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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Weißfuß - Weißnickelkies.

und fließenden Gewässern Europas mit Ausnahme der Gebirgsseen und -Bäche, lebt gesellig in oft sehr großen Scharen, ist wenig scheu, neugierig und gefräßig, laicht hauptsächlich im Mai und Juni und steigt dann in den Flüssen empor. Er hat sehr grätiges Fleisch, wird aber doch in großer Menge gefangen und zum Teil geräuchert. Seine Schuppen dienen zur Bereitung von Perlenessenz.

Weißfuß, Vogel, s. Adler, S. 122.

Weißgerberei, s. Leder, S. 609 f.

Weißglas, s. Arsenige Säure.

Weißgroschen, frühere böhmische Rechnungsstufe; 77 1/7 W. wurden 3 Reichsgulden oder 2 Reichsthalern gleich gerechnet. 1 W. galt 7 Weißpfennig.

Weißgüldigerz, s. v. w. silberhaltiges Fahlerz (s. d.).

Weißguß (Weißmetall), s. Lagermetall.

Weißhorn, Berg, s. Matterhorn.

Weißhuhn, s. Schneehuhn.

Weißkalk, s. Essigsäure und Essigsäuresalze.

Weißkehlchen, s. Grasmücke.

Weißkirchen, 1) (Mährisch-W., tschech. Hranice) Stadt in Mähren, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, an der Betschwa und der Nordbahn (Wien-Oderberg mit der Zweiglinie W.-Wsetin), hat ein Schloß, eine schöne Kirche, ein Obergymnasium, eine Militäroberrealschule, Fabrikation von Tuch und Flanell, Färberei, Hanfspinnerei, Erzeugung von Kartonagewaren, Schokolade und Kanditen, 3 Dampfmühlen, lebhaften Handel und (1880) 7384 Einw. Unweit der Stadt liegt im Betschwathalder kleine Kurort Töplitz mit warmem Säuerling und Molkenkuranstalt und der Erdfall »Gevatterloch«. - 2) Ungarisch-W. (ungar. Fehértemplom), königl. Freistadt im ungar. Komitat Temes, an der Temesvar-Báziáser Bahnlinie, mit (1881) 9845 meist deutschen Einwohnern, Ziegelfabrik, Maschinenbauanstalt, Kunstmühlen, ausgedehntem Weinbau, Seidenzucht, Getreide- und Weinhandel. W. hat mehrere Kasernen, ein Obergymnasium und einen Gerichtshof.

Weißkohl (Weißkraut), s. v. w. Kopfkohl, s. Kohl.

Weiß-Kunig (der »weise König«), das in Prosa geschriebene Gegenstück des Theuerdank (s. Pfinzing), das, halb Chronik, halb Roman, in drei Teilen die Vermählung und Krönung Kaiser Friedrichs III. sowie die Geschichte seines Sohns Maximilian I. bis zu der Beendigung des venezianischen Kriegs erzählt, im ganzen der Geschichte gemäß, aber mit allegorischer Verhüllung der Eigennamen. Auch dieses Werk hatte Maximilian selbst entworfen, darauf aber 1512 durch seinen Geheimschreiber Marx Treitzsauerwein (gest. 6. Sept. 1527) ausführen und vollenden lassen. Ein Kommentar von Maximilians eigner Hand ist unausgeführt geblieben. Gedruckt ward das Werk zuerst (Wien 1775, 2 Bde.) durch Joseph Kurzböck, mit den 237 trefflichen Holzschnitten Hans Burgkmairs (Originaltafeln in Graz). Vgl. Liliencron, Der W. Maximilians I. (im »Historischen Taschenbuch« 1873).

Weißkupfer (weißer Tombak, Argent haché, Petong), Kupferarsenlegierung mit 37-54 Proz. Arsen, wird durch Zusammenschmelzen von Kupfer und arsenigsaurem Kalk unter Borax, Kohlenstaub und Glaspulver erhalten, ist weißgrau oder weiß, sehr politurfähig, aber stark anlaufend, spröde und schwerer zu bearbeiten als Messing. Sie wurde stark versilbert, ist indessen gefährlich und jetzt durch Neusilber verdrängt. Vgl. auch Nickellegierungen. W. auch s. v. w. Neusilber.

Weißkupfererz, s. v. w. Arsenkupfer.

Weißliegendes, s. Dyasformation.

Weißling (Pieris Schk.), Schmetterlingsgattung aus der Familie der Falter (Diurna), Schmetterlinge mit kurzer, verkehrt-kegelförmiger Fühlerkeule, mehr als kopflangen Tastern, abgerundet dreieckigen Vorderflügeln, eiförmigen Hinterflügeln, gespaltenen Fußklauen mit Afterklauen. Die Puppen hängen in einer Schlinge. Der Baum- oder Heckenweißling (P. crataegi L., s. Tafel »Schmetterlinge I«) ist 6,6 mm breit, weiß mit schwarzen Adern; die Raupe ist schwarzköpfig, mit weißlichen Borstenhaaren besetzt, auf dem Rücken mit schwarzen und braunroten Längsstreifen, am Bauche grau, lebt auf Schlehen, Zwetschen-, Birn-, Apfelbäumen und Weißdorn und überwintert zwischen zusammengesponnenen und am Zweig befestigten Blättern (kleine Raupennester). Die Puppe ist gelb, schwarz punktiert. Der Schmetterling legt seine goldgelben, etwa birnförmigen Eier in Häufchen auf die Oberseite der Blätter. Beim Auskriechen läßt er einige blutrote Tropfen auf die Blätter fallen (Blutregen). Diese Art ist seit Jahrzehnten bedeutend seltener geworden. Der große Kohlweißling (P. brassicae L.), 6,5 cm breit, weiß, an der Spitze der Vorderflügel und am Vorderrand der Hinterflügel schwarz; das Weibchen hat meist noch zwei schwarze Flecke auf den Vorderflügeln. Die Raupe ist grünlichgelb, schwarz punktiert, mit V-ähnlichem Gabelstrich am Kopf und gelben Seiten- und Rückenstreifen, lebt auf Kohl, Rettich, Radieschen, Senf, Levkojen. Die Puppe ist weißlich- oder gelblichgrün, schwarz punktiert und überwintert. Der Schmetterling legt seine gelben Eier gehäuft meist auf die Unterseite der Blätter. In einem Jahr treten zwei, auch drei Bruten auf. Die Raupen unternehmen Wanderungen und treten hierbei so massenhaft auf, daß sie beim Überschreiten eines Eisenbahngeleises den Zug durch Aufhebung der Reibung zum Stehen bringen können. Auch die Schmetterlinge wandern bisweilen in großen Schwärmen. Der kleine Kohlweißling (Rübenweißling P. rapae L.), 5 cm breit, dem vorigen in Färbung und Zeichnung sehr ähnlich. Die Raupe ist schmutzig grün, samthaarig, auf dem Rücken und an den Seiten gelb gestreift, mit schwarz umrandeten Luftlöchern, lebt vorzüglich auf Rübenkohl. Die Puppe ist grün oder grünlichgrau, gelb gestreift und gelb punktiert und überwintert. Das Weibchen legt seine Eier einzeln an dieselben Pflanzen wie der vorige. 2-3 Bruten im Jahr. Der Rübsaatweißling (Heckenweißling, P. napi L.), 5 cm lang, weiß, die Vorderflügel mit schwarzer Spitze, mit schwarz bestäubten Rippenenden auf der Oberseite der Vorderflügel, beim Männchen mit einem, beim Weibchen mit zwei schwarzen Flecken; die Hinterflügel sind auf der Unterseite gelb, an den Rippen breit grünlichgrau bestäubt. Die Raupe der vorigen sehr ähnlich, nur etwas dunkler grün, mit rotgelben Luftlöchern, weißen Wärzchen und schwarzen Punkten. Die Puppe ist der des vorigen ähnlich und überwintert gleichfalls, auch legt das Weibchen seine Eier einzeln ab. Die Gegenmittel gegen alle Weißlinge bestehen wesentlich im Ablesen der Eier und jungen Raupen.

Weißlot, s. Lot, S. 920.

Weißmessing, s. Messing.

Weißmetall, s. Lagermetall.

Weißnickelkies (Rammelsbergit, Arsennickel), Mineral, die rhombisch kristallisierende Modifikation des regulären Chloanthits (s. d.), mit welchem er um so leichter verwechselt wird, als er meist nur derb und eingesprengt vorkommt. W. findet sich zu Schneeberg in Sachsen, Richelsdorf in Hessen u. Wittichen in Baden.