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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Simcoe - Simla.

lagert; seit 1796 ist es Gouvernementsstadt. Dem aus S. stammenden Historiographen Karamsin ist hier ein Denkmal errichtet.

Simcoe (S. Lake, spr. ssimmko lehk), See in der britisch-amerikan. Provinz Ontario, 219 m ü. M., der durch den Severnfluß in die Matchedashbai der Georgian Bai des Huronensees Abfluß hat.

Sime (spr. sseim), James, engl. Schriftsteller, geb. 31. Okt. 1843 zu Airdrie in Schottland, studierte zu Edinburg Theologie, erwarb dort seine akademischen Grade und setzte dann seine Studien in Berlin und Heidelberg fort. Nach der Rückkehr wurde er Lehrer an der Akademie in Edinburg, ließ sich aber bald als Journalist in London nieder. In Deutschland wurde er namentlich bekannt durch sein Buch "Lessing, his life and writings" (1877; deutsch von Strodtmann, Berl. 1878). Außerdem schrieb er die Artikel über deutsche Geschichte und deutsche Litteraturgeschichte in der neuesten Auflage der "Encyclopaedia Britannica" und den Band "Schiller" in den "Foreign classics for England readers". S., früher an der "Pall Mall Gazette", dann an der "St. James Gazette" in London thätig, darf als einer der begabtesten Vermittler zwischen deutschem und englischem Schriftentum betrachtet werden. Zuletzt erschien von ihm: "The kingdom of all Israel" (1883).

Simen, Land, s. Semién.

Simeon (hebr., "Erhörung"), 1) Sohn Jakobs und der Lea, Haupt eines israelitischen Stammes, der mit dem Stamm Juda im Süden Palästinas wohnte.

2) (Simon) Sohn des Klopas, soll nach dem Tod seines Vetters (mißverständlich Bruders) Jacobus Vorsteher der christlichen Gemeinde in Jerusalem gewesen und unter Trajan, 120 Jahre alt, gekreuzigt worden sein. Die römische Kirche feiert sein Gedächtnis 18. Februar.

3) (Symeon) der Syrer oder S. Stylites, geboren um 390 zu Sisan in Syrien, war erst Hirt, dann Mönch, endlich Anachoret. Um dem Himmel schon auf Erden möglichst nahe zu sein, erfand er um 420 eine eigne Askese, indem er auf einer Säule (Stylos) lebte, die von 6 Ellen Höhe bei 3 Fuß Breite zu 36 Ellen Höhe bei 2 Ellen Breite gebracht wurde. Er starb 460. Seine Nachahmer, deren er bald viele fand, wurden Styliten (Säulenheilige) genannt. Vgl. Zingerle, Leben des heil. S. (Innsbr. 1855).

Simeoni, Giovanni, Kardinal, geb. 27. Dez. 1816 zu Pagliano bei Palestrina, wo sein Vater Güter der Familie Colonna verwaltete, studierte an der Sapienza Theologie und Rechtswissenschaft, ward 1843 Professor der Philosophie, dann der Theologie in der Propaganda. Er begleitete den Nunzius Kardinal Brunelli nach Spanien, ward 1857 Hausprälat, dann Kammerherr des Papstes Pius IX., der ihn zu diplomatischen Missionen verwandte, 1868 Sekretär der Propaganda und Mitglied mehrerer Kongregationen, 1875 Erzbischof in partibus infidelium und Nunzius in Madrid, im September Kardinal, im November 1876 Nachfolger Antonellis als Staatssekretär und Präfekt der apostolischen Paläste. Nach dem Tod Pius' IX. wurde er 1878 Generalpräfekt der Kongregation der Propaganda.

Simeto, Fluß, s. Giarretta.

Simferopol (Ssimferopol), Hauptstadt des russ. Gouvernements Taurien, im Flußthal des Salgir am Nordfuß der Krimschen Berge und an der Eisenbahn Losowo-Sebastopol gelegen, teilt sich in die tatarische Altstadt mit kleinen Häusern und engen Gassen und in die regelmäßig angelegte russische Neustadt, hat 15 griechisch-russische und je eine armenisch-gregorianische, katholische, armenisch-katholische und evang. Kirche, eine Synagoge und eine Moschee, ein Gymnasium mit Feldmesserklassen, ein Mädchengymnasium, ein tatarisches Lehrerseminar, eine höhere jüdische Schule, mehrere Krankenhäuser, ein Irrenhaus und (1885) 36,503 Einw. Industrie und Handel sind unbedeutend, dagegen Garten- und Weinbau blühend. Unweit der Stadt sind die Überreste von Neapolis, einer von dem taurischen Fürsten Skilur und dessen Söhnen um 100 v. Chr. erbauten Stadt, die wenigstens bis zum Ausgang des 3. Jahrh. n. Chr. bestand. - Während der Herrschaft der krimschen Chane entstand an dem Ort, wo heute S. liegt, das tatarische Ak-metschet ("weiße Moschee"), und im 17. Jahrh. war hier die Residenz des Kalgi-Sultans (des obersten Führers der Heere). Als die russischen Truppen 1736 in die Krim eingedrungen waren, verbrannten sie die Stadt, die sich seit jener Zeit nicht wieder erholte. 1783 kam Ak-metschet mit der ganzen Halbinsel unter Rußlands Herrschaft, wurde S. benannt und 1802 zur Gouvernementsstadt erhoben.

Simia (lat.), Affe; im neuern System Affengattung, zu welcher nur der Schimpanse gehört.

Similar (lat.), gleichartig.

Similargent (spr. -schäng), s. v. w. Neusilber.

Simile (lat.), etwas Ähnliches; Gleichnis.

Similia similibus (sc. curantur, lat.), "ähnliches wird durch ähnliches geheilt", Grundsatz der Homöopathie (s. d.).

Similibrillanten (Similidiamanten), Nachahmungen von Diamanten, bestehen aus thalliumhaltigem Glas mit sehr hohem Lichtbrechungsvermögen.

Similigravüre, von Petit in Paris erfundenes Verfahren, von photographischen Aufnahmen auf der Buchdruckpresse druckbare Zink- oder Kupferplatten zu gewinnen, wobei die Flächentöne des Positivs in Punkte oder Strichlagen umgewandelt werden müssen. Man bedient sich hierzu eines fein und tief gekörnten Kartons, den man in das vorher unter dem Negativ belichtete, von der Glasplatte abgelöste und mit schwarzer Fettfarbe eingewalzte Gelatinepositiv preßt. Das so gewonnene Bild wird abermals photographiert, auf Zink übertragen und hochgeätzt.

Similis simili gaudet (lat.), "Der Ähnliche freut sich über den Ähnlichen", unserm "gleich und gleich gesellt sich gern" entsprechend.

Similor, s. Semilor.

Siminhan, Ort im bosn. Kreis Dolnja-Tuzla und Endstation der 1886 eröffneten Staatsbahnlinie Doboj-Dolnja-Tuzla-S., ist als Straßenkreuzungspunkt nach Zvornik und Brecska und wegen seiner großen Saline wichtig. Die Sole der letztern wird in Goruja-Tuzla mittels Dampfpumpen gehoben und in einer 4 km langen Röhrenleitung nach S. geführt.

Simla, Sommerhauptstadt des britisch-ind. Kaiserreichs, liegt in der Provinz Pandschab, in prächtiger Umgebung an einem Ausläufer des zentralen Himalaja, 2160 m ü. M., 125 km nördlich von der Eisenbahnstation Ambala, mit (1881) 13,258 Einw., eine Zahl, die im Sommer, wenn der Vizekönig von Kalkutta mit seinem Stab von Beamten sowie zahlreiche Privatpersonen auf einige Monate hierher übersiedeln, auf das Doppelte steigt. Das Land wurde bei Beendigung des Gurkhakriegs 1815-16 von den Engländern zurückbehalten; 1819 wurde das erste Haus gebaut, 1827 nahm der erste Generalgouverneur hier seinen Sommeraufenthalt, seit 1864 ist es die Regel geworden. Der Ort breitet sich über einen schön bewaldeten Bergrücken in einer Länge von 9 km