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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Villaflor - Villa Occidental.

Villaflor, portug. Staatsmann, s. Terceira.

Villafranca, 1) (V. di Verona) Distriktshauptort in der ital. Provinz Verona, am Tartaro und der Eisenbahn Verona-Mantua-Modena, hat eine verfallene Burg, Seidenkultur und (1881) 3986 Einw. Die Umgegend war ein Hauptschauplatz der Kriege von 1848 und 1866. In V. wurde 11. Juli 1859 der Präliminarfriede zwischen dem Kaiser von Österreich und Napoleon III. geschlossen (s. Italien, S. 80). -

2) (Villefranche) Stadt im franz. Departement Seealpen, Arrondissement Nizza, in malerischer Lage im Grunde der Bucht von V. (Portus Herculis), an der Bahnlinie Nizza-Genua, hat eine Citadelle, einen durch zwei Forts geschützten Hafen mit Arsenal, eine von Kriegsschiffen vielbenutzte, völlig sichere Reede, Schiffswerften, einen Leuchtturm, Seebäder, Handel mit Öl, Seide, Wein, Südfrüchten etc., Austern- und Thunfischfang und (1881) 2499 Einw. V. soll eine Gründung der Phöniker sein. 1295 wurde der Hafen von Karl II. von Anjou, als König von Sizilien, zum Freihafen erklärt. Nach der Zerstörung durch die türkische Flotte unter Chaireddin Barbarossa im 16. Jahrh. wurde der Ort vom Herzog Emanuel Philibert von Savoyen wieder aufgebaut und durch eine Citadelle befestigt, aber in der Folge mehrmals (1690, 1744 und 19. Sept. 1792) von den Franzosen erobert; 1792-1814 gehörte er zu Frankreich, ward aber im ersten Pariser Frieden an Sardinien zurückgegeben. Früher war V. dessen einziger Kriegshafen gewesen; als jedoch die ligurische Küste an Sardinien gefallen war, wurden die Marineetablissements von V. nach Genua verlegt. 1860 fiel V. mit der ganzen Grafschaft Nizza an Frankreich. -

3) (V. do Campo) Stadt auf der Azoreninsel San Miguel, mit Reede nebst Fort und (1881) 2796 Einw. Nahebei warme Schwefelquellen und Bäder.

Villafranca del Panadés (spr. wilja-), Bezirksstadt in der span. Provinz Barcelona, Hauptort der viele Südfrüchte und Wein produzierenden Landschaft El Panades, an der Eisenbahn Barcelona-Tarragona, mit altem gotischen Palast der aragonischen Könige und (1878) 6981 Einw. V. ist angeblich von Hamilkar gegründet.

Villains (von Villanus), in der angelsächsischen und normännischen Zeit Name der Sklaven und Hörigen; ihnen wurde wie in Deutschland Land zur Nutznießung überlassen, wogegen sie Frondienste zu leisten hatten. Aus diesen landsässigen V. sollen die Copyholders hervorgegangen sein.

Villajoyōsa (spr. wilja-chojōsa), Bezirksstadt in der span. Provinz Alicante, am Mittelmeer gelegen, mit Hafen und (1878) 9321 Einw.

Villancicos (Vilhancicos, spr. wiljan-), span. kirchliche Kompositionsgattung, Lieder auf hohe Kirchenfeste, etwa den englischen Anthems vergleichbar, beginnend und schließend mit einem Chorsatz, dem sogen. Estribillo, dazwischen einen oder mehrere Solosätze (»Coplas«) enthaltend. Der Estribillo ist oft doppel- oder mehrchörig, in welchen Fällen außer dem allgemeinen Continuo jeder Chor noch seinen besondern Continuo hat.

Villanellen (ital., auch Canzoni villanesche, Villote, »Straßenlieder«, entsprechend den deutschen »Gassenhawerlin«), im 16. Jahrh. Name für das leichtere italienische Volkslied mit derb komischer, etwas lasciver Tendenz im Unterschied von dem feinern Kunstlied, dem Madrigal.

Villāni, Giovanni, ital. Geschichtschreiber, aus Florenz, starb 1348 daselbst; schrieb eine Chronik der Geschichte von Florenz, in die er zugleich die Geschichte eines Teils von Italien verwebte, und die dann sein Bruder Matteo V. bis zu seinem Todesjahr (1364) fortsetzte (neue Ausg., Triest 1858). Sie ist nicht frei von Irrtümern, von guelfischem Standpunkt aus in kunstloser Form, aber trefflicher Sprache abgefaßt. Matteos Sohn Filippo, florentin. Rechtsgelehrter, schrieb: »Liber de civitatis Florentiae famosis civibus«, den ersten Versuch einer vaterländischen Litteraturgeschichte, von Mazzucchelli 1747 in einer italienischen Übersetzung herausgegeben, die das Original an Eleganz übertrifft, ihm aber an Genauigkeit nachsteht. Der Stil ist lebhaft und kräftig, nur zuweilen zu abgebrochen. Ausgaben der Werke der V. besorgten Moutier (Flor. 1823, 8 Bde.) und Gherardi-Dragomanni (das. 1848, 7 Bde.).

Villanōva de Portimão (spr. -maung), Stadt in der portug. Provinz Algarve, an der Mündung des Rio Silves, über welchen eine eiserne Brücke führt, in den Atlantischen Ozean, in trefflich angebauter Gegend, hat den besten Hafen der Provinz und (1878) 6286 Einw.; Hauptausfuhrplatz der Orangen. V. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Villanuēva (spr. wilja-), Joaquin Lorenzo, span. Patriot und Gelehrter, geb. 10. Aug. 1757 zu Jativa in der Provinz Valencia, widmete sich dem geistlichen Stand und war 1808 erster Beichtvater der königlichen Hofkapelle. Er schloß sich der Erhebung Spaniens gegen die Franzosen an und vertrat 1810 und 1813 seine Provinz in den Cortes, in denen er für konstitutionelle Grundsätze eintrat. Nach des Königs Rückkehr (1814) mußte er seine liberalen Gesinnungen mit dem Verlust seiner Freiheit büßen und erhielt dieselbe erst 1820, nach sechsjähriger Haft im Kloster von Salceda, wieder. Auch in den folgenden Jahren saß er wieder in den Cortes und führte 1822 im Auftrag der konstitutionellen Regierung persönlich die Verhandlungen mit dem Papst. Nach der Restauration von 1823 flüchtete er nach Irland und starb 26. März 1837 in Dublin. Er ist Verfasser verschiedener teils politischer, teils theologischer und philologischer Schriften, die sich sämtlich durch vortreffliche Schreibart auszeichnen, und hat sich auch als Dichter vorteilhaft bekannt gemacht durch seine »Poesías escogidas« (Lond. 1833; abgedruckt im 67. Band der »Biblioteca de autores españoles«). Seine interessante Selbstbiographie erschien London 1825, 2 Bde. - Sein Bruder Jaime V., geb. 1765 zu San Felipe, gest. 14. Nov. 1824 in London, gleichfalls Geistlicher und ein gründlicher Gelehrter, ist Verfasser des wichtigen Werkes: »Viage literario à las iglesias de España« (Madr. 1803-52, 22 Bde.).

Villa Nuēva (spr. wilja), 1) Stadt in der Argentinischen Republik, Provinz Cordova, am Rio Terceiro, 150 m ü. M. und durch eine eiserne Brücke mit Villa Maria verbunden, erst 1814 gegründet, unansehnlich, mit lebhaftem Häutehandel und (1882) 5000 Einw. - 2) Stadt im mexikan. Staat Zacatecas, südwestlich von Zacatecas, mit warmen Quellen, merkwürdigen indianischen Bauwerken und (1882) 6065 Einw.

Villanuēva de la Serena (spr. wilja-), Stadt in der span. Provinz Badajoz, unweit des Guadiana, an der Eisenbahn Madrid-Badajoz, mit (1878) 10,710 Einw.

Villanueva y Geltrú (spr. wilja-), Stadt in der span. Provinz Barcelona, am Mittelmeer, mit einem Hafen, Weinbau, starkem Weinexport und (1878) 13,613 Einw.

Villány, Dorf im ungar. Komitat Baranya, an der Mohács-Fünfkirchener und Alföld-Fiumaner Bahn, mit (1881) 1805 deutschen Einwohnern, bekannt durch den vorzüglichen Rotwein, der daselbst gewonnen wird.

Villa Occidentāl (spr. wilja), Hauptort des Territo-^[folgende Seite]