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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sestri - Settegast.

Sestri, 1) S. Levante, Marktflecken in der ital. Provinz Genua, Kreis Chiavari, am Meerbusen von Genua und an der Eisenbahn nach Spezia gelegen, hat ein Zollamt, ein Kastell, besuchte Seebäder, Küstenhandel, Austern- und Sardellenfang, einen Hafen und (1881) 2492 Einw. -

2) S. Ponente, Stadt ebendaselbst, industrieller Vorort von Genua, an der Eisenbahn nach Nizza und der Küstenstraße (mit Tramway Genua-Pegli), hat beliebte Seebäder, schöne Villen (Spinola u. a.), Theater, Musikschule, eine große Schiffswerfte und Maschinenwerkstätte, Fabrikation von Tabak, Leder, Kalk, Teigwaren, einen Hafen und (1881) 10,686 Einw. Dabei der Monte Gazzo mit Alabasterbrüchen.

Seta (lat.), Borste (s. d.).

Setaceum, s. Haarseil.

Setaria Beauv. (Borstenhirse, Fennich), Gattung aus der Familie der Gramineen, mit in eine walzige Ähre gestellten Ährchen, welche eine fruchtbare und eine taube Blüte enthalten, und borstenförmigen Grannen an der Basis der Ährchenstielchen. S. italica L. (Kolbenhirse, s. Abbild.), 1,5 m hoch, mit 13 cm langer, doppelt zusammengesetzter, lappiger Rispenähre, stammt aus Indien, wurde schon von Griechen und Römern kultiviert und wird noch jetzt in Südeuropa angebaut, verträgt, aus in Deutschland gewonnenem Samen erwachsen, auch unser Klima, und besonders die borstige Varietät gibt gute Ernten, während die borstenlose, im Süden ertragreichere gegen Frühlingsfröste empfindlicher ist. Der Geschmack der Körner ist weichlicher als der der gemeinen Hirse, und man benutzt sie deshalb meist nur als Vogelfutter. S. germanica Rth. (kleine, deutsche Kolbenhirse, Fennich), eine Varietät der vorigen, wird meist als Grünfutter kultiviert, besonders die Varietät mit orangegelben Körnern, der Mohar der Ungarn, welche in heißen Jahren, wenn es an Futter fehlt, ausgezeichnete Erträge gibt. S. viridis Beauv. (gemeines Fennichgras), S. glauca Beauv. (fuchsgelbes Fennichgras) und S. verticillata Beauv. wachsen bei uns als Unkraut in Gärten und auf Feldern. S. spicata (Negerhirse), s. v. w. Pennisetum typhoideum.

^[Abb.: Setaria italica (Kolbenhirse).]

Setelhöfe, s. Bauerngut.

Seth (Set), ägypt. Gott, s. Typhon.

Seth, nach mosaischem Bericht der dritte Sohn Adams, Stammvater der Sethiten, welche sich vor den Nachkommen seines Bruders Kain (Kainiten) durch Gottesfurcht auszeichneten. Eine ophitische Sekte des 2. Jahrh., die Sethianer, verehrten in S. den Sohn der himmlischen Sophia und Repräsentanten aller Geistesmenschen im Gegensatz zu Abel (Seele) und Kain (Fleisch).

Sethlans, ein etruskischer Gott, der dem römischen Vulcanus entspricht.

Sethos (Seti), Name von zwei ägypt. Königen: S. I. regierte um 1400 v. Chr. zehn Jahre, kämpfte siegreich gegen die Hirtenstämme an der Ostgrenze, in Syrien, Arabien und Nubien, welche Kämpfe an seinen Bauten in Karnak verherrlicht sind; ihm folgte sein mächtigerer Sohn Ramses II., seine wohlerhaltene Mumie ist 1881 bei Theben aufgefunden worden; S. II., der Enkel Ramses' II., war der Sohn und Nachfolger des Menephta, von ihm ist eine schöne Statue (in London) erhalten.

Setif (das alte Silifis), Stadt in Algerien, Departement Konstantine, am Fuß der Kabylenberge und an der Eisenbahn Konstantine-Algier, mit Zivilgericht, Kasernen, Hospital etc. und (1881) 12,026 Einw., worunter 5549 Europäer. S. ist ein wichtiger Markt für Pferde, Maulesel, Schafe, Getreide und andre Landesprodukte.

Setigera (Borstentiere), s. v. w. Schweine.

Setledsch, Fluß, s. Satledsch.

Séton (franz., spr. ssetóng), s. v. w. Haarseil (s. d.).

Seto-Ware, japanisches, in Seto (Provinz Owari) verfertigtes Porzellan, welches unter der Glasur blau gemalt und mit Verzierungen aus dick aufgelegtem Goldlack versehen ist.

Setschuan, eine der Westprovinzen von China, an Tibet grenzend, 479,268 qkm (8704 QM.) groß mit (1885) 71,073,730 Einw., ist im W. gebirgig, sonst von Hügeln durchzogen, vom mittlern Jantsekiang und vielen seiner Nebenflüsse bewässert, gut bewaldet, sehr fruchtbar und trefflich angebaut. Hauptprodukte sind: nordische wie südländische Getreidearten, Tabak, Mohn (zur Opiumgewinnung), weißes Wachs, Thee, Zuckerrohr, Baumwolle, Seide, Moschus und Galläpfel, dann Salz, Gold, Kupfer, Blei, Zinn, Eisen und Steinkohlen. Französische Missionäre haben mit Erfolg das Christentum gepredigt; Christenverfolgungen fanden mehrfach statt (zuletzt 1876). Hauptstadt ist Tschingtu.

Sette comuni (ital., die "sieben Gemeinden"), sieben (ehemals deutsche) Gemeinden in der venezianischen Provinz Vicenza, die hier in dem abgeschlossenen Gebirgsland zwischen Astico und Brenta bis 1797 unter dem Schutz Venedigs eine Art Republik bildeten. Die Gemeinden heißen Asiago (deutsch Sleghe), Roana (Roban), Rotzo (Rotz), Gallio (Ghel), Foza (Vüsche), Enego (Genebe) und Lusiana (Lusan) und zählten 1881 auf 435 qkm 22,767 Einw. In Lusiana und Enego ist das Deutsche schon seit längerer Zeit verschollen; in den übrigen Orten wird es neben dem Italienischen, in Roana und Rotzo aber noch als Hauptsprache gesprochen. Es stimmt mit dem Deutsch des 12. und 13. Jahrh. überein und ähnelt dem Dialekt um den Schlier- und Tegernsee. Vgl. Schneller, Deutsche und Romanen in Südtirol (in "Petermanns Mitteilungen" 1877); Tappeiner, Studien zur Anthropologie Tirols und der S. (Innsbr. 1883).

Settegast, Hermann, Landwirt, geb. 30. April 1819 zu Königsberg, erlernte seit 1835 die Landwirtschaft auf den v. Farenheid-Angerappschen Gütern, studierte nach neunjähriger praktischer Thätigkeit daselbst, in Berlin, Hohenheim und wieder in Berlin, ging 1847 als Administrator und Lehrer der Landwirtschaft nach Proskau, ward 1858 Direktor der landwirtschaftlichen Akademie Waldau, ging aber