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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ventilator - Venus.

Schülke, Gesunde Wohnungen (Berl. 1880); Degen, Praktisches Handbuch für Einrichtungen der V. etc. (3. Aufl., Münch. 1878); Derselbe, Das Krankenhaus und die Kaserne der Zukunft (das. 1882); Häsecke, Die V. in Verbindung mit Heizung (Berl. 1877); Ahrendts, Die V. der bewohnten Räume (Leipz. 1880); Pettenkofer, Über den Luftwechsel in Wohngebäuden (Münch. 1855); Derselbe, Die atmosphärische Luft in Wohngebäuden (Braunschw. 1858); Märcker, Untersuchungen über natürliche und künstliche V. in Stallgebäuden (Götting. 1871); Lang, Über natürliche V. (Stuttg. 1877); Stäbe, Preisschrift über Ventilationssysteme (Berl. 1878); Rietschel, Lüftung und Heizung von Schulen (das. 1885).

Ventilātor (lat.), s. Gebläse, S. 978.

Ventīle (Schubcylinderventile) bei Blechblasinstrumenten, s. Pistons.

Ventīlhahn, von Jauck erfundene Vereinigung sämtlicher Ventile einer Pumpe oder Feuerspritze in einem hahnartigen Körper, welcher leicht ausgehoben werden kann. Die Möglichkeit, durch das Lösen einer einzigen Schraube die Ventile nachzusehen, was selbst während des Gebrauchs bei etwaniger Störung in einigen Minuten besorgt werden kann, machte diese Erfindung zu einem wesentlichen Fortschritt in der Spritzenfabrikation. Hauptsächlich werden Ventilhähne für Klappenventile verwendet, eignen sich aber auch für Kegel- und Kugelventile. Den Querschnitt durch einen V. mit vier Klappenventilen zeigt beistehende Skizze. Die Rohre A und B führen nach zwei Druckpumpencylindern; S ist das Saugrohr, D das nach dem Windkessel führende Druckrohr; ss sind Saugventile, dd Druckventile. Die Bewegung des Wassers erfolgt in der Richtung der Pfeile.

^[Abb.: Ventilhahn]

Ventīlhorn, s. Horn (S. 722).

Ventīlkolben, ein Kolben (z. B. bei Pumpen), welcher Ventile besitzt.

Ventīlsteuerung, eine Steuerung, bei welcher die Zu- und Abführungskanäle durch Ventile geöffnet und geschlossen werden.

Ventīltrompete, s. Trompete.

Ventimiglia (spr. mílja), Stadt und Grenzfestung in der ital. Provinz Porto Maurizio, Kreis San Remo, an der Mündung des Roja in das Mittelländische Meer (Riviera di Ponente) und der Eisenbahn Genua-Nizza, von bedeutenden Forts umringt, ist Bischofsitz, hat eine Kathedrale, 7 andre Kirchen, ein Hauptzollamt, ein Gymnasium, ein Seminar, einen kleinen Hafen und (1881) 4195 Einw. 1877 ward dabei ein antikes Theater ausgegraben.

Ventnor, Badeort auf der Südküste der engl. Insel Wight, seines milden Klimas wegen namentlich im Winter viel besucht, hat (1881) 5504 Einw. Dabei das reizende Dorf Bonchurch und ein Spital für Schwindsüchtige.

Ventōsa (La V.), Hafen von Salina Cruz (s. d.).

Ventôse (franz., spr. wangtohs', »Windmonat«), der sechste Monat im französischen Revolutionskalender, vom 19. Febr. bis 20. März.

Ventoux (Mont V., spr. wangtuh), 1912 m hoher Berg im franz. Departement Vaucluse, der westlichste Hochgipfel der Westalpen, der sich fast isoliert und daher um so imponierender aus dem Rhônethal erhebt; ein gepriesener Aussichtspunkt. Aus tertiären Schichten bestehend, ist er umsäumt von zahlreichen Quellen und reicher Vegetation, deren Abstufungen nach der Höhe hier besonders eingehend von den Botanikern studiert worden sind.

Ventrāl (lat.), zum Bauch (venter) gehörig, darauf bezüglich, an ihm gelegen.

Ventricŭlus (lat.), Magen. Ventriculi cerebri, s. Gehirn, S. 2.

Ventriloquist (lat.), Bauchredner.

Venturīn, s. Aventurin.

Ventus (lat.), der Wind.

Vēnus, ursprünglich eine latinische Göttin der Vegetation, des Frühlings und als solche von Gärtnern und Winzern verehrt, später als Göttin der Liebe mit der griechischen Aphrodite (s. d.), deren Kultus von Sizilien und zwar besonders wohl vom Berg Eryx nach Italien gedrungen war, identifiziert. Sie gelangte zu besonderer Bedeutung als Göttin des latinischen Bundes und hatte als solche Heiligtümer in Lavinium und Ardea. Die Sage, daß Äneas der Sohn von ihr und Anchises war, wurde dahin erweitert, daß er nach der Zerstörung Trojas nach Latium auswanderte. In Rom hatte sie in alter Zeit besondere Verehrung als Murcia, worin man später fälschlich die »Myrtenfreundin« (Myrtea) sehen wollte, als Cloacina, Libitina (Göttin der Lust, aber auch der Vergänglichkeit, des Todes). Die älteste historische Nachricht von einer Verehrung der V. als Aphrodite ist, daß 217 v. Chr. nach der Schlacht am Trasimenischen See auf Geheiß der Sibyllinischen Bücher der V. vom Berg Eryx (s. d.) in Sizilien ein Tempel gelobt und auf dem Kapitol erbaut wurde. Neben den mannigfachen dem griechischen Aphroditekultus entsprechenden Formen der Verehrung, die sie genoß, hat eine besondere Bedeutung die als V. genetrix, d. h. als Stammmutter des römischen Volkes durch ihren Sohn Äneas. Speziell verehrte sie als Stammmutter das Geschlecht der Julier, das seine Abstammung von ihrem Enkel Julius, dem Sohn des Äneas, herleitete; in diesem Sinn errichtete ihr Cäsar als V. genetrix auf dem von ihm angelegten Forum 46 v. Chr. einen prächtigen Tempel, bei dem alljährlich elftägige Spiele gefeiert wurden. Als Stammmutter des ganzen römischen Volkes war ihr nebst der Roma (s. d.) von Hadrian der 135 n. Chr. vollendete, in den Ruinen noch vorhandene herrliche Doppeltempel in der Nähe des Kolosseums (später templum Urbis genannt) geweiht. Geheiligt war der V. der 1. April, wo sie von den römischen Matronen neben der Fortuna virilis, der Göttin des Glücks der Frauen bei den Männern, und der Concordia als V. verticordia (Wenderin der weiblichen Herzen zu Zucht und Sitte) verehrt wurde. Von geringerer Bedeutung war der Kult der V. Obsequens (der Willfährigen), Salacia (Göttin der Buhlerinnen) u. a. Auch in Kampanien stand, wohl infolge griechischer Einflüsse, der Kult der V. in hohem Ansehen; dahin gehört die V. Fisica (Stadtgöttin von Pompeji). Über die künstlerischen Darstellungen s. Aphrodite. S. auch Venusberg.

Vēnus, bei den Alchimisten das Kupfer, weil dieses den Namen (lat. cuprum, griech. chalkos kyprios) von der der Venus heiligen Insel Cypern bekommen hatte.

Vēnus, der zweite Planet des Sonnensystems, der glänzendste aller Sterne, schon im Altertum als Hesperos (Abendstern) und Phosphoros (Lucifer, Morgenstern) allbekannt; doch soll erst Pythago-^[folgende Seite]