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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Silva Leal; Silvae; Silvanus; Silvaplana; Silverton; Silves; Silvester; Silvestri; Silvius; Silvretta

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Silvae - Silvretta.

Auch ist er Verfasser mehrerer Romane und verschiedener historischer und biographischer Werke. Eine Sammlung seiner Gedichte erschien Lissabon 1858.

3) Luis Augusto Rebello da, portug. Geschichtschreiber, s. Rebello da Silva.

Silvae (lat., "Wälder"), öfters vorkommender Titel von Sammelwerken.

Silva Leal, José Maria da, portug. Bühnendichter, geb. 8. Okt. 1812, schloß sich frühzeitig der liberalen Richtung an, welche in der portugiesischen Litteratur eine vollständige Umwälzung hervorrief, eine Bewegung, an deren Spitze Herculano, Castilho und Garrett standen. 1840 wurde er Generalsekretär der Bezirke Santarem und Portalegre, später Zivilgouverneur von Coimbra und Angra, seit 1861 widmete er sich aber ganz der Litteratur. Er starb 20. März 1883. Als dramatischer Dichter wurde S. besonders durch seine Operette "O bejo" ("Der Kuß"), zu welcher Frondini die Musik schrieb, der Liebling des Publikums; von seinen zahlreichen übrigen Stücken sind "O conselho dos dez", "Um par de luva", "Bom homem de outrotempo" (Musik von Capuiros), "Um sonho", "Intrigante d' Veneza" hervorzuheben. Auch als Journalist war er äußerst thätig und leitete mehrere Jahre die "Revista universal Lisbonense" sowie das "Boletin de architectura e archeologia".

Silvanus, altitalischer Wald- und Feldgott, aber auch Beschützer der Grenzen und Hüter alles dessen, was sie umschließen, namentlich der Herden. Die Hirten verehrten ihn noch besonders als Wolfsvertreiber. Gelegentlich tritt er auch als neckischer Spukgeist auf (Incubus) und ist, wie alle Gottheiten seinesgleichen, ein großer Verehrer der Musik, der selbst die Syrinx spielt und deswegen auch mit Pan und Faunus verwechselt wird. Dargestellt wird er als stehender, bärtiger Mann mit einem Tierfell über dem linken Arm (seltener in der gegürteten, kurzärmeligen Tunika), das Haupt mit einem Pinienkranz geschmückt, an den Füßen Stiefel. Er hält in der einen Hand das Winzermesser, in der andern den Pinienzweig (s. Abbildung); neben ihm ein Hund. Vgl. Reifferscheid, Annali dell' Instituto archeologico di Roma (1866, S. 210 ff.).

^[Abb.: Silvanus (Relief in Rom).]

Silvaplana, Dorf und Luftkurort im schweizer. Kanton Graubünden, im Oberengadin, zwischen dem Silvaplaner und Campfèrer See, welche beide der Inn durchströmt, 1816 m ü. M., mit (1880) 266 Einw. Hier beginnt die Straße über den Julierpaß.

Silverton, Bergbaustadt im nordamerikan. Staat Colorado, im Herzen des San Juan-Gebirges, 2980 m ü. M., mit (1880) 2036 Einw.

Silves, Stadt in der portug. Provinz Algarve, in einem romantischen Thal am gleichnamigen Fluß, nordöstlich von Lagos, hat ein vieltürmiges maurisches Kastell, alte Mauern, eine Kathedrale (ursprünglich Moschee), Korkfabrikation und (1878) 6913 Einw. S. war ehedem die Hauptstadt der maurischen Könige von Algarve.

Silvester (Sylvester), Name von drei Päpsten: 1) S. I., Papst 314-335, soll der Sage nach den kranken Kaiser Konstantin d. Gr. getauft und von ihm das sogen. Patrimonium Petri zum Geschenk erhalten haben. Er starb 31. Dez. 335 und wird als Heiliger verehrt. Sein Gedächtnis wird von der griechischen Kirche 2. Jan., von der römisch-katholischen 31. Dez. gefeiert, der deshalb Silvestertag (Silvesterabend) heißt.

2) S. II., Papst 999-1003, hieß eigentlich Gerbert und war aus niederm Stand um 930 zu Aurillac in der Auvergne (wo ihm 1851 eine Statue errichtet wurde) geboren. Er studierte zu Barcelona und bei den Arabern in Sevilla und Cordova, bereiste Italien, Deutschland und Frankreich und lehrte dann in Reims Mathematik, Philosophie und klassische Litteratur. Von Otto II. zum Abt in Bobbio und Lehrer seines Sohns ernannt, ward er 991 Erzbischof von Reims und 998 von Ravenna und bestieg 999 unter Vermittelung Kaiser Ottos III. den päpstlichen Thron, starb jedoch schon 12. Mai 1003. Er soll besonders in der Philosophie und Mathematik bedeutende Kenntnisse besessen haben und kam durch seine physikalischen und chemischen Erfindungen und Kunstfertigkeiten in den Ruf eines Schwarzkünstlers. Die Einführung der arabischen Ziffern und der Pendeluhren im Abendland wird auf ihn zurückgeführt. Seine Werke gab Olleris heraus (Clermont 1867). Vgl. Hock, Gerbert oder Papst S. II. und sein Jahrhundert (Wien 1837); Büdinger, Über Gerberts wissenschaftliche und politische Stellung (Kass. 1851); Olleris, Vie de Gerbert (Par. 1867); Werner, Gerbert von Aurillac (Wien 1878).

3) S. III. ward 1044 von einer Gegenpartei an Stelle Benedikts IX. gewählt, aber auf der Synode von Sutri 20. Dez. 1046 abgesetzt.

Silvestri, Orazio, Geolog, geb. 1835 zu Florenz, Professor der Geologie an der Universität zu Catania und Direktor des Ätna-Observatoriums; schrieb außer wertvollen Berichten: "Un viaggio all' Etna" (Tur. 1879); "Bibliografia generale riguardante la vulcanologia" (Bologna 1881) u. a.

Silvius, Sohn des Äneas (s. d. 1).

Silvretta, Gebirgsgruppe der Rätischen Alpen in der Schweiz, Tirol und Vorarlberg, zwischen dem Flüelapaß (2405 m), dem Davos, der Lanquart, dem Rhein, der Ill und Alfenz, dem Stanser Thal und dem Inn (von Landeck aufwärts bis zur Mündung des Susaskathals), zerfällt in vier Abteilungen: 1) Die zentrale S. oder Jamthaler Gruppe, größtenteils aus kristallinischen Gesteinen bestehend, mit ausgedehnten Gletschergebieten (darunter der Ver-^[folgende Seite]