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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sil; Sila; Silbe; Silbenrätsel; Silbenstolpern; Silber

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Sil - Silber.

jährige dorierfeindliche Tyrannis der Orthagoriden ihre Blütezeit. Im Peloponnesischen Krieg hielt S. zu den Lakedämoniern, die aber trotzdem die daselbst herrschend gewordene demokratische Regierungsform 417 stürzten. Nach 371 fiel S. von Sparta ab, worauf Euphron eine demokratische Regierungsform einführte, die sich aber bald in eine Tyrannis umwandelte. Nachdem sich Demetrios Poliorketes nach 300 der Stadt bemächtigt, verpflanzte er die ganze Einwohnerschaft des Hafens und der untern Stadt nach der Akropolis (Demetrias genannt). Der darauf beginnenden Tyrannis ward durch Aratos 251 ein Ende gemacht. Nach Korinths Zerstörung hatten die Sikyonier einige Zeit die Anordnung der Isthmischen Spiele; zu Pausanias' Zeit war die Stadt bereits fast unbewohnt. S. war, durch Lager trefflichen Thons in der Ebene und Kupfergruben im Asoposthal begünstigt, ein Hauptsitz der Erzgießerei und Malerei; in ersterer zeichneten sich Kanachos und dessen Bruder Aristokles, in letzterer Eumolpos aus, aus dessen Schule Apelles hervorging. Ruinen (Theater, Stadium, Wasserleitung) von S. beim jetzigen Vasiliko.

Sil, linker Nebenfluß des Minho, entspringt am Südabhang des Kantabrischen Gebirges in der span. Provinz Leon, durchfließt das Hochthal El Vierzo und auf seinem weitern Lauf eine Reihe tiefer Schluchten.

Sila (La S.), finsteres, einsames Waldgebirge in der ital. Provinz Cosenza in Kalabrien, besteht aus Granit, Gneis und kristallinischen Schiefern und ist bei einer mittlern Höhe von 1600 und einer höchsten Erhebung von 1880 m ein rauhes, einen Teil des Jahrs in Schnee vergrabenes Bergland, zur Hälfte noch mit Wäldern bedeckt, zur Hälfte dem Ackerbau und der Viehzucht gewonnen, eine klassische Stätte des Räuberwesens. Aus den engen Schluchten treten mehrere Flüsse, darunter der Neto, heraus.

Silbe (lat. syllaba), die Gesamtheit der Laute, welche wie mit einem Schlag, also ohne neuen Einsatz des Atems hervorgebracht werden. Silben können ein- und mehrlautig sein. Besteht eine S. aus Einem Laut, so muß dies ein mit einem Stimmton versehener Laut sein. Besteht sie, wie z. B. Rad, Hund, hat, mit etc., aus mehreren Lauten, so heißt der, mit welchem sie beginnt, Anlaut, der aber, mit dem sie endet, Auslaut. In der Regel enthält jede S. einen Vokal, und dieser ist der Träger des Accents; doch können auch tönende Konsonanten accentuiert werden und allein oder mit andern Lauten eine S. bilden, wie z. B. in "Handel" und "ritten" nach der gewöhnlichen Aussprache, welche das e nicht tönen läßt, l und n selbständige Silben bilden. In einigen Sprachen, z. B. im Sanskrit und in mehreren slawischen Sprachen, werden r und l in sehr vielen Wörtern als Vokale behandelt. Man unterscheidet Stammsilben, in denen der Begriff des Wortes liegt, und welche daher auch allein stehend gebraucht werden können, und Nebensilben, welche nicht den Inhalt oder Begriff des Wortes ausmachen und daher nie allein stehen. Stehen letztere vor der Stammsilbe, so heißen sie Vor-, im entgegengesetzten Fall Nachsilben oder Endungen. In Bezug auf die Zeitdauer, welche zum Aussprechen einer S. erfordert wird (Quantität), teilt man sie in lange und kurze; doch gibt es auch solche, deren Quantität nicht fest bestimmt ist, sondern nach verschiedenen Rücksichten verschieden sein kann. Silbenmaß ist die Bestimmung der Silben nach ihrer Quantität und die darauf sich gründende Anordnung derselben zu Versfüßen und dieser zu Versen (s. Metrik).

Silbenrätsel, s. v. w. Scharade, vgl. Rätsel.

Silbenstolpern (Pararthria syllabaris), Sprachstörung, welche als charakteristisches Symptom gewisser Gehirn- und Nervenkrankheiten auftritt und darin besteht, daß die Buchstaben und Silben durcheinander geworfen werden.

Silber (Argentum) Ag, Metall, findet sich gediegen, drahtförmig, moosartig, gestrickt (s. Tafel "Mineralien und Gesteine", Fig. 8), in Platten, derb und eingesprengt, bisweilen in beträchtlicher Menge, wenn auch mit Gold, Kupfer und andern Metallen legiert, im Erzgebirge, am Harz, bei Kongsberg, in Mexiko, Chile, Peru, Kalifornien und am Obern See, auch mit Quecksilber legiert als Amalgam, mit Schwefel verbunden als Silberglanz Ag2S ^[Ag_{2}S] mit 84-86 Proz. S., mit Antimon und Schwefel als dunkles Rotgüldigerz Ag3SbS3 ^[Ag_{3}SbS_{3}] mit 58-59 Proz. S., Sprödglaserz Ag5SbS4 ^[Ag_{5}SbS_{4}] mit 67-68 Proz. S. und als Silberantimonglanz AgSbS2 ^[AgSbS_{2}], mit Arsen und Schwefel verbunden als lichtes Rotgüldigerz Ag3AsS3 ^[Ag_{3}AsS_{3}] mit 64 Proz. S., mit Kupfer, Antimon, Arsen und Schwefel verbunden als Polybasit 9(Ag2Cu2)S+Sb2As2S3 ^[9(Ag_{2}Cu_{2})S+Sb_{2}As_{2}S_{3}] mit 64-72,7 Proz. S., mit Kupfer und Schwefel als Kupfersilberglanz, mit Chlor verbunden als Hornsilber, auch mit Brom und Jod verbunden etc. Außerdem tritt S. in Erzen andrer Metalle auf, von denen die oxydierten silberärmer zu sein pflegen als die geschwefelten; von letztern sind am ärmsten die eisenhaltigen (Schwefel- und Magnetkies), dann folgen die zinkischen (Zinkblende), die kupferhaltigen (Kupferglanz, Buntkupfererz, Kupferkies, Fahlerze) und die bleihaltigen (Bleiglanz). Eine Ausnahme machen die Fahlerze, deren Silbergehalt zuweilen so hoch steigt (bis 30 Proz. und mehr), daß sie zu den Silbererzen zu rechnen sind. Aller Bleiglanz enthält wenigstens Spuren von S., am gewöhnlichsten 0,01-0,03, zuweilen bis 0,5 Proz., selten über 1 Proz., als isomorphes Schwefelsilber; größere Silbergehalte deuten meist auf eine Einsprengung von eigentlichen Silbererzen in den Bleiglanz. Arsen- und Antimonerze sind meist silberarm, wenn nicht Silbererze beigemengt sind; Wismut-, Nickel- und Kobalterze besitzen oft einen gewinnungswürdigen Silbergehalt.

Gewinnung des Silbers.

(Hierzu Tafel "Silbergewinnung".)

Die Silbergewinnung geschieht entweder auf trocknem oder auf nassem Weg. Der nasse Weg gewährt rascheres Metallausbringen, geringere Metallverluste, einfachere Ausführbarkeit und billigere Arbeit; doch erschweren oder verhindern gewisse Substanzen (wie Blei, Antimon etc.) in Silbererzen die vollständige Ausscheidung des Silbers. Die Silbergewinnung auf trocknem Weg (Verbleiung) erleidet je nach der Beschaffenheit der Erze Abweichungen. Gediegen S. wird in Thontiegeln mit Flußmitteln (Pottasche, Borax, Glas etc.), etwas Eisen zur Zerlegung von Schwefelsilber und mit etwas Blei auf bleihaltiges S. verschmolzen; dies setzt man einem oxydierenden Schmelzen auf einer porösen Unterlage aus (Feinbrennen), wobei sich dann das Blei oxydiert, das Oxyd in die Unterlage sich einsaugt und das S. zurückbleibt. Neuerdings wird das gediegene S. gleich mit etwas Blei und Eisen auf einer mit poröser Masse (Mergel, Äscher) überkleideten Eisenschale (Test) in einem Flammofen fein gebrannt (s. unten). Reiche Silbererze, z. B. mit über 10 Proz. S., welche Schwefel, Antimon oder Arsen enthalten, werden am einfachsten beim Abtreiben von Werkblei (s. Blei, S. 14, und weiter unten) zugesetzt ("eingetränkt"), nachdem die Abstrichperiode beendigt ist. Die obigen Beimengungen werden dabei entweder von der Gebläse-^[folgende Seite]