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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Settembrini; Setter; Settignano; Settimo; Settlement; Settling days; Setubal; Setzer; Setzmaschine

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Settembrini - Setzmaschine.

1863 als Direktor der Akademie nach Proskau zurück, von wo er 1881 an das landwirtschaftliche Institut nach Berlin berufen wurde. 1889 trat er in den Ruhestand. S. zählt zu den hervorragendsten Vertretern der modernen Landwirtschaft, welche er als rationell-empirische Wissenschaft vermöge seiner genauen Kenntnis der Naturwissenschaften und der allgemeinen wirtschaftlichen Gesetze sowie seiner speziellen Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Praxis wesentlich förderte. Den Schwerpunkt seiner Forscherthätigkeit legte er in das Gebiet der Tierzucht, für welche seine Arbeiten epochemachend geworden sind. Er schrieb: "Über Tierzüchtung und die dabei zur Anwendung kommenden Grundsätze" (Berl. 1859); "Die Zucht des Negrettischafs" (das. 1861); "Die Individualpotenz und die Mentzel-Weckherlinsche Schule der Rassen und Konstanztheorie" (das. 1861); "Deutsches Herdbuch" (mit Krocker, später mit Parey, das. 1865-75, 4 Bde.); "Die Tierzucht" (das. 1868; 5. Aufl. 1888, 2 Bde.); "Bildliche Darstellung des Baues und der Eigenschaften der Merinowolle" (mit 4 Taf., das. 1869); "Aufgaben und Leistungen der modernen Tierzucht" (das. 1870); "Die landwirtschaftliche Fütterungslehre" (das. 1872); "Der landwirtschaftliche Unterricht" (das. 1873); "Die Landwirtschaft und ihr Betrieb" (das. 1875-79, 3 Bde.; 3. Aufl. in 1 Bd., 1885); "Die Viehzucht Frankreichs" (das. 1879).

Settembrini, Luigi, ital. Literarhistoriker, geb. 1812 zu Neapel, verbrachte nach dem frühzeitigen Tod seines Vaters, eines Advokaten, seine Jugend in drückenden Verhältnissen, bis er 1835 eine Stelle als Professor der Rhetorik am Lyceum zu Catanzaro erhielt. 1839 wurde er mit andern politischer Umtriebe angeklagt und nach einer Untersuchungshaft von 3½ Jahren zwar freigesprochen, aber nicht wieder angestellt. 1847 richtete S. an die Völker Europas anonym den berühmten Protest gegen die Herrschaft der Bourbonen ("Protesta dei popoli delle due Sicilie"), von welchem im darauf folgenden Jahr eine französische Übersetzung zu Paris erschien. Nachdem der Verdacht der Autorschaft auf ihn gefallen, flüchtete er für einige Zeit nach Malta. Der Umschwung des Jahrs 1848 führte ihn nach Neapel zurück, wo er 1½ Monate lang die Geschäfte des Unterrichtsministeriums leitete. Nach eingetretener Reaktion (1849) wurde er verhaftet; 1852 wurde ihm das Todesurteil gesprochen, dasselbe aber im Weg der Gnade in lebenslängliche Kerkerhaft verwandelt, aus der er 1859 durch die mutige List seines Sohns nach London entkam. Im Gefängnis hatte er sich mit einer Übersetzung des Lukian beschäftigt, die er später herausgab (Flor. 1861-62, 3 Bde.). Seit 1860 lebte er wieder in Neapel, woselbst ihm zuerst das Amt eines "Studieninspektors", dann der Lehrstuhl der italienischen Litteratur an der Universität übertragen wurde. Von Minghetti 1873 zum Senator ernannt, starb S. in großer Armut 4. Nov. 1876 zu Neapel. Die ganze Eigenart seines Geistes verrät sich in dem bekannten litteraturgeschichtlichen Werk "Lezioni di letteratura italiana" (Neap. 1867-72, 3 Bde.; 7. Aufl. 1882), welchem das leidenschaftliche Naturell des Neapolitaners eine außerordentliche Lebendigkeit des Stils verleiht. Nach seinem Tod erschienen seine Autobiographie "Ricordanze della mia vita" (Neap. 1876-80, 2 Bde.; 5. Aufl. 1881), eine Sammlung seiner kleinern Schriften ("Scritti vari", das. 1879) und sein Briefwechsel ("Epistolario", das. 1883). Vgl. Torraca, Luigi S. (Neap. 1877).

Setter, s. Hund, S. 802.

Settignano, s. Desiderio da Settignano.

Settimo, Don Ruggiero, Marchese, ital. Patriot, Sohn des Fürsten von Fitalia, geb. 19. Mai 1778 zu Palermo, stieg in der neapolitanischen Marine bis zum Konteradmiral und wirkte seit 1806 für Reform der Verfassung in Sizilien und seit 1812 als Direktor des Kriegs- und Marineministeriums bis zur Reaktion von 1815. Auch 1820 leitete er kurze Zeit das letztere, zog sich aber dann, durch seine Popularität der Regierung mißliebig geworden, auf seine Güter zurück. Nach der Erhebung Palermos im Januar 1848, an der er wesentlichen Anteil hatte, ward er zum obersten Chef der Verwaltung Siziliens und nach dem Sieg der Volkspartei in Neapel zum Statthalter von Sizilien ernannt. Am 25. Febr. eröffnete er das sizilische Parlament, das ihn zum lebenslänglichen Ehrenpräsidenten erwählte und ihm den Namen "Vater des Vaterlandes" gab. Seit 10. Juli auch Generalleutnant der Armee, konnte er die Siege der königlichen Truppen nicht hemmen und ging, nach der Wiederherstellung der Herrschaft Ferdinands II. von der Amnestie ausgeschlossen, 25. April 1849 nach Malta. 1860 ernannte ihn Viktor Emanuel zum Senator, doch konnte S. wegen hohen Alters Malta nicht verlassen. Er starb daselbst 4. Nov. 1863.

Settlement (engl., spr. sséttl'ment), Niederlassung, Ansiedelung, Kolonie; auch Festsetzung, Anordnung, Vermächtnis, z. B. über Güterschluß oder Entail (s. d.).

Settling days (engl., spr. dähs), an der Londoner Börse die vom Vorstand festgesetzten Lieferungstage.

Setubal (Setuval, bei den Ausländern auch St. Ubes, St. Ives oder St. Yves), Hafenstadt in der portug. Provinz Estremadura, Distrikt Lissabon, 30 km südöstlich von Lissabon, an der Mündung des Sado in die Bai von S. des Atlantischen Ozeans und an der Bahnlinie Pinhal Novo-S., hat 5 Forts, zahlreiche Landhäuser mit Gärten, ein Theater, ein Denkmal des hier gebornen Dichters Boccage ^[richtig: Bocage], ein Arsenal, große Salzschlämmereien, Fabrikation von Decken und Leder, Weinbau, Fischerei, wichtigen Handel mit Seesalz und Wein und (1878) 14,798 Einw. Im Hafen laufen durchschnittlich über 800 Schiffe mit 120,000 Ton. jährlich ein. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls. In der Nähe das auf einem Berg 550 m ü. M. gelegene Kloster Arrabida mit Stalaktitenhöhle (besuchter Wallfahrtsort). S. gilt für das alte Cetobriga und ward nach der Zerstörung durch die Araber von Fischern wieder aufgebaut. 1755 litt die Stadt sehr durch ein Erdbeben.

Setzer, s. v. w. Schriftsetzer; s. Buchdruckerkunst, S. 558.

Setzmaschine, Vorrichtung zur Herstellung des Typensatzes auf mechanischem Weg, oft verbunden mit einer Ablegemaschine, d. h. einem Apparat zum Auseinandernehmen der benutzten Typen und zum regelmäßigen Sortieren derselben in bestimmte Fächer. Den Bewegungsmechanismus für die Typen bildet meist eine Klaviatur oder Tastenknöpfe; beim Niederdrücken der Tasten öffnen sich entsprechende Typenkanäle, die Type wird frei und gelangt in eine Sammelrinne, wo sie sich mit den nachkommenden zur Zeile vereinigt, um sodann auf die erforderliche Breite abgeteilt und ausgeschlossen, d. h. in den Wortzwischenräumen abgeglichen, zu werden. Nach vielen vergeblichen Bemühungen (seit 1812) andrer konstruierte der dänische Setzer Christian Sörensen 1855 eine sehr brauchbare, gleichzeitig ablegende und setzende Maschine, welche aber Typen verlangte, von denen jede einzelne Gattung durch besondere Einschnitte von der andern verschieden war. Bei der S. von Kastenbein dient eine vierfach über- und hintereinander