in der Musik Bezeichnung für eine Figur von 7 Noten, die so viel gelten sollen wie 6 oder 8 derselben Art.

Septoria Fr., Pilzgattung, nur Spermogonien darstellend, welche auf dürren Flecken lebender Pflanzenblätter vorkommen, sehr klein, punktförmig, ziemlich kugelrund sind und cylindrische oder spindelförmige, mit Querscheidewänden versehene Spermatien enthalten, die in Ranken aus der porenförmigen Mündung des Spermogoniums ausgestoßen werden; ist die Ursache der Fleckenkrankheit vieler Pflanzenblätter, bildet aber keine selbständige Gattung, sondern gehört in den Entwickelungskreis verschiedener Pyrenomyceten, deren Perithecien erst an den verfaulten Blättern sich zu bilden beginnen.

Septuagesima (lat.), der dritte Sonntag vor Aschermittwoch und ungefähr der "siebzigste" Tag vor Ostern, um welche Zeit einige ältere Kirchen das große Fasten begannen, ehe Aschermittwoch zum Anfang desselben bestimmt wurde.

Septuaginta (lat., "die Siebenzig"), gewöhnliche Bezeichnung (LXX) der den sogen. "siebzig Dolmetschen" zugeschriebenen griechischen Übersetzung des Alten Testaments. Über ihre Entstehung existierten schon in der vorchristlichen Zeit jüdische, nachher auch von den Christen angenommene Fabeln, wonach dieselbe auf einem durchaus wunderbaren