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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

885

Sereth - Serialknospen.

Moldau, deren Hauptfluß er ist, über, fließt nach Süden, weiterhin nach SO. parallel mit dem Pruth und mündet, zuletzt die Grenze gegen die Walachei bildend, nach einem Gesamtlauf von 470 km zwischen Braila und Galatz. Seine bedeutendsten Nebenflüsse sind: Moldawa, Bistritza, Trotusch, Putna, Buseo rechts und Berlad links.

Sereth, Stadt in der Bukowina, am Fluß gleiches Namens, nahe der rumänischen Grenze, an der Lemberg-Jassyer Bahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine Unterrealschule, besuchte Pferdemärkte, Gerberei, Kunstmühlen und (1880) 7240 Einw. (darunter 3122 Juden).

Serfidsche (griech. Serbia, Servia, s. d.), ein nach der gleichnamigen, unweit der Bistritza (Indsche-Karasu) gelegenen Stadt benanntes, bisher selbständiges Sandschak der europäischen Türkei, welches aus den 1880 bei der Türkei verbliebenen Teilen Thessaliens und Südmakedonien gebildet wurde und ca. 190,000 Einw. enthält. 1888 wurde es zum Wilajet Monastir geschlagen, mit Ausnahme des Kaza Katrin, welches zum Wilajet Saloniki kam.

Serfo, Insel, s. Seriphos.

Sergatsch (Ssergatsch), Kreisstadt im russ. Gouvernement Nishnij Nowgorod, mit (1885) 1556 Einw.

Serge, s. Sersche.

Sergeant (Sergent, franz., spr. sserschang), Gradbezeichnung der Unteroffiziere (s. d.). Sergents d'armes hieß früher die königliche Leibwache; Sergent de bataille war im 15.-17. Jahrh. Titel höherer Offiziere, welche die Aufstellung der Truppen zur Schlacht und ihre Ordnung auf dem Marsch zu überwachen hatten. In England heißt S. auch s. v. w. Gerichtsdiener; S. at arms, der Stabträger im Parlament.

Sergeant at law (engl., spr. ssérdschent ätt lah), s. Barrister.

Sergel, Johann Tobias, schwed. Bildhauer, geb. 8. Sept. 1740 zu Stockholm, Schüler von L'Archevêque, ging später nach Paris und von da nach Rom, wo er zwölf Jahre verweilte. Er schuf dort in Marmor einen liegenden Faun, Diomedes mit dem geraubten Palladium, eine Gruppe von Amor und Psyche, Mars und Venus, Venus Kallipygos und eine kolossale Gruppe, welche die Geschichte darstellt, wie sie dem Kanzler Oxenstierna die Thaten Gustav Adolfs erzählt; auch modellierte er das Standbild Gustavs III., welches die Stadt Stockholm 1796 in Erz gießen ließ. 1779 nach Stockholm zurückgerufen, führte er hier das Grabmal Gustav Wasas, Descartes' Denkmal in der Adolf-Friedrichskirche, die Auferstehung Christi, ein großes Relief in der St. Clarenskirche zu Stockholm, zwei Engel über dem Altar in der Domkirche zu Karlstad u. a. aus. Sergels Stil ist ernst, seine Formen sind scharf ausgeprägt und in manchen seiner Werke schön; doch vermochte er nicht, in seinen Gestalten zu lebenswahrer Charakteristik zu gelangen. Er starb 26. Febr. 1814 in Stockholm. Vgl. Nyblom, J. T. S. (Upsala 1877).

Sergi (türk.), Name gewisser türkischer Staatsschuldscheine.

Sergiewsk (Ssergiejewsk), Stadt im russ. Gouvernement Samara, Kreis Buguruslan, am Sok, mit (1885) 2710 Einw. Die hier vorhandenen Schwefelminen veranlaßten Peter I. 1703 zur Anlage einer Schwefelfabrik, die 1720 einging. Seit 1808 werden die Schwefelquellen für Kurzwecke benutzt.

Sergiewski Possad (Ssergiejewski Possad), großes, um das berühmte Troizko-Sergiewsche Kloster gelegenes Dorf im russ. Gouvernement Moskau, Kreis Dmitrow, an der Moskau-Jaroslawschen Eisenbahn, hat ein großes Hospiz für Wallfahrer, viele Fabriken, 3 große Messen, eine Kommunalbank und (1885) 29,342 Einw.

Sergipe, eine Küstenprovinz Brasiliens, zwischen den Provinzen Alagoas und Bahia gelegen, hat einen Flächenraum von 39,090 qkm (709,9 QM.). Der Küstenstrich ist meist sandig; hinter demselben liegt ein Stufenland, etwa 20 km breit, meist Campo und Wald, und erst dann folgt die fruchtbare Region, auf den Abhängen der Serra de Itabaiana, wo das Zuckerrohr vortrefflich gedeiht, und dessen Wälder die wertvollsten Bau- und Farbhölzer liefern. Das Innere endlich ist eine dürre Hochebene, die sich nur zur Viehzucht eignet. Das Klima ist heiß, feucht an der Küste, trocken im Innern. Außer dem Grenzfluß São Francisco ist nur noch der Vasa Barris oder Irapiranga von Bedeutung. Eisenstein ist vielfach gefunden, und auch Gold und Diamanten sollen vorkommen. Die Zahl der Bewohner war 1885: 201,043, mit Einschluß von 25,779 (jetzt befreiten) Sklaven, und besteht vorwiegend aus Mestizen. Zucker und Baumwolle sind die wichtigsten Produkte, und auch die Viehzucht ist lohnend. Die Industrie beschränkt sich auf Zuckersiederei, Branntweinbrennerei, Gerberei und etwas Schiffbau. Die Ausfuhr betrug 1883-1884: 7,685,234 Milreis. Hauptstadt ist Aracajú, am Cotindiba, mit kleinem Hafen, landwirtschaftlicher Schule und 5000 Einw.

Sergius, Name von vier Päpsten: 1) S. I., gebürtig aus Antiochia in Syrien, zu Palermo erzogen, bestieg 15. Dez. 687 den päpstlichen Stuhl; er verwarf die sechs Kanones des Trullanischen Konzils zu Konstantinopel (692), wodurch die Trennung der griechischen und römischen Kirche vorbereitet ward, soll bei der Messe das "Agnus Dei" eingeführt haben; er starb 8. Sept. 701. -

2) S. II., hieß eigentlich Petrus, war erst Erzpriester zu Rom und ward 844 zum Papst gewählt, behauptete sich in seiner Würde trotz des von Kaiser Lothar, dessen Bestätigung er nicht eingeholt, erhobenen Widerspruchs. Er starb 27. Jan. 847. -

3) S. III. that sich schon als Diakonus durch Laster hervor, ward trotzdem 897 zum Papst gewählt, 898 von Johann IX. vertrieben, aber 904, von den berüchtigten Weibern Theodora und Marozia, mit welch letzterer er den nachmaligen Papst Johann XI. zeugte, unterstützt, wieder auf den päpstlichen Stuhl gesetzt; er starb 911. -

4) S. IV. war Bischof von Alba, als er 21. Aug. 1009 zum Papst gewählt wurde. Er starb im Juni 1012. Er hieß eigentlich Bocca di Porco ("Schweinsrüssel"), soll aber diesen Namen in S. verändert und damit die Sitte aufgebracht haben, daß die Päpste nach ihrer Wahl ihren Namen änderten, was aber nicht richtig ist, da dies schon frühere Päpste (zuerst Johann XII.) gethan hatten.

5) Patriarch von Konstantinopel seit 608, ein Syrer, unterstützte den Kaiser Heraklios in seinem Streben, die Monophysiten wieder mit der orthodoxen Kirche zu vereinigen, und verfaßte die 638 publizierte "Ekthesis", welche den sogen. Monotheletismus vertrat und daher später verdammt ward. Er starb 639.

Serheng (pers.), General in der pers. Armee, mit zwei Rangstufen: S.-Ewwel, Generalleutnant, und S.-Sani. Generalmajor.

Serialknospen, in einer und derselben Blattachsel über- oder nebeneinander stehende Knospen, z. B. an kräftigen Sprossen des Walnußbaums, des Holunders und der Esche. Auch die Keimblätter verschiedener Pflanzen haben bisweilen zahlreiche S. in ihren Achseln, und bei vielen Zwiebeln tragen die Nieder-^[folgende Seite]