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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Trompetenbaum - Tropen.

trompeten stehen gewöhnlich in F und werden dem entsprechend notiert. Von Schulwerken für T. sind besonders zu empfehlen die "Große Schule für Cornet à pistons und T." von Kosleck (2 Tle.) und die "Orchesterstudien für T." von F. Gumbert. Vgl. Eichborn, Die T. in alter und neuer Zeit (Leipz. 1881).

Trompetenbaum, s. Catalpa und Cecropia.

Trompetenblume, s. Bignonia.

Trompetenblütler, s. Bignoniaceen.

Trompetengeige, s. Trumscheit.

Trompetenschnecke, s. Tritonshörner.

Trompetervögel (Psophiidae Bp.), Familie der Watvögel, Vögel mit kräftigem Leib, mittellangem Hals, kurzem Schnabel, hohen, langläufigen, kurzzehigen Füßen, kurzen, gewölbten Flügeln und kurzem, schwachfederigem Schwanz. Der Agami (Psophia crepitans L.), 52 cm lang, schwarz, am Bug purpurschwarz schillernd, an Unterhals und Oberbrust stahlblau schillernd, mit rotbraunem Auge, grünlichweißem Schnabel und gelblich fleischfarbenem Fuß, lebt in zahlreichen Scharen in den Wäldern nördlich vom Amazonas, läuft sehr schnell, fliegt schwach und besitzt eine sonderbare Stimme. Nach einem scharfen, wilden Schrei folgt ein ungemein tiefes Trommeln oder Brummen, welches durch eigentümliche sackartige Anhängsel der Luftröhre hervorgebracht wird. Der Agami nährt sich von Früchten, Körnern, Insekten, nistet an der Erde und legt zehn und mehr hellgrüne Eier. In allen Indianerniederlassungen lebt der Agami als Haustier, als Wächter und Beherrscher des übrigen Geflügels und erscheint auch in den Straßen der Ortschaften.

Tromsö, Hauptstadt des gleichnamigen norweg. Amtes, das sich zwischen den Ämtern Nordland und Finnmarken erstreckt und, in die zwei Vogteien Senjen und T. geteilt, 24,569,6 qkm (446,2 QM.) mit (1876) 54,019 Einw. umfaßt. Die Stadt liegt auf der 8 km langen Insel T., ist Sitz eines Bischofs, eines Amtmanns und eines deutschen Konsuls, hat mehrere Kirchen (auch eine katholische), einige Fabriken, Gymnasium, Lehrerseminar, lebhaften Handel (mit Fischen, Thran, Nickelerz etc.; Wert der Ausfuhr über 2,5 Mill. Frank) und (1876) 5409 Einw. Das gleichnamige Stift, erst 1844 gebildet, umfaßt den nördlichsten und nordöstlichsten Teil des Landes und zwar die Ämter: Nordland, T. und Finnmarken und hat einen Flächeninhalt von 111,609 qkm (2027 QM.) mit (1876) 182,245 Einw.

Trona, s. Soda, S. 1047.

Tronchet (spr. trongschä), François Denis, franz. Advokat und Verteidiger Ludwigs XVI., geb. 1726 zu Paris, erlangte als Advokat einen bedeutenden Ruf, wurde 1789 von der Stadt Paris in die Nationalversammlung gewählt, bewies sich hier als Anhänger des konstitutionell-monarchischen Prinzips und ward vom König 1792 zu seinem Verteidiger erwählt. Seine Verteidigung war gründlich gearbeitet, aber von geringer Wirkung, da sie sich streng auf juristischem Boden hielt. Unter Robespierre mußte T. fliehen, unter dem Direktorium trat er in den Rat der Alten, unter dem Konsulat ward er Präsident des Kassationshofs, erhielt nebst Bigot-Préameneu, Mulleville und Portalis die Redaktion des neuen Zivilkodex übertragen und ward 1801 in den Erhaltungssenat berufen. Er starb 10. März 1806.

Tronchiennes (spr. trongschiénn, vläm. Drongen), Flecken in der belg. Provinz Ostflandern, Arrondissement Gent, an der Lye und der Eisenbahn Gent-Brügge, mit großer Krappfabrik und (1888) 4957 Einw.

Trondhjem, Stadt, s. Drontheim.

Tronto (im Altertum Truentus), Küstenfluß in Mittelitalien, entspringt in den Bergen von Campotosto (Provinz Aquila), fließt anfangs nördlich, dann östlich, nimmt bei Ascoli den Castellano auf, wird bei Martino Sicuro für kleine Fahrzeuge schiffbar und fällt nach einem Laufe von 88 km in das Adriatische Meer.

Troon (spr. truhn. "Vorgebirge"), Seestadt im mittlern Ayrshire (Schottland), mit sicherm Hafen, bedeutender Kohlenausfuhr und (1881) 2383 Einw. Zum Hafen gehörten 1888: 53 Fischerboote.

Tropäoleen (Tropaeolaceae), dikotyle, etwa 35 Arten umfassende, in Südamerika einheimische Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Gruinales, welche sich durch zygomorphe Blüten mit acht Staubgefäßen und einem dreifächerigen Fruchtknoten von den nächstverwandten Familien unterscheidet.

Tropäolin, s. Azofarbstoffe und Phenylfarbstoffe.

Tropaeolum L. (Kapuzinerkresse), Gattung aus der Familie der Tropäoleen, ein- oder mehrjährige, windende, seltener niedergestreckte Kräuter mit oft knolligen Wurzeln, wechselständigen, schild- oder handförmigen, eckigen, gelappten oder eingeschnittenen Blättern, einzeln achselständigen, gelben, selten purpurnen oder blauen, gespornten Blüten und trocknen oder schwammig-fleischigen Früchten. 35 südamerikanische Arten. T. majus L. (spanische, türkische Kresse, unechte Kaper), einjährig, 1684 aus Peru nach Europa verpflanzt und jetzt in zahlreichen Varietäten in allen Gärten zu finden, mit meist kletterndem Stengel, schildförmigen Blättern und großen, orangegelben bis purpurbraunen Blüten, schmeckt kressenartig und wirkt antiskorbutisch, wird auch als Salat gegessen, während man die Blütenknospen und die unreifen, in Essig oder Salz eingelegten Früchte wie Kapern benutzt. Aus dieser Art und dem ähnlichen T. minus L. aus Peru sind zahlreiche Varietäten, auch Zwergformen gezüchtet worden. T. tuberoseum R. et P., mit knolligem Wurzelstock und fünflappigen Blättern, wird in Peru der genießbaren Knollen halber kultiviert und gedeiht auch bei uns. Andre knollentragende Arten, wie T. Lobbianum Paxt. aus Kolumbien, mit leuchtend kapuzinerroten Blüten (s. Tafel "Zimmerpflanzen I"), T. pentaphyllum Lam. aus Montevideo, mit scharlachroten, grün zugespitzten Blüten, etc., kultiviert man als Zierpflanzen in Gewächshäusern.

Tropea, Stadt in der ital. Provinz Catanzaro, Kreis Monteleone, am Tyrrhenischen Meer, Bischofsitz, mit Kathedrale, Schloßruinen, kleinem Hafen, Fischerei, Fabrikation von Stiefelsohlen und Baumwolldecken und (1881) 5032 Einw.

Tropen (griech.), s. v. w. bildliche Ausdrücke, durch welche der eigentliche Ausdruck mit dem uneigentlichen, die Sache mit dem Bild vertauscht wird, um das Geistige zu versinnlichen und das Sinnliche zu vergeistigen (s. Figur); daher tropisch, s. v. w. bildlich, figürlich (Gegensatz: kyriologisch). Die wichtigsten T. sind: Allegorie, Antonomasie, Epitheton, Hyperbaton, Hyperbel, Ironie, Katachresis, Metalepsis, Metapher, Metonymie, Onomatopöie, Periphrasis, Rätsel und Synekdoche. Vgl. Groß, Die T. und Figuren (2. Aufl., Leipz. 1888). - Im Gregorianischen Gesang heißen T. die verschiedenen Gesangsformeln für den Schluß der dem Introitus angehängten kleinen Doxologie "Gloria patri et filio et spiritui sancto sicut erat in principio et nunc et in secula seculorum amen" (vgl. Evovae). - In der Astronomie heißt tropisch auf den Tierkreis bezüglich;