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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Silberne Hochzeit - Silcher.

struierte Cembal d'amour (s. d.). - 3) Johann Andreas, der älteste Sohn von Andreas S., geb. 26. Juni 1712 zu Straßburg, gest. 11. Febr. 1783 daselbst, baute 44 Orgeln für Straßburg, Kolmar, Basel etc. und schrieb auch eine "Geschichte der Stadt Straßburg" (1775). Von seinen Söhnen wurde Johann Josias (gest. 3. Juni 1786) ein würdiger Nachfolger seines Vaters. - 4) Johann Daniel, der zweite Sohn von Andreas S., geb. 31. März 1717 zu Straßburg, gest. 6. Mai 1766 in Leipzig, begab sich 1751 zu seinem Oheim Gottfried nach Freiberg und betrieb nach dessen Tod mit Erfolg den Pianofortebau. - 5) Johann Heinrich, der jüngste Sohn von Andreas S., geb. 24. Sept. 1727, gest. 15. Jan. 1799 in Straßburg, betrieb besonders den Bau der Pianofortes nach dem System seines Oheims Gottfried und verbreitete dieselben in Frankreich. Sein Sohn Johann Friedrich, geb. 21. Juni 1762, gest. 8. März 1817 in Straßburg, war ein geschickter Orgelbauer, zugleich ein guter Orgelspieler und auch Komponist.

Silberne Hochzeit, die Feier des von beiden Ehegatten erlebten 25. Jahrestags der Hochzeit.

Silberoxyd Ag2O ^[Ag_{2}O] entsteht bei Zersetzung von salpetersaurem S. durch überschüssige Kalilauge, beim Eintragen von frisch gefälltem Chlorsilber in kochende Kalilauge, ist schwarz, sehr wenig löslich in Wasser, reagiert alkalisch, schmeckt metallisch, zieht in feuchtem Zustand Kohlensäure an und fällt aus vielen Metallsalzen die betreffenden Oxyde. Es zerfällt über 250° in Sauerstoff und Silber, wird auch durch Licht und durch Wasserstoff schon bei 100° reduziert, gibt an andre oxydierbare Körper leicht Sauerstoff ab und bildet mit Säuren die Silbersalze. Digeriert man S. mit Ammoniak, oder fällt man ammoniakalische Lösung von salpetersaurem S. mit Kalilauge und verdampft die filtrierte Lösung, so erhält man schwarzes Silberoxydammoniak (Bertholletsches Knallsilber) NH2Ag ^[NH_{2}Ag], welches selbst im feuchten Zustand sehr leicht und heftig explodiert.

Silberpapier, s. Buntpapier.

Silbersalpeter, s. v. w. salpetersaures Silberoxyd, s. Salpetersäuresalze, S. 228.

Silbersalze (Silberoxydsalze) entstehen beim Behandeln von Silber oder Silberoxyd mit Säure, die unlöslichen durch Wechselzersetzung. Sie sind farblos, wenn die Säure ungefärbt ist (das Phosphat ist gelb), zum Teil kristallisierbar, schmecken herb metallisch, wirken ätzend giftig, reagieren neutral, werden beim Glühen zersetzt; in den Lösungen erzeugt Kalilauge einen graubraunen, Ammoniak einen bräunlichen, phosphorsaures Natron einen gelben, gelbes Blutlaugensalz einen weißen, rotes einen rotbraunen Niederschlag. Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium fällen schwarzes Schwefelsilber, Salzsäure und lösliche Chlormetalle weißes, käsiges Chlorsilber, welches am Licht violett wird und in Ammoniak sich löst. Chromsaures Kali fällt braunrotes, chromsaures Silberoxyd, Eisenvitriol metallisches Silber, auch Licht, Zink, Kupfer, Quecksilber, Phosphor, schweflige Säure und viele organische Substanzen wirken reduzierend. Von den Silbersalzen wird fast nur das salpetersaure Silberoxyd (Höllenstein) technisch und in der Medizin benutzt.

Silberschaum, s. Goldschlägerei und Zinnlegierungen.

Silberschwärze, s. Silberglanz.

Silberseife, s. Metallseife.

Silberstahl, mit 0,1 Proz. Silber legierter Stahl.

Silberstein, August, Dichter und Schriftsteller, geb. 5. Juli 1827 zu Ofen, besuchte das Gymnasium daselbst, kam aber nach dem frühzeitigen Tod seines Vaters zu Verwandten nach Wien, wurde Kontorist, verließ aber den kaufmännischen Beruf, indem er durch Privatunterricht und als Journalist sein Brot erwarb und dabei die Universität besuchte. 1848 zum Schriftführer der "Aula" erwählt, gehörte er infolgedessen zu den politischen Flüchtlingen und lebte nun längere Zeit in verschiedenen Städten Deutschlands. Endlich in die Heimat zurückgekehrt, wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt und zu fünfjähriger Festungshaft auf dem Spielberg verurteilt, jedoch nach zwei Jahren (1856) amnestiert. Seitdem lebt er in Wien. Einen litterarischen Namen erwarb er sich zuerst durch seine "Trutznachtigall, Lieder aus deutschem Wald" (Leipz. 1859, 3. Aufl. 1870) und durch originelle Dorfgeschichten, die unter dem Titel: "Dorfschwalben aus Österreich" (Münch. 1862-1863, 2 Bde.) erschienen. Ein humoristischer Roman: "Herkules Schwach" (Münch. 1864, 3 Bde.), befestigte seinen Ruf. Später folgten: "Lieder" (Münch. 1864; später vermehrt u. d. T.: "Mein Herz in Liedern", 5. Aufl., Stuttg. 1887); "Die Alpenrose von Ischl", eine Geschichte (2. Aufl., Berl. 1875); "Der Hallodri", Dorfgeschichte (das. 1868); "Land und Leute im Naßwald" (Wien 1868); der soziale Zeitroman "Glänzende Bahnen" (Berl. 1872, 2. Aufl. 1874); "Deutsche Hochlandsgeschichten" (2. Aufl., Stuttg. 1877, 2 Bde.); eine neue Folge von "Dorfschwalben aus Österreich" (Bresl. 1881, 2 Bde.); "Die Rosenzauberin", erzählendes Gedicht (Leipz. 1884); "Frau Sorge", Märchendichtung (das. 1886); "Landläufige Geschichten" (das. 1886, 2 Bde.) u. a. Außerdem erschienen von ihm: "Denksäulen im Gebiet der Kultur und Litteratur" (Wien 1878), "Büchlein Klinginsland. Dichterweisen und Weisungen" (das. 1878) und "Hauschronik im Blumen- und Dichterschmuck" (3. Aufl., Altona 1884).

Silberstifte, dünne Stifte aus weichem Silber, womit man, wie mit Bleistift, auf Pergament schreibt.

Silberstoff, s. v. w. Brokat.

Silbersulfuret (Schwefelsilber) Ag2S ^[Ag_{2}S] findet sich als Silberglanz und Akanthit, mit andern Schwefelmetallen verbunden in mehreren Mineralien, entsteht beim Zusammenschmelzen von Silber und Schwefel, bei Einwirkung von Schwefelwasserstoff oder Schwefelleberlösung auf Silber oder auf Silbersalzlösungen und bildet den dunkeln Überzug, mit welchem Silbergeräte an der Luft anlaufen; es ist schwarz, unlöslich in Wasser, löslich in heißer Salpetersäure, schmelzbar, erstarrt zu einer bleigrauen, kristallinischen, metallglänzenden, weichen Masse, schmilzt mit Silber in jedem Verhältnis zusammen, gibt beim Schmelzen mit Eisen und Blei metallisches Silber, beim Behandeln mit Kupferchlorid bei Gegenwart von Kochsalz Chlorsilber. Silberwaren werden durch Eintauchen in Schwefelleberlösung mit einem dunkelgrauen Überzug versehen und führen dann den sinnlosen Namen oxydiertes, galvanisiertes Silber; auch zum Niello (s. d.) wird S. angewandt.

Silbertiegel, s. Schmelztiegel.

Silbertripel, s. Polierschiefer.

Silberwährung, s. Währung.

Silberweiß, s. v. w. Bleiweiß.

Silcher, Friedrich, Liederkomponist, geb. 27. Juni 1789 zu Schnaith in Württemberg, war zum Schullehrer bestimmt, widmete sich auf dem Seminar in Ludwigsburg ganz der Musik und wirkte von 1817 an als Musikdirektor an der Universität zu Tübingen, wo er 26. Aug. 1860 starb. S. hat sich namentlich durch sein "Dreistimmiges württembergisches Choralbuch" verdient gemacht sowie durch eine große Zahl