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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Viehzucht- und Herdbuchgesellschaft, Deutsche; Vieill.; Viel-Castel; Vieleck; Vielfraß

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Viehzucht- und Herdbuchgesellschaft - Vielfraß.

Kürzeste Tragezeit Längste Tragezeit Mittlere Tragezeit Bemerkungen

Tage Tage Tage

Pferd 310 410 335

Esel - - 345

Rind 240 320 280

Schaf 143 150 147

Ziege - - 144

Schwein - - 120

Hund - - 60

Katze - - 57

Bemerkungen: Bei Pferden und Wiederkäuern wird der männliche Fötus 1-2 Tage länger getragen als der weibliche. Die Pferde edler (engl. und arab.) Rassen tragen 10-14 Tage länger als die Pferde der schweren Arbeitsrassen. Nach den Beobachtungen, die H. v. Nathusius machte, trägt das Merinoschaf 150, das Southdownschaf nur 144 Tage.

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Vgl. Weckherlin, Landwirtschaftliche Tierproduktion (4. Aufl., Stuttg. 1865); H. Settegast, Die Tierzucht (5. Aufl., Bresl. 1888, 2 Bde.); H. v. Nathusius, Vorträge über V. und Rassenkenntnis, Tl. 1 (Berl. 1872); Krafft, Tierzuchtlehre (4. Aufl., das. 1885); Wilckens, Grundriß der landwirtschaftlichen Haustierlehre, Bd. 2 (Tübing. 1888); Grahl, Die Tierzucht und ihr Ertrag (Bresl. 1880); Hauser, Entwickelung der V. in Preußen (Jena 1887).

Viehzucht- und Herdbuchgesellschaft, Deutsche, eine 1880 zu Berlin gebildete Vereinigung von Züchtern und landwirtschaftlichen Vereinen, welche sich die Aufgabe gestellt hat, durch Führung eines deutschen Herdbuches (s. d.), durch periodisch wiederkehrende allgemeine Viehausstellungen und durch öffentliche Vertretung der züchterischen Interessen die Tierzucht in Deutschland zu fördern.

Vieill., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für L. P. Vieillot (spr. wjäjoh), gest. 1828 in Paris. Ornitholog.

Viel-Castel (spr. wjell-kastell), Louis de Salviac, Baron de, franz. Geschichtschreiber, geb. 14. Okt. 1800 zu Paris, studierte die Rechte daselbst und trat 1818 als Supernumerar im Auswärtigen Ministerium in die diplomatische Karriere ein. 1821 wurde er Attaché, 1825 Sekretär bei der Gesandtschaft in Madrid, 1828 in Wien und 1829 Sousdirektor der politischen Abteilung im Ministerium. Auch unter der Julimonarchie bekleidete er diesen Posten und wurde 1849 zum Direktor befördert, nahm aber nach dem Staatsstreich 1851 seinen Abschied, ward 1873 Mitglied der Akademie und starb 5. Okt. 1887 in Paris. Außer vielen Artikeln in der »Revue des Deux Mondes« schrieb er: »Essai historique sur les deux Pitt« (1846, 2 Bde.), »Histoire de la Restauration« (1860-77, 20 Bde.) und »Essai sur le théâtre espagnol« (1882, 2 Bde.). - Sein Bruder Horace de V., geb. 1802, war Konservator der Louvre-Museen, starb 1864; schrieb ebenfalls mehrere historische und genealogische Werke (z. B. »Les rois de France«, 1843; »Marie-Antoinette et la Révolution française«, 1859, u. a.) und hinterließ »Mémoires sur le règne de Napoléon III« (hrsg. von Léouzon le Duc, 1881-84, 6 Bde.).

Vieleck (Polygon), jede Figur, welche eine bestimmte Anzahl Ecken und ebenso viele Seiten hat. Die Summe der Seiten wird der Umfang oder Perimeter genannt. Jede gerade Linie, welche zwei nicht nebeneinander liegende Ecken miteinander verbindet, heißt Diagonale (s. d.). Nach der Anzahl der Ecken sind die Vielecke Drei-, Vier-, Fünf-, Sechs-, Siebenecke etc. Die von den Seiten eingeschlossenen Winkel nennt man innere Vielecks- oder Polygonwinkel. Ist die Zahl der Ecken n, so lassen sich von einer Ecke aus n-3 Diagonalen ziehen, durch die das n-Eck in n-2 Dreiecke geteilt wird. Überhaupt aber lassen sich im n-Eck $\frac{n(n-3)}{2}$ Diagonalen ziehen. Die Summe aller Winkel im ebenen n-Eck ist (n-2) 2 R. Regulär heißt ein ebenes V. mit gleichen Seiten und gleichen Winkeln; die Ecken desselben liegen auf einem Kreis (dem umschriebenen Kreis), und die Seiten berühren einen (den eingeschriebenen) Kreis. Um in einen gegebenen Kreis ein reguläres Viereck (Quadrat) einzuschreiben, zieht man zwei zu einander senkrechte Durchmesser AC und BD (Fig. 1) und verbindet deren Endpunkte. Das Achteck ergibt sich, wenn man den zu einer Seite AB gehörigen Zentriwinkel AOB halbiert; schneidet die Halbierungslinie den Kreis in E, so sind AE und EB Seiten des Achtecks. In gleicher Weise findet man die Seite eines regulären Vielecks von doppelter Seitenzahl, wenn die Seite desjenigen von einfacher Seitenzahl gegeben ist. Die Seite des regulären Sechsecks ist gleich dem Radius des umschriebenen Kreises (Fig. 2); verbindet man die abwechselnden Ecken desselben, so erhält man ein reguläres Dreieck. Um ein reguläres Fünfeck in einen Kreis einzuzeichnen, ziehe man (Fig. 3) die beiden rechtwinkeligen Durchmesser AC und BD, halbiere den Radius OA in E und schlage um E mit dem Halbmesser EB einen Bogen, welcher OC in F schneidet; dann ist BF die Seite des Fünfecks und OF diejenige des regulären Zehnecks. Für andre reguläre Vielecke kann man sich folgender Näherungskonstruktion bedienen. Man ziehe den Durchmesser AC (Fig. 4) und den darauf senkrechten Halbmesser OB, teile darauf AC in so viel gleiche Teile, wie das V. Seiten haben soll, z. B. 7 (indem man auf der beliebigen Geraden AM 7 gleiche Teile von A bis P abträgt und durch die so markierten Punkte Parallelen zu PC zieht) und bezeichne den dritten Teilpunkt D von A aus; sodann verlängere man AC über A hinaus und OB über B hinaus um einen Teil und verbinde die so erhaltenen Punkte E und F durch eine Gerade, welche den Kreis zunächst bei A im Punkt G schneidet. Dann ist DG die Seite des Vielecks.

^[Abb.: Vielecke (Fig. 1-4).]

Vielfraß (Wolverene, Gulo Storr.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Raubtiere und der Familie der Marder (Mustelidae Wagn.), kräftig und gedrungen gebaute Tiere mit gewölbtem Rücken, großem Kopf, länglicher, ziemlich stumpf abgeschnittener Schnauze, dickem, kurzem Hals, kurzem, sehr buschigem Schwanz, kurzen, starken Beinen und plumpen, fünfzehigen Pfoten mit scharf gekrümmten Krallen. Der nordische V. (G. borealis Nilss., s. Tafel »Raubtiere II«) ist 85 cm lang, mit 15 cm langem Schwanz, 45 cm hoch, lang und zottig, an den Seiten und um die Schenkel straff und sehr lang behaart, braunschwarz, auf dem Rücken, an der Unterseite und an den Beinen schwarz, mit hellgrauem