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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Teirich - Telaw.

Teirich, Valentin, Zeichner und Kunstschriftsteller, geb. 23. Aug. 1844 zu Wien, besuchte unter Fr. Schmidt die Kunstakademie daselbst und bildete sich darauf im Atelier van der Nülls und auf Reisen zu einem gediegenen Kenner der deutschen und italienischen Renaissance. Er ward 1868 Dozent, später Professor an der Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums und zugleich Dozent am Polytechnikum. In dieser Stellung schuf er eine große Anzahl von trefflichen Entwürfen für die Möbel-, Bronze- und Thonwarenindustrie, begründete 1872 die "Blätter für Kunstgewerbe", die später von Storck fortgeführt wurden, starb aber schon 8. Febr. 1877. Er schrieb: "Die moderne Richtung in der Bronze- und Möbelindustrie" (Wien 1868) und gab heraus: "Die Ornamente aus der Blütezeit der italienischen Renaissance" (das. 1871); "Marmorornamente des Mittelalters und der Renaissance in Italien" (das. 1874; "Kabinett, im Auftrag Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. entworfen" (das. 1874). Nach seinem Tod erschienen: "Bronzen der italienischen Renaissance" (1878).

Teisendorf, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt Laufen, an der Sur und dem Fuß der Alpen sowie an der Linie München-Rosenheim-Salzburg der Bayrischen Staatsbahn, hat eine kath. Kirche, Oberförsterei, Bierbrauerei und 630 Einw. In der Nähe die Schloßruine Raschenberg und Spuren der Römerstraße von Augsburg nach Salzburg.

Teisserenc de Bort (spr. täß'rang d'bor), Pierre Edmond, franz. Staatsmann, geb. 1814 zu Châteauroux, ward auf der polytechnischen Schule gebildet, dann Ingenieur bei der Verwaltung des Tabaksmonopols, darauf Regierungskommissar bei verschiedenen Eisenbahngesellschaften, Mitgründer der Bahn Paris-Lyon-Mittelmeer, im Februar 1871 Mitglied der Nationalversammlung, wo er sich den konservativen Republikanern anschloß, war vom April 1872 bis 24. Mai 1873 Minister der öffentlichen Arbeiten, wurde 1876 Mitglied des Senats und war vom März 1876 bis 16. Mai 1877 und 13. Dez. 1877 bis Februar 1879 wieder Minister der öffentlichen Arbeiten. Er bekleidete darauf bis 1880 den Botschafterposten in Wien.

Teiste (Stechente), s. Lumme.

Teja, Stadt in Marokko, s. Thesa.

Tejada, Staatsmann, s. Lerdo de Tejada.

Tejas, letzter König der Ostgoten, war Feldherr des Totilas, nach dessen Fall bei Tagina 552 er in Pavia zum König erhoben wurde, sammelte in Oberitalien die Reste der Goten und zog darauf nach Unteritalien seinem in Cumä von den Römern belagerten Bruder Aligern zu Hilfe. Hier am Sarnus kämpfte er einen 60tägigen Verzweiflungskampf gegen die Römer, in dem er endlich nach heldenhaftem Widerstand mit dem größten Teil seines Volkes fiel.

Tejo (spr. teschu), Fluß, s. Tajo.

Teju (Tejus Gray), Eidechsengattung aus der Ordnung der Saurier (Sauria) und der Familie der Schienenechsen (Ameivae), amerikanische Reptilien mit gestrecktem Körper, meist 2-3 Querfalten an der Kehle, glatten, in quere Binden geordneten Rückenschuppen, glatten, vierseitigen, in der Fünfform stehenden Bauchschuppen, an der Basis einstülpbarer Zunge, mit zwei oder drei Einschnitten versehenen obern Schneidezähnen und in der Jugend dreispitzigen, im Alter höckerigen Backenzähnen. Der T. (Salompenter, T. teguixin Gray), bis 2 m lang, oberseits bräunlichschwarz mit weißgelben und weißen Flecken und Binden, unterseits rötlichgelb, schwarz gebändert, bewohnt Südamerika von Guayana bis Paraguay, lebt hauptsächlich in der Nähe der Küste, in Plantagen, Gebüschen, Wäldern, gräbt sich Erdhöhlen unter Baumwurzeln, nährt sich von Früchten und allerlei kleinen Tieren und wird auf Hühnerhöfen schädlich durch das Rauben von Eiern und jungem Geflügel. Er ist sehr schüchtern und flüchtig, leistet aber im Notfall tapfere Gegenwehr und beißt äußerst scharf. Man jagt ihn eifrig auch des wohlschmeckenden Fleisches halber und benutzt dies und besonders das Fett gegen Schlangenbiß.

Tejuco, Stadt, s. Diamantina.

Tekendorf (ungar. Teke), Stadt im ungar. Komitat Klausenburg (Siebenbürgen), mit 3 Kirchen, (1881) 2032 ungarischen, rumänischen und deutschen Einwohnern, Bezirksgericht und Weinbau.

Tekiëh, ein mohammedan. Mönchskloster.

Tekke-Turkmenen (Tekinzen), ein Stamm der Turkmenen, nördlich vom Kopet Dagh bis zur Sandwüste Karakum und südöstlich bis Merw in einem mit zahlreichen Festungen besetzten Gebiet wohnhaft; sie zerfallen in drei Stämme: die Achal-T., die Tetschen-T. und die Merw-T. Die erstern wurden nach zweijährigem hartnäckigen Widerstand von den Russen unterworfen, indem General Skobelew 24. Jan. 1881 ihre Hauptfestung Gök-Tepe erstürmte. Durch Ukas vom 18. Mai 1881 wurde das Gebiet der Achaltekinzen mit dem transkaspischen Gebiet vereinigt und 31. Jan. 1884 auch Merw von den Russen in Besitz genommen.

Tekrît, kleine, früher bedeutendere, von Arabern bewohnte Stadt im türk. Wilajet Bagdad, am rechten Ufer des Tigris, etwa 160 km nordnordwestlich von Bagdad auf mehreren Hügeln, die zum Flusse steil abfallen, mit Ruinen einer alten Festung und angeblich 2000 Einw.

Tekrur, der einheimische Name für die Osthälfte des Sudân vom Niger bis Kordofan.

Tektonik (griech.), die Kunst, Räume herzustellen, in welchen man wohnt, die Baukunst im weitern Sinn; dann auch die Kunst, Geräte und Möbel unter Berücksichtigung des Verhältnisses der tragenden und getragenen Teile aus Holz und andern Materialien zu verfertigen (Möbeltischlerei, Zimmermannskunst, Gefäßbildnerei etc.).

Tektur (lat.), Decke, Umschlag eines Aktenstücks.

Tekutsch (rumän. Tecuciu), Kreishauptstadt in Rumänien (Moldau), am Berlad, Knotenpunkt der Eisenbahnen nach Galatz, Berlad und Marasesti (Linie Roman-Verciorova), Sitz der Präfektur und eines Tribunals, mit einem Gymnasium, Weinbau, Handel und 9081 Einw.

Tela (lat.), Gewebe, z. B. T. cartilaginea, Knorpelgewebe.

Telabun, s. Eleusine.

Telamon, griech. Heros, Sohn des Äakos und der Endeis, Bruder des Peleus, flüchtete wegen des an seinem Halbbruder Phokos verübten Mordes nach Salamis zum Kychreus, der ihn zum Schwiegersohn erkor und ihm bei seinem Tode die Herrschaft hinterließ. Seine spätere Gattin Periböa gebar ihm den Aias. T. begleitete Herakles nach Troja, wo er die Tochter des Laomedon, Hesione, zum Geschenk erhielt, die ihm den Teukros gebar, und nahm auch teil an der kalydonischen Jagd und der Argonautenfahrt.

Telamonen (griech.), in der Architektur, s. Karyatiden.

Telaw, Kreisstadt im russisch-kaukas. Gouvernement Tiflis, Hauptort der Landschaft Kachetien, in obst- und weinreicher Gegend, mit Palästen und den Ruinen alter Befestigungen, einem Bazar, lebhaftem Handel mit Wein und (1879) 7022 Einw.