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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Skanderborg - Skarabäen.

einigemal geschlagen, den Heeren Mohammeds II. gegenüber im Besitz von Albanien, das ihm im Frieden von 1461 förmlich überlassen werden mußte. Es gelang ihm, Albanien zu einer nationalen Gesamtheit zu einigen und es zur Vormauer der Christenheit gegen die Osmanen zu machen. 1464 brach er, zum Führer des von Papst Pius II. geplanten Kreuzzugs ausersehen, den Frieden und schlug abermals zwei Heere des Sultans und diesen selbst. Bald darauf, 17. Jan. 1468, starb S. in Alessio. Seinen unmündigen Sohn Johann hatte er vorher dem Schutz der Republik Venedig übergeben. Der Krieg dauerte noch zwölf Jahre, und erst nach der Einnahme von Kroja und fürchterlicher Verheerung des Landes fügten sich die Albanesen 1479 wieder der Oberhoheit der Pforte. Vgl. Paganel, Geschichte Skanderbegs (Tübing. 1856).

Skanderborg, Stadt im dän. Amt Aarhus (Jütland), am gleichnamigen See, Knotenpunkt der Bahnlinien Vamdrup-Frederikshavn und S.-Skjern, mit (1880) 1792 Einw. S. war bis 1867 Hauptstadt des Amtes S., welches jetzt mit dem Amt Aarhus (s. d.) verbunden ist.

Skanderun, Stadt, s. Alexandrette.

Skandieren (lat.), taktmäßig nach dem Rhythmus mit besonderer Hervorhebung der Arsen und Thesen die Verse lesen, so daß man sie in die einzelnen Füße, welche das Metrum verlangt, auflöst.

Skandinaviapresse, s. Schnellpresse, S. 583.

Skandinavien (Skandinavische Halbinsel), große nordeuropäische, vom Nördlichen Eismeer, dem Atlantischen Ozean, der Ostsee und dem Bottnischen Meerbusen bespülte Halbinsel, welche die beiden unter Einem Zepter vereinigten Königreiche Schweden und Norwegen umfaßt. Die landläufige Annahme, daß beide Länder durch ein Kettengebirge, das sogen. Kjölengebirge (welcher Name in S. selbst unbekannt ist), geschieden werden, ist irrig, da das skandinavische Gebirge keinen ausgeprägten Kamm hat, sondern ein zusammenhängendes, von tiefen Thälern mannigfach durchfurchtes Hochland bildet. Weiteres s. Schweden und Norwegen.

Skandinavische Mythologie, s. Nordische Mythologie.

Skandinavische Sprache und Litteratur, s. Nordische Sprache und Litteratur.

Skanör, schwed. Stadt, s. Falsterbo.

Skaphander, s. Taucherapparate.

Skaphopoden (Scaphopoda), s. Schnecken, S. 573.

Skapolith (Wernerit, Gabbronit), Mineral aus der Ordnung der Silikate (Meionitgruppe), kristallisiert tetragonal in meist säulenförmig gestreckten Kristallen, kommt aber auch derb, körnig und stängelig vor, ist farblos, schmutzigweiß, grau und rötlich, halbdurchsichtig bis undurchsichtig, glasglänzend, Härte 5 bis 5,5, spez. Gew. 2,6-2,8. Die chemische Zusammensetzung des ungemein leicht zersetzbaren Minerals ist sehr schwankend, bei vielen Varietäten entspricht sie der Formel R3(Al2)2Si6O2 ^[R_{3}(Al_{2})_{2}Si_{6}O_{2}], worin R weitaus vorwiegend Calcium, auch etwas Natrium und sehr wenig Magnesium bedeutet. Andre Varietäten sind den Feldspaten sehr analog. S. findet sich auf Kalk- und Magneteisenerzlagern bei Arendal, Tunaberg, Pargas in Finnland, an der Slüdianka, in Massachusetts, New York, New Jersey.

Skapulier (lat. scapularium), ein Teil der Mönchstracht, anfangs ein der Tunika ähnlicher Überrock mit weiten Armschlitzen statt der Ärmel; später, da die Mönche sich desselben bei körperlicher Arbeit bedienten, an beiden Seiten ganz aufgeschlitzt und dann wieder durch mehrere Knöpfe, mit Belassung vieler Armlöcher, verbunden (vgl. die Abbildung). - Das Skapulierfest, auch Fest Mariä vom Berg Karmel genannt, 16. Juli zum Andenken an die Einführung des Skapuliers gefeiert, ward 1587 zunächst für den Karmeliterorden verordnet.

^[Abb.: Mönch mit Skapulier (12. Jahrh., nach Weiß).]

Skara, Landstadt im schwed. Län Skaraborg, an der Eisenbahn Stenstorp-Lidköping, ist Bischofsitz (seit dem 11. Jahrh., der älteste Schwedens), hat eine Domkirche (11. Jahrh.), ein Gymnasium, ein Lehrerinnenseminar, eine Taubstummenanstalt, eine Veterinärschule und (1885) 3466 Einwohner.

Skarabäen (Käfersteine), Abbildungen des heiligen Käfers (scarabaeus) auf ägyptischen Gemmen (s. Tafel "Gemmen"), Münzen, Mumien, Obelisken und an Kunstwerken. Die Entstehung und schnelle Vermehrung dieses Käfers im Schlamm nach dem Rücktritt des Nils veranlaßte die Meinung, er entstehe ohne Fortpflanzung, daher er als Symbol der Schöpferkraft galt. In seiner fast runden Gestalt, in der glänzenden, goldschimmernden Farbe der Flügeldecken fand man Ähnlichkeit mit Gestalt und Glanz der Sonne, der nächsten sichtbaren Bildungsursache, und man weihte ihm eine göttliche Verehrung. Dergleichen S. wurden in Ägypten aus Steinen geschnitten. Sie sind meist der Länge nach durchbohrt, so daß man sie an einem Faden tragen konnte. Seit der Vermischung der ägyptischen, gnostischen und christlichen Lehre findet man auf diesen Gemmen auch

^[Abb.: Fig. 1. Skarabäe. Fig. 2. Skarabäe mit ausgespannten Flügeln (Louvre in Paris).]