Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Smith

1038

Smith.

Begriff des Reichtums bei A. S. (das. 1874); Skarzynski, A. S. als Moralphilosoph und Schöpfer der Nationalökonomie (Berl. 1878); Stöpel, A. S. im Lichte der Gegenwart (das. 1878); Delatour, Adam S. (Par. 1886); kürzere Biographien von Farrer, (Lond. 1880) und Haldane (das. 1887).

2) James Edward, Botaniker, geb. 2. Dez. 1759 zu Norwich, lebte nach Vollendung seiner Studien seit 1783 als Arzt in London, seit 1796 in Norwich. Er gründete mit Banks u. a. die Linnésche Gesellschaft, kaufte Linnés Herbarium samt dessen Bibliothek, Manuskripten und übrigen Sammlungen, war erster Präsident der Linnéschen Gesellschaft zu London und erwarb sich viele Verdienste um die systematische Botanik, besonders um die englische Flora, machte auch eine botanische Reise durch Holland, Frankreich und Italien und starb 17. März 1828 in Norwich. Von seinen größern Werken sind hervorzuheben: "Plantarum icones hactenus ineditae plerumque ad plantas in herbario Linnaeano conservatas delineatae" (Lond. 1789-91, mit 75 Tafeln); "Icones pictae plantarum rariorum" (das. 1790-93); "English botany, or coloured figures of British plants" (das. 1790-1814, 36 Bde. mit 2592 Tafeln von James Sowerby); "Flora britannica" (das. 1800-1804, 3 Bde.), wovon das "Compendium florae britannicae" (das. 1800) ein Auszug ist; "Exotic botany" (das. 1804-1805, 2 Bde. mit 120 Tafeln); "An introduction to physiological and systematical botany" (das. 1807, 8. Aufl. 1838; deutsch, Wien 1819); "A grammar of botany" (Lond. 1821, 2. Aufl. 1826; deutsch, Weim. 1822); "The English Flora" (Lond. 1824-36, 5 Bde.), wozu W. J. Hooker die Moose und Flechten, Berkeley die Pilze lieferte.

3) Sir William Sidney, brit. Admiral, geb. 21. Juni 1764 zu London, ward im 16. Jahr Leutnant und 1783 Fregattenkapitän, trat in demselben Jahr in schwedische Dienste und that sich namentlich in der Schlacht vom 9. Juli 1790 gegen die russische Schärenflotte hervor. Nach dem Frieden von 1790 ging er nach dem Orient, eilte aber nach dem Ausbruch des englisch-französischen Kriegs sofort nach Toulon zu der englischen Flotte unter Lord Hood. Als die Engländer Toulon verließen, steckte S. die Docks, die feindlichen Schiffe und das Arsenal 18. Dez. 1793 in Brand. Hierauf zum Befehlshaber der Fregatte Diamond ernannt, beunruhigte er die französischen und niederländischen Küsten, drang, zum Kommodore befördert, mit einer kleinen Eskadre bis in den Hafen von Brest und fügte den Franzosen vielen Schaden zu. 1796 vor Le Havre gefangen, ward er zu Paris im Temple streng bewacht, und erst im April 1798 gelang es ihm zu entkommen. Im Herbst 1798 erhielt er das Kommando des Linienschiffs Tiger, mit dem er nach dem Mittelmeer abging. Im Verein mit seinem Bruder James Spencer S., britischem Gesandten zu Konstantinopel, bewog er die Pforte zu einem Bündnis mit England behufs der Vertreibung der Franzosen aus Ägypten; darauf nahm er die an der syrischen Küste ankernde französische Flotte weg, versah St.-Jean d'Acre mit Geschütz und britischen Offizieren und nötigte dadurch Bonaparte zur Aufhebung der Belagerung. 1805 ward er Konteradmiral, 1810 Vize- und 1821 wirklicher Admiral, 1830 auch Befehlshaber der Marinetruppen; doch kam er, in den Prozeß der Königin Karoline verwickelt, nicht mehr zur aktiven Verwendung, sondern lebte meist in Paris, wo er 26. Mai 1840 starb. Vgl. Barrow, Life and correspondence of Sir W. S. S. (Lond. 1847, 2 Bde.).

4) Sidney, engl. satirischer und politischer Schriftsteller, geb. 3. Juni 1771 zu Woodford in Essex, studierte zu Oxford Theologie, begründete 1802 mit Jeffrey und Brougham zu Edinburg die Zeitschrift "Edinburgh Review" und erhielt, nachdem er verschiedene Pfarrstellen bekleidet hatte, 1831 das Kanonikat an der Paulskirche zu London, wo er 22. Febr. 1845 starb. Ein eifriger Whig, kämpfte er in seinen Schriften für Emanzipation der Katholiken, Reformbill und alle freisinnigen Bestrebungen seiner Partei. Seine "Letters on the subject of the catholics, to my brother Abraham who lives in the country, by Peter Plymley" (21. Ausg. 1838) sind ein Meisterstück feinen Witzes und schlagender Dialektik und waren von durchgreifender Wirkung. Macaulay urteilt in seinen "Memoirs of Sidney S." (1847), daß S. in der Fähigkeit, lächerlich zu machen, der größte Meister seit Swift gewesen. Auch hat man von ihm Vorlesungen über Moralphilosophie, die 1804-1806 in London vor einem gemischten Publikum gehalten wurden, aber erst später als "Elementary sketches of moral philosophy" (Lond. 1850, 1866) im Druck erschienen. Seine gesammelten Werke erlebten viele Auflagen (z. B. Lond. 1853, 3 Bde.; Ausg. in 1 Bd. 1869). Smiths Leben beschrieben seine Tochter, Lady Holland (Lond. 1855, 2 Bde.; neue Ausg. 1874), und Stuart J. ^[Johnson] Reid (das. 1884).

5) James, engl. Dichter, geb. 10. Febr. 1775, ward zu Chigwell in Essex erzogen und erhielt später eine Anstellung beim Board of ordnance. Durch unerschöpflichen Witz, den er in Bonmots und Vers de société spielen ließ, gewann er bald einen Namen. Seine ersten Gedichte und humoristischen Versuche erschienen in dem "Pic-Nic-Newspaper" und im "London Review". Mit seinem Bruder Horace (s. unten) lieferte er 1812 "The rejected addresses", glückliche Parodien auf den Stil der gefeiertsten Dichter der Zeit, wie Byron, Wordsworth, Southey, Scott u. a. Eine ähnliche Sammlung: "Horace in London", erschien 1813. S. starb 24. Dez. 1839. Sein Nachlaß ward mit einer biographischen Skizze 1841 von seinem Bruder herausgegeben. - Sein jüngerer Bruder, der genannte Horace S., geb. 1779, Börsenmakler, warf sich mit Erfolg auf das von Walter Scott eröffnete Feld des historischen Romans. Seinem mit Beifall aufgenommenen "Brambletye House" (1826) folgten: "Tor Hin", "Zillah", "Adam Brown", "Arthur Arundel", "Love, a tale of Venice" u. a., alle durch gefällige Schreibart und fesselnde Verwickelung ausgezeichnet, aber ohne Originalität und tiefere Charakteristik. Als seine beste Leistung sieht man die "Address to the mummy" an wegen ihrer echt poetischen Empfindung und geschmackvollen Ausführung. S. starb 12. Juli 1849 in Tunbridge Wells.

6) William, engl. Gelehrter, bekannt durch seine encyklopädischen Werke über das klassische und biblische Altertum, geb. 1813 zu London, studierte erst Jurisprudenz, dann Philologie, fungierte 1853-69 als Examinator in den klassischen Sprachen an der Universität zu London und ward 1869 Mitglied des Senats derselben. Daneben leitet er seit 1867 die Redaktion der "Quarterly Review". Seine drei großen encyklopädischen Werke über das klassische Altertum sind: "Dictionary of Greek and Roman antiquities" (Lond. 1840-42 u. öfter); "Dictionary of Greek and Roman biography and mythology" (das. 1844 bis 1849, 3 Bde.) und "A dictionary of Greek and Roman geography" (1854-57, 2 Bde.); sie erschienen 1872 in neuen Ausgaben. Das Ergebnis seiner