Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

389

Wardar - Warenkunde.

Seine Gattin Henriette W., geb. 1832, machte sich ebenfalls als Malerin bekannt.

3) Maria, Stifterin des Ordens der Englischen Fräulein (s. d.).

4) Artemus, Pseudonym, s. Browne 7).

Wardar (im Altertum Axios), Fluß in der Türkei, entspringt am Schardagh oberhalb Kalkandelen, fließt in südöstlicher Richtung durch Makedonien, nimmt rechts die Tscherna (Erigon), links die Ptschinja und Bregalnitza auf und mündet in mehreren Armen in den Meerbusen von Saloniki, mit dem Mavroneri oder Karasmak (antik Ludias) zu einem gemeinsamen Delta verbunden.

Wardein (Guardein), ein Beamter, welcher Erze (Erzwardein, Erzprobierer), Münzen und dazu verwendete Legierungen (Münzwardein) auf ihren Gehalt zu untersuchen hat.

Wardour Castle (spr. ŭáhrdör kass'l), Schloß der Grafen Arundel, 20 km westlich von Salisbury in England. Dabei die Ruinen des gleichnamigen alten Schlosses, welches Lady Blanche mit 25 Mann heldenmütig gegen die Parlamentstruppen verteidigte.

Wardsche Jacken (Korkjacken), s. Rettungswesen, S. 752.

Wardscher Kasten, eine um 1830 von dem Engländer N. B. Ward (geb. 1791, gest. 4. Juni 1868) angegebene Einrichtung zum Transportieren und zur Kultur von Pflanzen unter sonst ungünstigen Verhältnissen, besteht aus einem flachen metallenen, gut gestrichenen Bodenstück, auf welchem sich ein metallenes Gestell zur Aufnahme von Glasplatten erhebt. Letztere bilden die Seitenwände und die Decke des Kastens. Das Bodenstück, welches einen einige Zoll hohen Rand besitzt, füllt man mit Erde, steckt in diese die Samen oder die Pflanzen, begießt und schließt dann den Kasten vollständig. Die Pflanzen gedeihen vorzüglich, denn sie sind vor Staub und schroffem Temperaturwechsel geschützt und hinlänglich mit Feuchtigkeit versehen, da das Wasser nie verdunsten kann. Für tropische Pflanzen läßt sich mit Hilfe einer kleinen Öl- oder Spirituslampe leicht die passende Temperatur herstellen. In England und in neuerer Zeit mehrfach auch bei uns werden die Wardschen Kasten in eleganter Ausstattung zur Kultur zarterer Pflanzen im Zimmer benutzt. Wichtig sind die Dienste, welche sie bei der Übersiedelung von Pflanzen leisten. Fortune benutzte sie zum Transport von vielen tausend Theepflanzen nach dem Himalaja, nach Virginia und Kalifornien, Haßkarl hat mit ihrer Hilfe Chinarindenbäume von Amerika nach Java verpflanzt. Vgl. Ward, Observations on the growth of plants in closely-glazed cases (2. Aufl., Lond. 1854).

Ware, im weitern Sinn alles, was Gegenstand des Handels ist, im engern Sinn alle Handelsobjekte außer Geld und Wertpapieren. Daher Warenmarkt im Gegensatz zum Geldmarkt, Warenbörse im Gegensatz zur Effektenbörse (vgl. Börse, S. 234). Man teilt sie ein in rohe Waren oder Rohstoffe und in verarbeitete oder Kunstwaren, welche teils Halbfabrikate sind, wie Mehl, Garn, Leder etc., teils Ganzfabrikate, d. h. für den Verbrauch vollständig verarbeitete Waren. Dann spricht man auch von Kolonial-, Material-, Spezerei-, Manufaktur-, Galanterie-, Farb-, Kurz-, Langwaren u. dgl.

Ware (spr. ŭähr), Stadt in Hertfordshire (England), dicht bei Hertford, mit kath. Seminar (St. Edmund's), Malzdarren und (1881) 5726 Einw.

Wareham (spr. ŭährhäm), alte Stadt in Dorsetshire (England), zwischen den Flüssen Frome und Piddle, oberhalb deren Mündung in den Poolehafen, ist von einem britischen Erdwall umgeben und hat (1881) 2112 Einw. In der Nähe Thongruben.

Waremme, Hauptort eines Arrondissements in der belg. Provinz Lüttich, an der Jecker und der Bahn Brüssel-Lüttich, mit höherer Knabenschule und (1888) 3253 Einw. W. ist Hauptort des Hasbengaues (s. d.).

Waren, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Kreis Mecklenburg, am Müritzsee, Knotenpunkt der Linien Malchin-W. der Mecklenburgischen Friedrich Franz- und Parchim-Neubrandenburg der Mecklenburgischen Südbahn wie der Eisenbahn Neustrelitz-Warnemünde, hat 2 evang. Kirchen, ein Gymnasium, ein naturhistorisches Museum, ein Amtsgericht, Fabrikation von Pappe, Tabak, Essig und Mineralwasser, Zementgießerei, Kalkbrennerei, Kahnbauerei, Dampfmahl- und Sägemühlen, Bierbrauerei, bedeutenden Kornhandel, Dampfschiffahrt und (1885) 6851 Einw. W. war 1347-1425 die Residenz einer Nebenlinie des mecklenburgischen Hauses.

Warenbilanz (Warenhandelsbilanz), s. Handelsbilanz.

Warendorf, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Münster, an der Ems, hat eine evangelische und 3 kath. Kirchen, ein Gymnasium, ein Schullehrerseminar, Waisenhaus, Landgestüt, ein Amtsgericht, ein Denkmal des Schulmanns Overberg, Fabrikation von Baumwollwaren, Färberei, Brauerei, lebhaften Vieh-, Holz- und Leinwandhandel und (1885) 5111 meist kath. Einwohner.

Warenki, ein russ. Gebäck, Pastetchen oder Krapfen mit Quarkfülle und Früchten.

Warenkunde (Rohstofflehre), die Lehre von den in der Technik benutzten Rohstoffen, welche die Aufgabe hat, diese Rohstoffe möglichst genau zu unterscheiden, ihre Herkunft zu ermitteln und ihre Eigenschaften mit thunlichster Rücksicht auf ihre Verwendung darzulegen. Die W. gestaltet sich, so aufgefaßt, zu einem Zweig der Technologie im weitern Sinn des Wortes. Den Stoff, den sie zu behandeln hat, kann man nach seiner Herkunft in drei Gruppen teilen: mineralische Rohstoffe, vegetabilische und animalische. Dabei sondern sich gewisse Rohstoffe von bestimmter Verwendung ab und entziehen sich dem Gebiet der W., so die Erze, welche hüttenmännisch verwertet werden, und viele mineralische Stoffe, namentlich Gesteine, welche als Baumaterialien dienen. Bilden diese letztern den Gegenstand der Baumaterialienlehre, so beschäftigt sich mit den vegetabilischen Rohstoffen, welche in der Pharmazie benutzt werden, speziell die Pharmakognosie, während anderseits die W. oft über den Begriff der Rohstofflehre hinausgeht und auch Halbfabrikate und Fabrikate in ihren Bereich zieht. Als selbständiger Wissenszweig entstand die W. erst, als durch die Ausbreitung des Handels zahlreiche Produkte verschiedenster Art aus den verschiedensten Ländern, namentlich die Kolonialprodukte, dem Gewerbe und dem täglichen Gebrauch zugeführt wurden. Die sorgfältigste Behandlung erfuhren zuerst die medizinisch benutzten Körper, und die Pharmakognosie gelangte schnell zur Blüte. Die gewerblichen Waren suchte zuerst Beckmann (»Vorbereitung zur W.«, Götting. 1795-1800, 2 Bde.) gründlicher zu behandeln, und die Mehrzahl der folgenden Bearbeiter steht lediglich auf seinen Schultern und vergrößert nur den Umfang des Gebiets, ohne die Schärfe der Charakteristik und die Genauigkeit der Herleitung der Waren zu fordern. Gleich epochemachend wie Beckmanns Arbeit war Böhmers »Technische Geschichte der Pflanzen« (Leipz. 1794, 2 Bde.); einen wesentlichen Auf-^[folgende Seite]